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Rendsburg Ausbleibende Zustellung im Kieler Umland
Lokales Rendsburg Ausbleibende Zustellung im Kieler Umland
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18:02 24.05.2019
Von Florian Sötje
Christian Giebner aus Kronshagen hat schlechte Erfahrungen mit den Paketlieferungen des Anbieters DPD gemacht. Quelle: Florian Sötje
Kronshagen

Immer wieder gibt es Beschwerden von Bürgern aus dem Kieler Umland über tagelang ausbleibende Post. Die Briefkästen bleiben leer. Die Deutsche Post entschuldigt sich über ihren Pressesprecher, verweist aber auf die hohe Quote der erfolgten Zustellungen. Johanna Cwielong aus Bordesholm beschwerte sich bereits vor einem Jahr über "die katastrophalen Zustände der Postzustellung". In diesem Februar begann sie, die Fälle zu dokumentieren.

Wichtige Briefe brauchen bis zu einer Woche für den Weg in den Briefkasten

Mitte Februar benötigten zwei Standardbriefe einer Versicherung sechs sowie sieben Tage, bis sie den Weg in ihren Briefkasten fanden. Ein Brief eines Speditionsunternehmens mit einem Zustelltermin für ein Möbelstück brauchte vier Tage, den Termin verpasste Johanna Cwielong damit. Ein "Prio"-Brief, bei dem die Post eine höhere Wahrscheinlichkeit schneller Zustellung verspricht, landete ebenfalls erst nach vier Tagen im Briefkasten. "Wenn es wichtige Sachen betrifft, dann beginnt es mich richtig zu ärgern", sagt Cwielong.

Seit Ende April sei die Situation wieder extremer geworden, sagt sie. Nach der Eröffnung eines Kontos wartete sie sieben Tage auf die Unterlagen der Bank, auf die rechtzeitige Zustellung von Eintrittskarten für ein Fußballspiel vergeblich. "Die Zusteller können nichts dafür. Die sagen, sie seien unterbesetzt", sagt Cwielong. Natürlich erwarte sie nicht jeden Tag Briefe. Aber dass diese an bestimmten Tagen schwallartig den Briefkasten fluten und teilweise fünf Tage unterwegs waren, spreche für sich. "Ich erwarte keine Entschädigung, aber ich fordere umgehend die Abstellung dieser katastrophalen Zustände und eine Stellungnahme", sagt Cwielong.

Edeltraud Schmidt aus Melsdorf ärgert sich auch über die Post. Von Ende April bis zum 7. Mai blieb bei ihr der Briefkasten leer. Der Nachbarin sei es genauso gegangen. Edeltraud Schmidt und ihr Ehemann haben neben den Kieler Nachrichten eine weitere Tageszeitung abonniert, die von der Deutschen Post geliefert wird. In dem Zeitraum blieb die Lieferung aus, viel Papier für die Tonne. "Wir haben auch auf einen Brief vom Rechtsanwalt gewartet. Ärgerlich, wenn man auf solche Post wartet", sagt Schmidt.

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Deutsche Post entschuldigt sich und gelobt Besserung

"Leider haben wir in den Zustellgebieten in Melsdorf und Bordesholm in den zurückliegenden Monaten nicht durchgehend unsere übliche Qualität anbieten können. Das tut uns leid und dafür möchten wir uns entschuldigen. In beiden Bereichen hatten wir zeitweise einen sehr hohen Krankenstand und deutlich erhöhte Sendungsmengen", sagt Hans-Christian Mennenga, Leiter der Post-Pressestelle Nord. Man habe Maßnahmen ergriffen, Abläufe optimiert, erfahrenes Personal versetzt, um die Situation zu verbessern.

Mennenga verweist aber auch auf die 8400 Beschwerden bei der Bundesnetzagentur, die 2018 über die Post eingingen. Diese lägen "nicht mal mehr im „Promillebereich“ in Bezug auf ein Sendungsvolumen von mehr als 19 Millionen Paketen und Briefen im vergangenen Jahr.

