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Rendsburg "Flintbek ist herzsicher": Lehrfilm soll helfen, Leben zu retten
Lokales Rendsburg "Flintbek ist herzsicher": Lehrfilm soll helfen, Leben zu retten
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16:38 11.11.2019
Von Florian Sötje
Für die Arbeiten an dem Lehrfilm zur Rettung von Herzpatienten durch Ersthelfer wurde in einem Flintbeker Fitness-Studion ein realistisches Szenario nachgestellt. Quelle: Moritz Boll
Flintbek

"Wie ein AED Leben retten kann" ist ein Notfall-Lehrfilm über das richtige Verhalten bei der Reanimation geworden. Was tue ich, wenn ein Mensch vor mir zusammenbricht? Wen verständige ich? Welche Handgriffe können überlebenswichtig sein? Und wie setze ich ein AED (Automatische Externe Defibrillatoren) richtig ein? Die richtigen Antworten auf diese Fragen können Leben retten. Und um möglichst vielen Menschen diese Antworten mit auf den Weg zu geben, hatte Torge Lück im Zuge des Projekts "Amt Flintbek ist herzsicher" schon länger die Idee, einen Film zum Thema zu drehen.

Gedreht wurde unter anderem in einem Flintbeker Fitnessstudio

Mithilfe von elf lokalen Sponsorenfirmen, vielen freiwilligen Helfern und dem Team um den Filmemacher Moritz Boll aus Kiel ist aus diesem Vorhaben eine zehnminütige filmische Realität geworden. "Die Idee dazu hatte ich ursprünglich schon vor drei Jahren", sagte Lück, der als Notfallsanitäter arbeitet. Im Frühjahr kam der Kontakt zu Moritz Boll zustande, beide gingen früher in Flintbek in die gleiche Grundschulklasse. Ende August folgte ein intensiver Drehtag mit Szenen in der Rettungsleitstelle Kiel, der Bordesholmer Rettungswache und einem Flintbeker Fitnessstudio.

Inhaberin Michaela Erlach hatte den Drehort zur Verfügung gestellt. Ein realer Herztod-Fall in ihrem Fitnessstudio hatte sie auf das Thema Erste Hilfe aufmerksam gemacht. Erlach übernimmt eine kleine Rolle im Streifen und sah den fertigen Film mit anderen Mitwirkenden und Sponsoren am Sonntag im Flintbeker Haus der Feuerwehr zum ersten Mal. "Ich fand den Film richtig gut. Der Notfall ist nicht übertrieben, sondern realitätsgetreu dargestellt", sagte Erlach.

Wichtig war die realitätsgetreue Darstellung des Notfalls

Der Film geht den kompletten Notfall vom Zusammenbruch einer Person im Fitnessstudio über den Notruf und die Anweisungen zur Reanimation aus der Leitstelle bis zum Einsatz des AED und Eintreffens des Notarztes durch. Schnelle Schnitte mit hektischen Szenenwechseln wie beim Popcorn-Kino sieht man nicht - und das ist auch so gewollt. "Das war so geplant. Torge war es wichtig, dass der Notfall von Anfang bis Ende einmal komplett dargestellt wird", sagte Moritz Boll, für den diese Art des Filmemachens Neuland war. 

Im Zuge des Projekts "Amt Flintbek ist herzsicher" haben die Initiatoren mit dem Kieler Filmemacher Moritz Boll einen Notfall-Lehrfilm zum Thema Erste Hilfe gedreht.

Kurzversion soll über die sozialen Medien Verbreitung finden

Zehn Schnitttage hat Boll für den Film nach den Aufnahmen gebraucht. Lück sowie ein Notarzt schauten ihm dabei über die Schulter, um kleinere fachliche Anpassungen zu machen. "Das war total richtig so, damit es ein einwandfreier Film wird", sagte Boll, der für die sozialen Medien eine kürzere Drei-Minuten-Version erstellt hat. Über Facebook und Instagram soll diese verbreitet werden, die längere Version bei Schulungen zum Thema Erste Hilfe gezeigt werden.

Ohne Erste Hilfe können nur ein bis zwei Prozent der Betroffenen überleben

„Als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, hatte ich Gänsehaut und Tränen in den Augen“, sagt Initiator Lück. Das Thema Erste Hilfe ist ihm sehr wichtig, der Film soll helfen, noch mehr Menschen im Notfall dazu zu animieren. Die Bedeutung kennt der Notfallsanitäter aus seinem eigenen Berufsleben. Ohne den Einsatz von Ersthelfern habe er in den entsprechenden Fällen noch keinen Menschen retten können.

Zwei Leben gerettet und 900 Menschen geschult

14 AED-Geräte hat die Initiative "Amt Flintbek ist herzsicher" bereits im Amtsgebiet verteilt, zum Beispiel an der Eiderhalle, am Dorfgemeinschaftshaus in Böhnhusen oder zuletzt im Mai in der Gartenstraße. Bei drei Notfällen kamen die Geräte bereits zum Einsatz, zwei Menschen konnten mit ihrer Hilfe gerettet werden. Für Torge Lück ist das der "größte Erfolg" der Initiative, die im Amt Flintbek bislang 900 Menschen zum Thema Ersthilfe und Reanimation geschult hat. Für Equipment wie Schulungspuppen, die Schulungen selbst oder auch den nun fertig gestellten Film hat die Initiative insgesamt 35.000 Euro investiert, die über Spenden aufgebracht worden sind. Jährlich sterben in Deutschland mehr als 100.000 Menschen den plötzlichen Herztod. Der Herzinfarkt ist somit die häufigste Todesursache.

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