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Rendsburg Nach Prüfung: Badeinsel bleibt im See
Lokales Rendsburg Nach Prüfung: Badeinsel bleibt im See
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19:06 12.08.2019
Von Sven Janssen
Oliver Heyn (links) aus Bordesholm und Berit Jehan aus einem Vorort von Paris mögen den Schwimmponton. Quelle: Sven Janssen
Schierensee

Raus oder rein, das ist in Gemeinden im Moment die große Frage, nicht nur, wenn es um die Badeinseln an den unbewachten Badeseen geht. Auch Wasserrutschen und Stege sind betroffen.

Badeinseln nur mit Aufsicht

Ein Urteil des Bundesgerichtshofes und ein Hinweis des Kommunalen Schadenausgleichs (KSA), dem Versicherer der Gemeinden, hat dazu geführt, dass einige Gemeinden wegen des Haftungsrisikos ihre Badeinseln aus dem Wasser gezogen haben.

Badestege, Sprungtürme, Badeinseln, Wasserrutschen würden nicht nur das Vergnügen vergrößern, sondern auch die Risiken erhöhen. Im Hinweis des KSA heißt es: „Sprung- und andere Einrichtungen wie Badeinseln bringen ein hohes Verletzungs- und Ertrinkungsrisiko mit sich. Solche Risiken sind nur beherrschbar, wenn der Betrieb beaufsichtigt wird. Ist keine Aufsicht da, bleibt nur der Rückbau von Badestegen, Sprungtürmen, Insel sowie Rutschen übrig.“

Gemeinde sieht geringes Risiko

„Es gibt hier seit Jahrzehnten eine Badestelle. Früher an anderer Stelle gab es sogar einen Sprungturm mit einem Ein- und Dreimeterbrett“, sagt Schierensees Bürgermeister Manfred Kaiser. Mit einem Kiosk, einer Wasserrutsche und dem Schimmponton, ist die Badestelle eine der beliebtesten in der Umgebung.

„Daran werden wir nichts ändern“, sagt Kaiser. Es sei die Regulierungswut der Deutschen, die diese Diskussion ausgelöst habe. Die sei im Übrigen eher akademisch. „Das tatsächliche Risiko sehe ich als verhältnismäßig gering an“, so Kaiser. Rückendeckung bekäme er vom „Rechtsexperten“ der Gemeinde. Mit Professor Haimo Schack hat die Gemeinde einen ehemaligen Oberlandesrichter und Zivilrechtler in der Gemeindevertretung.Der Versicherungsschutz ist gewährleistet

„Das Haftungsrisiko ist über den KSA abgesichert“, so Kaiser. Das bestätigt auch KSA-Geschäftsführer Mathias Banck: „Der Versicherungsschutz ist gewährleistet, das strafrechtliche Risiko bleibt aber, weil Badeunfälle unter Umständen strafrechtliche Konsequenzen für die Verantwortungsträger nach sich ziehen können.“

Nach der Badesaison kommt der TÜV

„Als Verwaltung haben wir der Gemeinde empfohlen, den Schwimmponton zu entfernen“, sagt Bauamtsleiter Jan Evers vom Amt Molfsee. Das sei das Ergebnis einer rechtlichen Überprüfung und nach Rücksprache mit dem KSA. Der Empfehlung ihrer Verwaltung folgt die Gemeinde nicht. „Ich habe mich mit meinen Stellvertretern abgesprochen, und wir haben entschieden, dass alles bleibt, wie es ist“, sagt der Bürgermeister. Nach der Badesaison, wenn der Ponton wieder an Land geholt wird, werde man den TÜV beauftragen, die Sicherheit der Badestelle zu überprüfen. Gäbe es keine Beanstandungen, sehe er auch keinen Grund an der Badestelle etwas zu ändern.

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