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Rendsburg Am Eschenkamp nervt der Lärm der B76
Lokales Rendsburg Am Eschenkamp nervt der Lärm der B76
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07:00 23.08.2018
Von Torsten Müller
Leiden unter der Lärmbelastung vom Olof-Palme-Damm: Sabine Kyber und Olaf Stockkamp im Eschenkamp in Kronshagen mögen sich kaum noch auf der Terrasse aufhalten. Der Verkehr auf der Bundesstraße 76 und damit die Geräuschkulisse haben nach der Wahrnehmung des Paares deutlich zugenommen. Quelle: Torsten Müller
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Kronshagen

In der Gemeindevertretung am Dienstagabend appellierte die Anwohnerin an Politik und Verwaltung, gemeinsam etwas gegen die „unerträgliche Lärmbelastung“ durch die B76 (Olof-Palme-Damm) zu tun.

Laut Lärmaktionsplan der Gemeinde hat die Belastung in Kronshagen abgenommen

Wenn man auf der Terrasse des Paares sitzt und im neuesten Entwurf des Lärmaktionsplans der Gemeinde liest, könnte man glauben, dass der Eschenkamp nicht zu Kronshagen gehört. Laut des Plans hat der errechnete Lärm durch die Tempo-Reduzierungen auf den Straßen innerörtlich erheblich abgenommen. Zudem ist auf den von der Stadt Kiel angefertigten Lärmkarten im Bereich Eschenkamp, Am Gartenheim und Hufenkamp gar kein Lärmproblem zu erkennen.

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Anwohner im Eschenkamp fühlen sich im Garten wie an der Autobahn-Raststätte

„Bei offenem Fenster zu schlafen, ist gar nicht möglich. Spätestens um 5.30 Uhr weckt uns der Autolärm“, ärgert sich Sabine Kyber. Ihre Eltern haben das Haus 1969 gebaut. Damals sei der Eschenkamp der reinste Erholungsort gewesen. „Jetzt kann ich im Garten nicht mal mit dem Handy telefonieren, weil es so laut ist“, sagt sie. Auch auf das abendliche Grillen im Freien verzichtete das Paar. „Das wäre wie an der Autobahn-Raststätte gewesen“, sagt Olaf Stockkamp.

Eine Lärmschutzwand gibt es nicht

Das Paar fühlt sich gleich durch zwei Abschnitte der auf Kieler Seite autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraße belastet: einerseits durch den an den Eschenkamp angrenzenden Bereich zwischen Eichhof und Kronshagener Weg sowie durch den anschließenden Bereich bis zur Auffahrt der Autobahn 215. „Der Wind bläst die Reifengeräusche zu uns“, sagt sie. Es gibt nur einen Wall, aber ohne zusätzliche Lärmschutzwand.

Gemeinde legte Aktionsplan komplett in den Ferien aus

In dem durch die EU veranlassten Lärmaktionsplan sieht Sabine Kyber eine Chance, gemeinsam mit der Gemeinde die Lebensbedingungen nicht nur innerorts, sondern auch in den belasteten Bereichen am Rand zu verbessern. „Der jetzige Plan spiegelt den Ist-Zustand nicht wieder. Wir brauchen belastbare Werte“, sagt sie. Unverständlich ist für das Paar, dass die Gemeinde den Plan-Entwurf komplett in der Ferienzeit ausgelegt habe.

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