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Rendsburg Wenn viele Wege offen stehen
Lokales Rendsburg Wenn viele Wege offen stehen
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07:17 12.11.2019
Von Beate König
Der Einserkandidatin Juliana Strock (23) steht die Zukunft offen: Sie bekam im dritten Lehrjahr schon Stellenangebote von zwei Betrieben. Quelle: Beate König
Rendsburg

Zwei Stellenangebote – eins vom Ausbildungsbetrieb in Osdorf, eins vom Praktikumsbetrieb auf Mallorca, dazu die Option, Berufsschullehrerin zu werden – der Fleischer-Auszubildenden Juliana Storck stehen im dritten Lehrjahr viele Wege offen.

Juliana Strock ging nur zum Jobben in den Betrieb von Helmut Siemsen & Söhne

Der Einstieg in die Ausbildung vor drei Jahren ließ die sich anbahnende Karriere der gefragten Fachkraft noch nicht vermuten. „Ursprünglich wollte ich soziale Arbeit studieren“, erzählt die 23-jährige Auszubildende. Juliana Strock ging nur zum Jobben in den Betrieb von Helmut Siemsen & Söhne in Osdorf. „Meine Mutter ist dort Köchin.“ Sie kam in den Arbeitsrhythmus des Betriebs und sah, was dort im Catering und im Partyservice täglich entsteht. Unter anderem bis zu 450 selbstgekochte Mittagessen. „Fleischerei ist vielfältig. Man kann sich kreativ ausleben.“

Der Chef schlug die Ausbildung vor

Der Chef sah, was seine Aushilfe drauf hatte und schlug die Ausbildung zur Fleischerin als Alternative zum Studium vor. Juliana Strock sattelte um. „Ich habe gemerkt, dass mir praktisches Arbeiten liegt. Am Ende des Tages kann ich sehen, was ich geschafft habe“, war eins der entscheidenden Kriterien. Was ihr beim Umgang mit dem Lebensmittel wichtig ist: Wertschätzung. „Fleisch ist wertvoll.“

Von Tierwohl-Diskussionen blieb Juliana Strock während ihrer Ausbildung verschont. Angefeindet werde sie von Nicht-Fleisch-Konsumenten wegen ihrer Berufswahl nicht. „Meine Freunde bewundern eher, was ich mache.“
1,0 ist der Notendurchschnitt der aus Eckernförde stammenden Auszubildenden. Was die Azubi neben den Topnoten für Betriebe als Fachkraft jedoch besonders interessant macht, ist ihre Schnitttechnik, schätzt BBZ-Lehrerin Susanne Waschmann-Schleth: Ob Rind oder Schwein, Juliana kann Fleisch fachgerecht zerlegen und filetieren.

Juliana Strock machte ein Praktikum auf Mallorca

Das stellte auch der Betriebschef in Palma auf Mallorca fest, bei dem Juliana Strock im Rahmen von Erasmus Plus, einem europäischen Förderprogramm, ein dreiwöchiges Praktikum in der Fleischerei absolvierte. Vom BBZ NOK machten in diesem Jahr 65 Schüler Praktika auf Mallorca, in Helsinki und Budapest.

Juliana Strock entdeckte die Unterschiede von spanischen und deutschen Konsumenten: Spanier haben ein anderes Bewusstsein für den Wert von Fleisch als hochwertiges Lebensmittel. Sie schätzen den Rohstoff: „Hausfrauen kaufen dort noch ein halbes Schwein und verarbeiten wirklich alle Teile zu Lebensmitteln.“ Juliana Strock eignet sich Wissen rasant an: Nach drei Wochen in Palma sprach sie ganze Sätze auf Spanisch. „Ich hatte die Sprache in der Schule“, erzählt die Abiturientin. Die Fähigkeiten der Azubi überzeugten. Der Betriebschef bot ihr zum Schluss eine Stelle an.

Der Weg nach der Gesellenprüfung ist offen

Das Fachwissen aus der dualen Ausbildung – einem Alleinstellungsmerkmal in der europäischen Ausbildungslandschaft - macht die angehende Fleischerin zur begehrten Fachkraft, ist sich Berufsschullehrerin Susanne Waschmann-Schleth sicher. Sie ermutigt Schüler, sich für die Ausbildung zu entscheiden: Fleischer sind als Fachkräfte begehrt. Welchen Weg Juliana Strock nach der Gesellenprüfung nimmt? „Vielleicht entscheide ich mich ganz anders.“ Ein Jahr in einem EU-Land arbeiten und dort Erfahrungen sammeln, ist Option vier.

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