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Rendsburg Böllerfreie Zone rund um Reetdachhäuser
Lokales Rendsburg Böllerfreie Zone rund um Reetdachhäuser
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17:45 28.12.2018
Von Florian Sötje
An fast allen Stellen in Achterwehr ist das Zünden von Silvesterfeuerwerk wegen der Reetdächer verboten. Die Gemeinde hätte es gern, wenn überall im Ort darauf verzichtet wird, sagt der stellvertretende Bürgermeister Jochen Simon. Quelle: Sven Janssen
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Achterwehr

Das Amt Achterwehr gibt daher eine Bekanntmachung für die Nutzung von Feuerwehrkskörpern heraus. So ist das Abbrennen von Feuerwerksraketen der Klasse F2 (unter anderem Raketen, Feuertöpfe, Batteriefeuerwerk oder Feuerwerksröhren) im gesamten Amtsgebiet im Umkreis von 200 Metern zu brandempfindlichen Gebäuden, wie eben Reet- und Strohdachhäuser, verboten. Gleiches gilt bei einem Umkreis von 25 Metern für „nicht selbstständig flugfähige pyrotechnische Gegenstände“, also Böller verschiedenster Art. Neben den brandempfindlichen Häusern gelten beide Regelungen auch für Kirchen, Kinder- und Altenheime.

„Unser Eindruck ist, dass die Leute diese Regelung annehmen“, sagt Christian Jöhnck, Leiter im Bauverwaltungs- und Ordnungsamt. Eine Kontrolle ist aber äußerst schwierig. Die betroffenen Bereiche im Amtsgebiet sind so kleinteilig, dass sie sich auch nicht kartographisch erfassen lassen. „Die Kontrolle wäre auch mit einem Bereitschaftsdienst nicht möglich. Wir appellieren an den Verstand der Menschen“, erklärt Jöhnck. Wer beim verbotenen Zündeln erwischt würde, zum Beispiel durch andere Bürger, könne mit einer Anzeige und einem Bußgeld rechnen.

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Der Müll bleibt liegen

In Achterwehr ist durch die Umkreis-Regelung das Abschießen von Raketen quasi in der gesamten Gemeinde verboten. Es bliebe nur ein kleiner Ortsabschnitt, der nicht davon betroffen wäre. „Es wurde bei uns im Verlauf der Jahre immer weiter eingeschränkt“, sagt Bürgermeisterin Anne Katrin Kittmann (SPD). Mit der Situation ist sie nicht richtig glücklich. Natürlich sei es schön, wenn gemeinsam im Ort ins neue Jahr gefeiert werden könnte. Wenn sich das aber auf einen letzten verbliebenen Abschnitt in der Gemeinde konzentrieren würde, sei es auch nicht der richtige Weg. „Die Belastung für die dortigen Anwohner ist dann einfach zu hoch. Und der ganze Müll bleibt da liegen“, sagt Kittmann. Somit spricht sie sich für ein generelles Verbot in der Gemeinde aus.

Verbot wird eingehalten

Neben Achterwehr sind im Amtsgebiet besonders Felde und Krummwisch vom Raketen-Verbot betroffen. Aber auch in Ottendorf und Quarnbek stehen gefährdete Häuser. „Wir sind zwar nicht so stark betroffen wie andere Gemeinden, doch auch bei uns stehen Reetdachhäuser. Von daher finde ich es gut, vor Silvester nochmal für die Gefahren zu sensibilisieren“, sagt Ottendorfs Bürgermeisterin Sabine Sager (CDU). Gleiches gilt für ihren Quarnbeker Amtskollegen Klaus Langer (Grüne): „Im Großen und Ganzen ist das bei uns nicht so das Problem wie bei den geschlossenen Baugebieten in Achterwehr“, sagt Langer. In Quarnbek seien die betroffenen Häuser eher tupferweise verteilt. Im Ortsteil Flemhude gebe es aber zum Beispiel Abschnitte, in denen das Verbot greife. Das sei in der Vergangenheit weitestgehend eingehalten worden, sagt Langer. „Eigentlich hat das ganz gut funktioniert.“ Bleibt nur zu hoffen, dass es zum kommenden Jahreswechsel wieder so sein wird.

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