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Rendsburg Tagesmütter befürchten Nachteile
Lokales Rendsburg Tagesmütter befürchten Nachteile
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14:59 01.07.2019
Von Sven Tietgen
Die Tagesmütter und einige ihrer eigenen Kinder trafen sich zum Austausch über das neue Kitagesetz auf der Bordesholmer Klosterinsel. Quelle: Sven Tietgen
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Bordesholm

30 ausgebildete Tagesmütter stehen derzeit in den Ämtern Achterwehr, Bordesholm und Molfsee für die Betreuung von Kleinkindern zur Verfügung. Bis zu fünf Steppkes können die Tagespflegepersonen, so der amtliche Ausdruck, bei sich zu Hause aufnehmen. Fast immer sind die Tagesmütter ausgebucht, besonders im Amt Molfsee ist die Nachfrage enorm, berichtet Maike Jacobsen von der Vermittlungsstelle für Kindertagespflege der Diakonie Altholstein. In allen Ämtern werden noch Tagesmütter und auch -väter gesucht. „Viele Eltern von Kleinkindern schätzen den familiären Anschluss, die Flexibilität in der Betreuung und die Zuverlässigkeit der Tagesmütter“, erklärte Jacobsen.

Tagesmütter wollen bisherige Regelungen behalten

Seit dem Jahr 2013 bringt die Vermittlungsstelle Eltern von Kleinkindern mit den Tagesmüttern zusammen. Zudem werden über die Vermittlungsstelle Aus- und Fortbildungen angeboten. Die Betreuungsdetails regeln die Tagesmütter mit den Eltern. Das könnte sich mit dem neuen Gesetz ändern: Der Kitagesetzentwurf sieht vor, dass vertragliche Vereinbarungen zukünftig zwischen dem zuständigen Kreis und den Eltern getroffen werden. „Das kann nicht angehen, wir sind freiberuflich und selbstständig tätig und wollen wie bisher die Regelungen mit den Eltern selbst treffen“, sagte Marion Reese bei einem Treffen der Tagesmütter in Bordesholm.

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Angst vor Abstrichen bei Honorar und Urlaubsansprüchen

Bislang gibt es einen Anspruch auf 20 bezahlte Urlaubstage, in dem Entwurf soll diese Regelung wegfallen, führte Marion Reese weiter aus. Zudem soll es weniger Geld geben, unter den Frauen kursieren Sätze zwischen 4,50 und 4,70 Euro für die Betreuungsstunde. Außerdem sollen Eltern kein Essensgeld mehr bezahlen müssen. „Wir haben Angst, dass dies alles umgesetzt wird“, erklärte Melanie Bustorf. Einige Tagesmütter denken bereits ans Aufhören. „Das Risiko ist ja bei uns als Selbstständige, wenn wir krank werden und die Kinder nicht betreuen können, haben wir gleich einen Verdienstausfall“, sagte die Negenharrierin.

Maike Jacobsen kann die Ängste und Befürchtungen der Tagesmütter verstehen. „Die Kalkulation für die Tagesmütter muss stimmen“, sagte die Mitarbeiterin der Diakonie Altholstein. Bislang gibt es eine Kofinanzierung für die Tagesmütter, je ein Euro pro Betreuungsstunde fließen vom Kreis und von den Gemeinden der betroffenen Eltern. Die Kommunen geben das Geld gern: Eine Betreuung bei Tagesmüttern kostet die Gemeinden deutlich weniger als die Unterbringung in Kitas. Die Kindertagespflege gilt außerdem als sinnvolle Ergänzung zu den Kitas. Während die Betreuungszeit zwischen Eltern und Tagesmüttern flexibel ausgehandelt wird, ist der Aufenthalt in der Krippe an allen Tagen und meist sieben Stunden verpflichtend.

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Hans-Jürgen Jensen 01.07.2019
Sven Janssen 01.07.2019
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