Verbraucher können sich über verschiedene Wege beschweren

Seinem Ärger Luft machen kann man nicht nur über die Bundesnetzagentur, sondern auch über die Social-Media-Kanäle der Unternehmen oder seit nicht allzu langer Zeit bei der Verbraucherzentrale über die Internetadresse www.post-aerger.de.

"Der Postmarkt ist aus Sicht der Verbraucherzentrale ein Problemfeld. Wir erhalten regelmäßig aus dem Kieler Umland und ganz Schleswig-Holstein in zunehmendem Maße Beschwerden über ausbleibende und verspätete Zustellung", sagt Vivien Rehder, Pressesprecherin der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Für Betroffene sei das sehr ärgerlich und führe immer wieder zu Problemen, etwa wegen versäumter Zahlungsfristen bei Rechnungen.

Keine Sanktionsmöglichkeit für Verbraucher

"Da die Post für Briefe nur eine Regellaufzeit angibt, haben Verbraucher leider keine Sanktionsmöglichkeit in solchen Fällen", ergänzt Rehder. Wollten die Verbraucher sicherstellen, dass ein Brief zuverlässig und fristgerecht ankomme, bliebe ihnen nur das vergleichsweise teure Einschreiben, das bis zu 4,65 Euro Aufpreis zusätzlich zum Porto koste.

Immer wieder gebe es auch Beschwerden über die Paketzustellung. Christian Giebner aus Kronshagen hat seine Erfahrungen mit dem Paketdienstleister DPD gemacht - zumeist schlechte. "Wenn es beim ersten Zustellversuch in drei von zehn Fällen klappt, bin ich schon froh", sagt Giebner. Ein Fall in der Woche vom 29. April bis zum 3. Mai "schlage dem Fass aber den Boden aus".

Vergebliches Warten auf DPD-Lieferung

Da er verschiedene Bestellungen erwartete, arbeitete Giebner zu Hause. Dreimal, am Dienstag, Donnerstag und Freitag, versprach der Dienstleister DPD das Paket zu liefern. Dreimal kam die Nachricht per Sendungsverfolgung, Giebner sei nicht zu Hause angetroffen worden, obwohl er dort saß und wartete.

Nach dem zweiten Fehlversuch hatte sich Giebner "auf allen Kanälen, die DPD anbietet: Telefon, Mail und Facebook" beschwert. Am Samstag kam dann das Paket. Giebners Frau hatte ebenfalls die ganze Woche auf Pakete gewartet. Die kamen nicht. "Da kassiert DPD Geld für nicht erbrachte Leistung und der Kundenservice ist alles, jedoch weder kunden- noch serviceorientiert", sagt Giebner.

"Wir bedauern sehr, dass die Paketzustellung nicht geklappt hat. Grundsätzlich ist jeder Zusteller zu einem persönlichen Zustellversuch an der Haustüre des Empfängers verpflichtet", sagt DPD-Pressesprecher Peter Rey zu dem Fall. Auch Rey verweist auf die zufriedenen Kunden: Täglich kämen mit DPD bis zu zwei Millionen Pakete zuverlässig an. Tausende Paketempfänger nutzten täglich die digitale Servicebewertung in der DPD App. Die Paketzustellung werde dabei aktuell mit durchschnittlich vier von fünf möglichen Sternen bewertet.

Beschwerden sollten möglichst gut dokumentiert sein

Die Beschwerde über Zustellungen bei Paketen sei ebenso wie bei den Briefen ein "Dauerbrenner", sagt Vivien Rehder von der Verbraucherzentrale. Das ziehe sich durch verschiedene Anbieter wie DHL, DPD oder Hermes. "Wenn ich eine bezahlte Dienstleistung in Anspruch nehme, erwarte ich, dass das klappt", sagt Rehder. Sie rät bei Beschwerden über Verbraucherzentrale oder Bundesnetzagentur: "Je besser die Probleme dokumentiert sind, desto wirkungsvoller können die Verbraucherschützer dagegen vorgehen."

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