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Rendsburg Die Gruppe half ihr, 90 Kilo abzunehmen
Lokales Rendsburg Die Gruppe half ihr, 90 Kilo abzunehmen
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18:23 10.01.2017
Von Gunda Meyer
Zwischen den beiden Bildern liegen nur 1,5 Jahre, aber 79 Kilo: Carina Beth (49) hat mit Hilfe einer OP, und ihrer Selbsthilfegruppe abgenommen und trägt nun Kleidergröße 36/38. Quelle: Gunda Meyer
Rendsburg

In die Esssucht rein gerutscht ist die heute 49-Jährige mit 18 Jahren, als sie auszog und ihre Ausbildung zur Krankenschwester begann. „Wegen der Schichtarbeit habe ich sehr unregelmäßig und das Falsche gegessen. Und zu Hause war keine Mutter mehr, die für einen gekocht hat“, sagt sie.

Die Beleidigungen und abwertenden Blicke auf der Straße waren für die Frau aus Hohn nicht der ausschlaggebende Punkt, zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen. „Wenn man jung ist, hat man das nach außen getragene Selbstbewusstsein. Man behauptet, ,So bin ich nun mal’ und erwartet, dass die Menschen das akzeptieren“, sagt Beth. Das Fatale an der Suchtkrankheit sei, dass man sich selbst nicht als so extrem übergewichtig wahrnehme.

Aber die Zeit ist unerbittlich. Als sich die ersten körperlichen Folgen in Form von massiven Rücken- und Knieschmerzen einstellen, merkt Beth, dass es so nicht weitergeht. 2011 sucht sie erstmals Rat bei der Adipositas-Gruppe. „Ich wollte einen Schalter finden, sodass ich an einer Operation vorbei komme“, erinnert sich die Mutter zweier erwachsener Kinder.

Carina Beth vor ihrer OP im Juli 2015. Quelle: privat

Harter Schritt: Die Operation

Elf Kilo verlor sie durch die Behandlung eines Arztes mit diabetologischem Schwerpunkt. Doch den Schalter hat sie nicht gefunden. „Ich bekam schließlich Herzrhythmusstörungen und entschied mich dafür, mir einen Magen-Bypass legen zu lassen.“ Bei diesem Eingriff wird der Magen wenige Zentimeter unterhalb des Mageneingangs abgetrennt und der verbleibende kleine Restmagen, direkt mit dem Dünndarm verbunden.

Es gibt auch noch weitere Möglichkeiten wie Magenband oder Schlauchmagen. Bevor man operiert werden darf, muss man nachweisen, dass man alle anderen Wege versucht hat, also Sport, Ernährungstherapie und ein Selbsthilfegruppenbesuch.

Umdenken im Kopf

Denn die Operation hat Folgen. „Direkt danach kann man nur minimale Mengen essen“, erinnert sie sich. Generell müsse man seine komplette Ernährung umstellen. Wenn sie zuckerhaltige Nahrung zu sich nimmt, muss sie noch heute aufpassen, keine Sturzentleerung zu bekommen (Dumping). Außerdem müsse sie sich seitdem regelmäßig die Vitamine B6, B12 und D spritzen lassen, da ihr Körper diese nicht mehr ausreichend selbst produzieren könne. „Die wahre Herausforderung ist das Umdenken im Kopf.“ An einer Wiederherstellungsoperation kam die 49-Jährige vorbei, da sie immer sehr viel Sport betrieben hat und dadurch keine überschüssige Haut entfernt werden musste.

Über die Konsequenzen und Folgen klären die Ärzte Beths Meinung nach im Vorwege nicht genügend auf. „Darüber habe ich mich intensiv in der Selbsthilfegruppe ausgetauscht, das hat mir sehr geholfen.“ Auch der Veränderungen im anschließenden Leben müsse man sich bewusst sein. „90 Prozent haben einen Partnerwechsel.“ Auch sie trennte sich von ihrem Mann und wechselte außerdem den Arbeitgeber. Jetzt wiegt sie 70 Kilo. „Ich fühle mich gut und befreit und kann sogar endlich Kleider tragen.“ In der Selbsthilfegruppe will sie bleiben, um ihre Erfahrungen zu teilen und anderen Esssüchtigen Mut zu machen.

Zur Adipositas Selbsthilfegruppe Rendsburg

Gegründet hat sich die Adipositas-Selbsthilfegruppe in Rendsburg vor fünf Jahren aus einer Abspaltung von der Adiposa-Gruppe der Uniklinik Kiel. Seitdem haben rund 100 Hilfesuchende die Gruppe besucht, rund zwölf Personen sind bei jedem Treffen dabei. Auch Besuche im Rendsburger Schwimmbad zum Schwimmen oder zur Aqua Fitness unternimmt die Gruppe. Die Treffen finden am ersten und dritten Montag im Monat im Gebäude der Brücke (Ahlmannstraße 2a) statt und sind kostenlos.

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