Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Rendsburg Anja Kühl ist offiziell im Amt
Lokales Rendsburg Anja Kühl ist offiziell im Amt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:42 01.07.2019
Von Frank Scheer
Amtsdirektorin Anja Kühl hat die Sammlerfiguren von Karl Lagerfeld in ihrem Büro im Bordesholmer Rathaus aufgestellt. Quelle: Frank Scheer
Anzeige
Bordesholm

Noch sieht es im Dienstzimmer der 56-Jährigen etwas kahl aus. Ihr Schreibtisch ist voll mit Akten, aber die Wände sind aber noch kahl. „Da wird bald gestrichen, dann wird dekoriert. Ein neuer Schreibtisch samt Bürostuhl sind bestellt.“ Ins Auge fallen die drei Nachbildungen von Karl Lagerfeld. „Ich mochte diesen Menschen einfach. Solche Typen werden alle 100 Jahre mal geboren“, so Anja Kühl. Sie selbst näht ihre Kleidung gerne. Und sie mag Schuhe von Coco Chanel, mit der Lagerfeld zusammenarbeitet hat und deren Firma er prägte. Zudem sei Karl Lagerfeld, dessen Eltern in der Nähe von Bad Bramstedt einen Hof hatten, auch ein „Junge aus Schleswig-Holstein“ gewesen.

Stromausfall in Bordesholm war Lehre

Über fünf Wochen ist die Amtsdirektorin bereits im Rathaus in Bordesholm tätig. Daher war ihr Dienstantritt auch ohne großes Zeremoniell. Eines ihrer ersten großen Themen werde ein Notfallmanagementplan für Bordesholm und das Amt sein. „Diese Lehre habe ich aus dem Stromausfall am vergangenen Dienstagabend gezogen.“ Für über eine Stunde waren große Teile Bordesholms ohne elektrische Energie, weil es in einem Trafo im Lüttenheisch gebrannt hatte.

Anzeige

Sirenen in Bordesholm reaktivieren

Nach gut einer Stunde seien die meisten Haushalte dann wieder am Netz gewesen. „Aber was ist, wenn so etwas länger dauert. Es gibt im Ort keine Sirene, mit der die Bevölkerung über einen Notfall informiert werden kann. Alle anderen 13 Orte drumherum haben eine.“ Die Gemeindevertretung hat vor gut zwei Jahren den Vorschlag von Bürgermeister Ronald Büssow, der damals SPD-Fraktionschef war, die Sirenen zu reaktivieren, abgelehnt. „Ich werde das erneut vorschlagen. Zudem will ich das Ganze auch erweitern um einen Notfallplan, mit einem Stab und einem Informationssystem für die Bürger“, so Kühl.

Auf Fachkräftemangel rechtzeitig reagieren

Ein weiteres Thema sei die Digitalisierung der Amtsverwaltung – diese werde voraussichtlich ohne zusätzliches Personal nicht möglich sein. Zudem muss man aus ihrer Sicht bereits jetzt die Grundlage für eine „gute Personalstruktur“ schaffen. „Noch hat das Amt kein Problem, die freiwerdenden Stellen mit Fachkräften zu besetzen. Andere Verwaltungen schon.“ In diesem Zusammenhang forderte sie das Land auf, auch in die Ausbildung zu investieren. „An der Verwaltungsakademie in Bordesholm gibt es zu wenige Plätze und zu wenige Lehrer – letzteres liegt auch daran, dass denen zu wenig gezahlt wird.“

"Bei der Neugestaltung die alte Linde roden"

Zur historischen Gerichtslinde, von der seit dem Astabbruch im Mai 2018 nur noch ein begrünter Rumpf geblieben ist, hat sie auch eine persönliche Meinung: Im Zuge der Lindenplatzgestaltung sollte man den Torso roden. Aus dem Restholz ließe sich künstlerisch etwas schönes machen, was dann verkauft werden könnte. „Die Vergangenheit sollte man hinter sich lassen und mit der Pflanzung eines ,Kinds der Linde’ den Neustart wagen.“

Mehr aus dem Bereich Rendsburg lesen Sie hier

01.07.2019
Sven Tietgen 01.07.2019
Hans-Jürgen Jensen 01.07.2019