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Rendsburg Angebliche Syrer kommen aus der Ukraine
Lokales Rendsburg Angebliche Syrer kommen aus der Ukraine
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18:14 15.10.2018
Ute Bergner vom Freundeskreis Flüchtlinge und Khanen Aloyan, die seit fünf Jahren als angeblich aus Syrien stammend in Flintbek mit einer Lüge lebt. Quelle: Sorka Eixmann
Flintbek

Beim Landesamt für Ausländerangelegenheiten hatte man lange und intensiv ermittelt. Inzwischen haben auch Khanen und Knyaz Aloyan zugegeben, dass sie keine Kriegsflüchtlinge aus Syrien sind.

Eltern suchten Hilfe für behinderte Tochter

Khanen Aloyan schämt sich, die 29-Jährige hat Tränen in den Augen. „Es tut uns so leid, dass wir unsere Freunde und Unterstützer so lange belogen haben. Aber wir wussten keinen Ausweg“, sagt Khanen. Der Grund für die Flucht aus der Ukraine ist die neunjährige Zaiza. „Unsere Tochter kam mit einer Behinderung zur Welt. Unsere Eltern wollten sie in ein Heim geben“, erinnert sich die Mutter. Eine Versorgung der Cerebralparese war in der ukrainischen Heimat kaum gegeben. „Aber wir wollten nicht, dass sie in ein Heim kommt und irgendwann schlug uns jemand vor, doch zu fliehen.“

Unterstützung durch den Freundeskreis Flüchtlinge

So wurde es dann auch gemacht. „Wir sind als Jesiden in der Ukraine eine Minderheit, haben es in Richtung Kiew geschafft und dann mit Schleppern nach Deutschland“, erinnert sich Knyaz Aloyan an die anstrengende Zeit Ende 2013. 2014 kam das Paar nach Flintbek, Unterstützung gab es seitdem vom Freundeskreis Flüchtlinge.

Vorsitzende Ute Bergner: „Auch wenn es sich nicht um Kriegsflüchtlinge handelt, so hatten sie dennoch gute Gründe, das Land zu verlassen.“ Das große Dilemma sieht Ute Bergner bei den Kindern: „Zaiza ist mit den Orthesen hier bestens versorgt und geht in die Lilly-Nielsen-Schule, Bruder Machmed kickt beim TSV Flintbek, und der Jüngste, Aran, kam in Deutschland zur Welt. Bei einer Ausreise in die Ukraine sind die Kinder die Verlierer, sie sprechen ja nicht mal die Sprache.“

Antrag bei der Härtefallkommission läuft

Inzwischen läuft ein Antrag bei der Härtefallkommission. „Vielleicht ist Zaizas Krankheit doch ausschlaggebend, dass die Familie bleiben kann“, hofft Bergner. Fest steht: Laut Behörde ist eine freiwillige Ausreise empfohlen, ansonsten droht die Abschiebung bei einer negativen Entscheidung der Härtefallkommission.

Von Sorka Eixmann

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