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Rendsburg Bürger wollen "böllerfreie" Klosterinsel
Lokales Rendsburg Bürger wollen "böllerfreie" Klosterinsel
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19:11 03.11.2019
Von Frank Scheer
13 Familien aus Alt-Bordesholm setzen sich für eine "böllerfreie Klosterinsel" in Bordesholm ein. Im vergangenen Jahr hatte eine Feuerwerksbatterie einen Brand ausgelöst. Quelle: Frank Peter
Bordesholm

Heiß und kalt gleichzeitig wird Ulrike und Christoph Fischer, die am Lindenplatz 4 wohnen, wenn sie an Silvester 2018 zurückdenken. „Um kurz nach Mitternacht ist durch das unsachgemäße Zünden einer Raketenbatterie unser hölzerner Anbau und die Hecke zur benachbarten Wohnanlage in Brand geraten“, erzählen die Fischers.

Weil Anlieger schnell reagiert hätten und die Feuerwehr schnell zur Stelle gewesen sei, habe Schlimmeres verhindert werden können. „Es blieb bei Sachschäden. Die Elektrik der Werkstatt war kaputt, die Hecke konnte ersetzt werden. Ein Versicherungsfall. Aber nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Fassade aus Styropor der Wohnanlage sich entzündet hätte“, berichtete Christoph Fischer.

Viele Städte mit historischen Bauten haben Schutzzonen

Nahezu alle Gebäude um die Klosterkirche – die Wohnhäuser, das Klosterstift mit Pflegeheim, das Gemeindehaus mit Reetdach, aber auch Domizile in der Wildhofstraße mit Pastorat oder in der Kirchhofsallee das Reetdachhaus oder das Alte Kreishaus in der Heintzestraße – sind in ganz besonderem Maße schützenswert, stellten Fischer, aber auch Nils Claussen, Kulturbeauftragter der Gemeinde, und Reinhard Koglin, Vorsitzender des Kulturvereins, in einem Gespräch heraus.

Um Kirchen, Altenheime und Reetdachkaten gilt bereits gesetzlich eine 200-Meter-Schutzzone. „Warum kann man so etwas nicht für den gesamten Bereich anordnen?“, fragt sich Fischer. „Wenn man sich so viele Gedanken über die Zukunft der zusammengebrochenen Linde machen kann, dann kann man auch mal über eine Schutzzone nachdenken“, fügt er hinzu. Einer Gemeinde, die sich Erholungsort nennt, täte es gut. Viele Städte mit historischer Bausubstanz, zum Beispiel Konstanz oder Goslar, erlassen solche Schutzzonen, in der jegliches Knallen keine Ordnungswidrigkeit, sondern dann eine Straftat ist.

Fischer spricht sich sogar für Verbot in ganz Bordesholm aus

Fischer würde sogar ein generelles Verbot für Bordesholm befürworten. Viele Menschen und Tiere mögen das Knallen überhaupt nicht, man könnte in puncto Umweltbelastungen mit gutem Beispiel vorangehen. Nach Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe werden in Deutschland zum Jahreswechsel innerhalb weniger Stunden 5000 Tonnen Feinstaub freigesetzt – das entspricht 17 Prozent der jährlich durch den Autoverkehr freigesetzten Menge.

So weit wollen Nils Claussen und Reinhard Koglin nicht gehen. Aus ihrer Sicht reicht eine Schutzzone für die Klosterinsel. Die müsse dann aber auch überwacht werden, Verstöße müssten geahndet werden. „Trotz der Anordnungen für Reetdachhäuser wurde in den vergangenen Jahren viel Feuerwerk auch in Alt-Bordesholm gezündet.“ Die amtlichen Bekanntmachungen, in denen das steht, würden von kaum jemandem gelesen, sagt Koglin. Aus seiner Sicht werden auch die immer leistungsstärkeren Feuerwerksbatterien zum Problem: „Einmal anzünden, und dann kommen 100 bis 200 Schuss in Minuten da raus.“

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