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Rendsburg Unterm Pflaster liegt Geschichte
Lokales Rendsburg Unterm Pflaster liegt Geschichte
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13:25 03.05.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Diese beiden SSW-Politiker haben Ideen für die Rendsburger Altstadt: Andreas Vollstedt (links) und Hans Jörg Tresselt. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Wie das gehen soll? Eine Grube könnte ausgehoben, an den Rändern mit Mauerwerk gestützt und mit einer Panzerglasplatte abgedeckt werden. Der Blick in die Tiefe könnte auch abends und nachts mit Lampen ausgeleuchtet werden.

Blick in die Vergangenheit der Altstadt

Andreas Vollstedt, SSW-Fraktionschef in der Ratsversammlung, sieht das als "Blick in die Vergangenheit". Und: "Ich bin fest davon überzeugt, dass es bestaunt wird." Der Blick unters Pflaster werde Touristen anziehen.

"Ich könnte mir vorstellen, dass es dafür Sponsoren gibt." Angst vor Sprayern hat Vollstedt nicht. "Ich denke nicht, dass man eine solch tolle Geschichte besprüht."

"Die Idee ist grundsätzlich gut", sagt Alfred "Ali" Gudd, ein pensionierter Rathausbeamter und Kenner der Stadtgeschichte. Er sieht auch Probleme. Frei gelegte Rohre und Pfähle aus Holz könnten schnell vermodern, wenn sie an Luft kommen.

In Erde und Wasser seien sie dagegen konserviert. Alte Holzrohre für die Wasserversorgung der Altstadt liegen beispielsweise unter der Torstraße und der Schleuskuhle, sagt Gudd.

Altstadt von Landestheater bis Thormannplatz

Den SSW-Politikern Vollstedt und Tresselt geht um eine Zukunft für die Altstadt in ihrer Gesamtheit zwischen Landestheater und Thormannplatz mit ihrer Fußgängerzone und den engen Gassen wie Stegengraben und Mühlengraben.

"Wir müssen Schulen und Jugendliche fragen, wie sie sich ihre Stadt vorstellen", meint Tresselt. "Da müssen Studenten ran mit ihrem Professor", findet Vollstedt. Etwa von der Muthesius Kunsthochschule in Kiel oder angehende Bauingenieure von der Fachhochschule.

Vollstedt: "Die sind jünger. Die haben eine Vorstellung wie das in X Jahren mit der Altstadt weitergehen kann."

Von Wasser umgebene Altstadt

Wasser ist in den Augen der beiden Politiker ein Thema. Die Rendsburger Altstadt ist umgeben davon: Stadtsee, Obereider. Aber durch den Tangentenring getrennt davon.

Ließen sich trotzdem Verbindungen zum Wasser herstellen? Vollstedt: "Die elende Straßenführung macht die Sache nicht einfacher."

Oder ließe sich mehr Wasser in die Altstadt holen? In Becken und Gräben? Auch das könnten Studenten beantworten.

50 Häuser verfallen

Um alte Häuser vor Abriss zu bewahren "müssen wir den Weg zu den Eigentümern finden", sagt Vollstedt. "Die alten Häuser dürfen nicht abgerissen werden. Das gibt Zahnlücken, die jahrelang nicht bebaut werden."

Tatsächlich listet eine fünf Jahre alte Karte des städtischen Bauamts 50 Häuser auf, die dringend modernisiert oder instand gesetzt werden müssten. Viele stehen leer. Ein Großteil der Besitzer wohne in den Niederladen und sei schwer erreichbar, sagt Bürgermeister Pierre Gilgenast.

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