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Rendsburg Kulturpflanzen brauchen Pflege
Lokales Rendsburg Kulturpflanzen brauchen Pflege
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17:05 25.01.2020
Von Beate König
Die Bäume der Streuobstwiese an der Emkendorfer Straße wurden nach 17 Jahren in einer Gemeinschaftsaktion geschnitten, Kay Zaddach (links) und Friedrich Wichmann nahmen abgesägte Zweige aus einem Apfelbaum in Empfang. Quelle: Beate König
Groß Vollstedt

17 Obstbäume wachsen auf der im Jahr 2000 angelegten, 4000 Quadratmeter großen Ausgleichsfläche am Emkendorfer Weg. Vor 17 Jahren erhielten die alten Sorten den ersten Pflegeschnitt. Nach der Kommunalwahl 2018 stellten die Gemeindevertreter bei der Bestandsaufnahme der gemeindlichen Flächen Wildwuchs auf der Streuobstwiese fest, bei der Anwohner zuletzt vor fünf Jahren Baumpflege probiert hatten.

Kulturpflanzen brauchen Pflege

Obstbäume sind keine Wild-, sondern Kulturpflanzen, sie bedürfen der Pflege“, entschied Bürgermeister Thorsten Ladewig. Die Gemeinde lud Helfer zur ersten Baumschnittaktion ein, 18 Freiwillige kamen. Bevor sie Scheren, Astscheren und Sägen ansetzten, informierten Burkhard Roese und Albert Bork vom Verein Alte Obstwiese Neumünster über Obstbaum-Wachstum, gaben Hinweise zur Blatt- und Blütenknospenbestimmung und zum sicheren Einsatz der Werkzeuge. Anwohner Volker Schirrmacher-Plautz hatte als Initiator die ehrenamtlichen Baumkenner eingeladen.

Pyramidenförmiger Schnitt

„Verabschieden Sie sich von der Idee, Baumschnitt ist in einem Jahr abgeschlossen,“ erklärte Albert Bock vom Verein Alte Obstwiese Neumünster. „Dafür braucht man im Schnitt vier Jahre.“ Er empfahl einen pyramidenförmigen Schnitt zum höchsten Punkt senkrecht über der Stammverlängerung.
Mit dem Kürzen der tieferen Äste werde die „Saftwaage“ in den Nährstoff führenden Leitbahnen im Stamm beabsichtigt.

Parallele Äste: Einen absägen

„Bei dicht nebeneinander parallel stehenden Ästen sollte einer abgesägt werden. Sie nehmen sich gegenseitig Licht und Luft. Schattenwurf führt zu geringerem Ertrag.“ Ein Wachstumsstopp nach oben werde durch das Kappen der höchsten Stelle erzielt.

Wasserreiser ohne Blüten

„Eigentlich können Sie nichts verkehrt machen, Schnitte können im nächsten Jahr korrigiert werden“, ermutigte Ehrenamtler Burkhard Roese. „Nur nicht zu viel auf einmal wegnehmen.“ Dann schießen senkrecht sogenannte Wasserreiser aus Astrücken himmelwärts, die keine Blüten tragen.

Ertragsdauer verlängern

Damit ein besonders struppiges Apfel-Exemplar die durchschnittliche Ertragsdauer von 40 bis 60 Jahren erreicht, rückten die Ehrenamtler gemeinschaftlich zur Baum-Intensiv-Kur an: Zweiterteams teilten sich die Arbeit: Ein Baumpfleger stand in der Krone, einer lenkte aus ein paar Metern Abstand den Ansatz der Schnittwerkzeuge. „Von unten sieht man besser, wie der Schnitt geplant werden sollte,“ hatte Burkhard Roese geraten.

Bestand erhalten

Anwohner des Emkendorfer Wegs hatten vor 20 Jahren in Abstimmung mit der Gemeinde alte Sorten von Birnen-, Apfel- und Pflaumenbäumen in Süderbrarup gekauft und gepflanzt, berichtete Volker Schirrmacher-Plautz. „Wir wollen den Bestand erhalten“, war für ihn und seinen Nachbarn Gisbert von Stülpnagel das Motiv, um beim Baumschnitt mit anzupacken. Das Obst wird von Anwohnern geerntet, 2019 wurden 1500 Liter Saft gepresst. Wildschweine und Fasane fressen das Fallobst.

In Zukunft könnten Baumpaten die Pflege der Obstbäume übernehmen. Bürgermeister Ladewig: „Wir haben hier engagierte Bürger.“

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