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Rendsburg Anlieger befürchten neues Baumonster
Lokales Rendsburg Anlieger befürchten neues Baumonster
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14:33 06.06.2019
Von Frank Scheer
Helmut Berger (stehend), langjähriger FDP-Gemeindevertreter, bringt in der Bauausschusssitzung die Sorgen der Anlieger in der Haidbergstraße auf den Punkt: Man möchte kein zweites Baumonster. Quelle: Frank Scheer
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Bordesholm

Bei dem 3000 Quadratmeter großen Grundstück handelt es sich um das Areal direkt an der Ecke Haidbergstraße/Alte Landstraße. Beim Vorbesitzer Günter Lange handelte es sich um den verstorbenen und in Bordesholm bekannten Naturschützer, der über Jahre das Areal zu einem Paradies für Amphibien mit einem riesigen Teich gemacht hatte. Der Naturschutzfreund hatte vor Jahrzehnten auch die Idee für den Froschzaun entlang der Alten Landstraße und ist 2015 von der Gemeinde mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet worden.

Projektdetails werden in Bordesholm am 13. Juni bekannt

Was Investoren auf dem Grundstück konkret realisieren wollen, das wird am Donnerstag, 13. Juni, ab 19 Uhr im Rathaus vorgestellt. Der Kieler Architekt Harald Krüger hat bei einer Anfrage vor zwei Wochen mitgeteilt, dass man optisch von einem kleinen "Bergdorf", das sich die Hanglage einpasse, sprechen könnte. Das Ensemble solle aus Holz errichtet werden. Als moderne Wohnform, auch generationsübergreifend, titulierte er sein Projekt. Mehr wolle er aber vor dem Workshop nicht verraten. Der Planer selbst wird ein Modell mitbringen und den Dialog mit den Einwohnern suchen. Details darüber, wie viele Wohneinheiten geplant sind, verriet er aber nicht.

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Anlieger fordern eine erträgliche Objekthöhe

"Das Projekt ist schon ein bisschen größer", betonte Jörg Niedersberg (CDU). Deshalb habe man ja auch die Beteiligung der Öffentlichkeit so frühzeitig angesetzt. Seinen Worten zufolge ist überhaupt noch nichts von den Gremien beschlossen worden. "Wir brauchen kein neues Baumonster", fasste Anlieger-Sprecher Helmut Berger die Sorgen zusammen. Die Nachbarschaft befürchte ein Objekt mit 16 bis 18 Einheiten. "Wir fordern eine erträgliche Höhe des neuen Projekts, das sich in die Umgebung einpasst", machte der langjährige FDP-Gemeindevertreter deutlich. Die Gemeinde wollen auch eine "angemessene Bebauung", versicherte Niedersberg. Und er fügte hinzu: "Wir sind nicht ihre Gegner."

BUND Bordesholm hat keine Anzeige erstattet

In einer Potenzial-Analyse für die Innenbereichsverdichtung gehört dieses Grundstück zu den "schützenswerten Ensembles" im Ort. Von 100 in der Expertise genannten Grundstücken gehört das Lange-Areal zu den sieben, auf denen eigentlich keine Verdichtung stattfinden sollte. Nach dem Abriss des ehemaligen Wohnhauses im Frühjahr ist vom idyllischen Lebensraum für Amphibien nichts mehr zu sehen. Wegen der massiven Abholzung auf dem Grundstück wollte der BUND-Bordesholm ursprünglich eine Anzeige erstatten, hat dann aber davon abgesehen. "Aus unserer Sicht ist da mehr gefällt worden als erlaubt. Aber einen Beweis konnten wir nicht liefern", so die BUND-Vorsitzende Maike Brzakala.

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