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Rendsburg Zelten unter Quarnbeker Windrädern
Lokales Rendsburg Zelten unter Quarnbeker Windrädern
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18:00 14.07.2019
Von Sven Janssen
15 Jugendliche und junge Erwachsene campierten unter den Windrädern in Quarnbek. Quelle: Sven Janssen
Quarnbek

Es ist Freitagnachmittag, Fahrräder stehen auf dem Feldweg vor dem Quarnbeker Windrad. Die ersten Zelte sind aufgebaut und es regnet. Es weht kaum Wind, die Windräder stehen still. 15 Jugendliche und junge Erwachsene von 14 bis 32 Jahren bauen ihr Camp direkt am Fuß der Anlage auf.

„Eigentlich waren 30 Leute angemeldet“, sagt Luca Brunsch (23), der die Gruppe „Wind of Change“ zusammen mit Ronja Thein (18) ins Leben gerufen hat. 15 Eckernförder seien aber wegen des Wetters nicht gekommen. Es ist das zweite Mal, dass unter den Windrädern campiert wird.

Ausbau der Windkraft geht zu langsam

„Erneuererbare Energien sind der Schlüssel zum Klimawandel“, sagt Brunsch und Alexander Schmitz, ein Physikstudent aus Kiel erklärt: „Wir müssen den Ausbau erneuerbarer Energien mindestens vervierfachen, wenn wir die Pariser Klimaziele erreichen wollen.“ Die Realität sehe aber gerade ganz anders aus: Statt schneller gehe es langsamer mit dem Ausbau voran. Im ersten Quartal 2019 seien 90 Prozent weniger Windräder gebaut worden, als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor.

Abstandsregeln verschärfen das Problem

Die geplanten Abstandsregeln zur Wohnbebauung würden das Problem noch verschärfen, sagt Brunsch. „Wenn man 1000 Meter Mindestabstand einführt, schränkt das die ohnehin raren Flächen so ein, dass langfristig kaum zusätzliche Windanlagen gebaut werden können.“ Die derzeit rund 80 Gigawatt offene Ausbauleistung werde dadurch um bis zu 40 Prozent beschnitten, so Schmitz.

Was ist dran am Infraschall?

Viele Argumente von Windkraftgegnern würden sachlichen Betrachtungen nicht standhalten, sagt der Initiator. Für die behaupteten Gesundheitsgefahren durch nicht hörbaren Infraschall gäbe es keine Anhaltspunkte. „Da wird viel Panik gemacht“, sagt Brunsch. „Beschwerden wurden erst gemeldet, nachdem Anti-Windkraftgruppen die These von gesundheitsschädlicher Infraschall-Belastung sehr offensiv verbreitet haben.“ Infraschall-Emissionen vom Verkehr und von Waschmaschinen seien höher als die von Windkraftanlagen. „Mit dem Zelten unter dem Windrad wollen wir zeigen, dass die Geräusche nicht stören.“

Großes Klimacamp unter Windrädern

Es einfach selbst zu erleben, sei wichtig. „Wir wollen diese Aktion auf jeden Fall noch öfter wiederholen und hoffen, dass viele Menschen dazukommen und es einfach einmal ausprobieren, sagt der Initiator. Für das nächste Jahr schwebt ihm schon Größeres vor. „Toll wäre es, ein Klimacamp unter Windrädern mit einigen hundert Menschen auf die Beine zu stellen, das über mehrere Tage geht“, sagt Brunsch. Mit Aufklärung und dem einfachen Erleben könne man viel erreichen und Vorbehalte abbauen.

„Ich habe auf jeden Fall gut geschlafen“, sagt Nilas Schneekloth am nächsten Morgen, als sich die Windräder tatsächlich drehen. „Ich habe nicht mal gemerkt, wann sie sich in der Nacht in Bewegung gesetzt haben.“ Dass auch landschaftsästhetische Argumente gegen Windkraft ins Spiel gebracht werden, stört Thein, die als Schülerin auch bei Fridays for Future aktiv ist. „Das Überleben der Zivilisation ist wichtiger als Landschaftsästhetik“, sagt sie. In ihrem Freundeskreis freue man sich über Windräder, denn sie würden sich für unsere Zukunft drehen.

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