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Rendsburg Eltern üben massiv Kritik am Kita-Essen
Lokales Rendsburg Eltern üben massiv Kritik am Kita-Essen
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06:00 15.08.2019
Von Sven Janssen
Mika (3, von links), Leif (4), David (5), Johann (4) und Sverre entscheiden selbst, wieviel Nudeln und Tomatensoße sie sich nehmen. Quelle: Sven Janssen
Felde

Die Elternvertreter Jantje Doose und Sonja Spiekermann sind genervt. Seit fast drei Jahren haben sie das Thema Mittagessen in der Kita auf der Agenda und fühlen sich damit von der Gemeinde nicht ernst genommen. „Bei der Gemeinde hört man uns nicht zu und sagt, dass sich außer uns keine Eltern über das Essen beschweren“, sagt Doose. „Anfang 2018 habe ich zusammen mit der Kita-Leiterin und der Ökotrophologin Anke Jebe einen Schönkirchener Anbieter, der fertiges Essen liefert, besucht und wir waren uns einig, dass er eine gute Alternative ist.“ Darüber habe die Kita-Leiterin die Bürgermeisterin auch informiert und habe sich seitdem eingesetzt, dass das Thema im Sozialausschuss behandelt wird. Ohne Erfolg.

Umfrage der Eltern zum Kita-Essen fand keine Beachtung

Anfang 2019 gründeten die Elternvertreter die Arbeitsgemeinschaft Essen, die im April eine Umfrage in der Kita startete. 75 Prozent der Eltern beteiligten sich. „Im Ergebnis haben sich nahezu alle Eltern für einen Anbieterwechsel ausgesprochen“, so Doose, die Anfang Mai dem Sozialausschuss die Auswertung übergab. „Weil wieder nichts passiert ist, haben wir die Eltern gebeten, direkt an die Bürgermeisterin zu schreiben.“

Massive Kritik am Kita-Essen in Felde

24 E-Mails kamen bei der Bürgermeisterin Petra Paulsen (SPD) an. Die Kritik der Eltern an dem Essen reicht in den Schreiben von „schmeckt nicht“ bis hin zu Übelkeit und Erbrechen erregend. Das Essen sei überteuerte Tiefkühlkost, die Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe enthalte, wird bemängelt. Das Preis Leistungsverhältnis würde nicht passen und oft würden Kinder die Mahlzeit für Suppe halten, weil zu viel Soße die Komponenten ertränke. Kritisiert wurde auch die nicht kindgerechte Zusammenstellung.

Bürgermeisterin spricht von "Shitstorm"

Die geballte Kritik sei ein „Shitstorm“, der von den Elternvertretern provoziert worden sei, sagte Paulsen. Man nehme die Kritik aber ernst. Es wundere sie, warum Eltern sich nicht umgehend melden oder das Gesundheitsamt informieren, wenn sie glauben, das Essen sei der Grund, warum sich ihre Kinder übergeben. Dann hätte man die Chance, die Rückstellproben untersuchen zu lassen, die von jedem Essen für zehn Tage eingefroren werden.

„Mir ist wichtig, dass die Kinder gut versorgt werden“, sagt die Bürgermeisterin. Deshalb habe man sich nach der Beratung durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DEG) für das sogenannte Cook & Chill Verfahren entschieden, bei dem teilgegarte und schockgefrostete Komponenten in der Mensaküche fertig gegart würden. „Nach dem frisch Kochen, das in der Küche der Mensa nicht möglich ist, ist das die beste Alternative.“ Bislang kommt das Essen als tiefgekühlte Komponenten von der Firma Apetito.

Eltern haben Angebot zum Probieren nicht genutzt

„Obwohl wir anbieten, dass die Eltern unangemeldet zum Probieren kommen können, wird davon kein Gebrauch gemacht“, sagt die Bürgermeisterin. Das wäre aber wichtig, um die Qualität des Essens beurteilen zu können. Auf Geschmacksverstärker und künstliche Zusatzstoffe werde komplett verzichtet, betont Mensachef Oliver Gensch. Das bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung auch Apetito-Sprecherin Verena Koordt aus Rheine, dem Sitz der Firma. Die fünf Mitarbeiter der Felder Mensa würden regelmäßig geschult werden, versichert Gensch. Die Kritik, dass das Essen nicht kindgerecht sei, wies sie von sich: „Die Kita stellt den Speiseplan gemeinsam mit einer Ökotrophologin auf, wir haben darauf, keinen Einfluss.“

Kita-Essen ist am Donnerstag Thema im Sozialausschuss

Um die Sachebene wieder in den Vordergrund zu rücken, will Paulsen sich in der Sozialausschusssitzung am Donnerstag, 15. August, ab  19.30 Uhr im Gemeindezentrum zum Thema äußern, auch wenn es nicht auf der Tagesordnung steht. Im September soll es weitere Gespräche mit Eltern und Experten geben, bei denen man ergebnisoffen diskutieren wolle. „Ein Anbieterwechsel ist nicht vom Tisch“, sagte Gemeindevertreter Rolf Sebelin (BFF/CDU). Er wies aber darauf hin, dass es nach Abwägung aller Argumente nur eine gemeinsame Lösung für Kita und Schule geben könne.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DEG) gibt Ernährungstipps zum Schulstart 2019.

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Eltern beschweren sich über die Qualität des Essens, das den Kinder im Kindergarten und auch in der Schule serviert wird.
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