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Rendsburg „Akt der Gewalt gegen Natur und Mensch“
Lokales Rendsburg „Akt der Gewalt gegen Natur und Mensch“
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08:11 20.03.2019
Heftige Kritik an Baumfällungen: Petra Beermann von der Buchhandlung Korth ist enttäuscht dass die über 50 Jahre alte japanische Zierkirsche, deren Blütenpracht viel bewundert wurde, gefällt wurde. Quelle: Sven Janssen
Kronshagen

Vor gut einem Monat sind am Bahnhof und im östlichen Bereich der Wiese vor der Ladenzeile Bäume gefällt und Gehölze entfernt worden.

Dass es bei dem Thema Baumfällungen in Kronshagen nicht um reine Sachfragen, sondern auch sehr um die emotionale Ebene ging, wurde schnell deutlich. Während die Gemeinde in einem Informationsschreiben von Auslichtungsmaßnahmen schreibt, spricht Protestler Dieter Leptien von Begriffen wie Gemetzel oder Kettensägen-Massaker im Zusammenhang mit den Fällungen. „Ich bin auch einen Monat später noch immer aufgebracht und traurig“, sagte er. Besonders die mehr als 50 Jahre alte Zierkirsche, die vor der Buchhandlung Korth abgeholzt wurde, sei Stein des Anstoßes. Dass diese in der Lebenserwartung eingeschränkt gewesen sein soll, sei Blödsinn. Er unterstellte, dass der Gutachter nur bescheinigt habe, was die Gemeinde wollte.

Heftige Kritik an Baumfällungen bringt Bürgermeister in Bedrängnis

„Das Gutachten ist kein Gefälligkeitsgutachten“, sagte Bürgermeister Ingo Sander. Der Gutachter sei Experte, auf den Sachverstand müsse sich die Gemeinde verlassen. „Für alle Bäume gab es von der Unteren Naturschutzbehörde Fällgenehmigungen“, sagte Sander. Zudem habe er kein Interesse, viele Bäume zu fällen. „Der Klimaschutz ist heute überall Thema, da beweist die Gemeinde mit der Fällaktion wenig Fingerspitzengefühl“, sagte Christoph Simonis. Für die Gartenstadt Kronshagen fehle ein Konzept. Erst Kahlschlag machen, um dann alles wieder zu erneuern, sei keine gute Lösung. „Es gibt ein Konzept für den Ortskern, das seit Jahren mit viel Bürgerbeteiligung diskutiert wird“, sagte Sander. Er hätte sich bei den vielen Aufrufen sogar gewünscht, dass noch mehr Bürger zu den Veranstaltungen gekommen wären.

„Gibt es denn noch Möglichkeiten, etwas zu ändern?“, wollte Sylvie Boosen wissen. „Der Ortskern ist Sanierungsgebiet, und die gesamte Maßnahme wird zu Zweidritteln vom Land gefördert, was besonders attraktiv ist“, erklärte Sander. Bezüglich der Südseite seien Entscheidungen schon bis ins Detail getroffen. Diese zu verändern, bedeute ein mögliches Aus für die Förderung.

Heftige Kritik an Baumfällungen von Gärtnermeisterin

Die geplanten Bepflanzungen „mit Gräsern und ortsuntypischen Pflanzen“ solle man überdenken, sagte Boosen. „Die Pflanzen haben keinerlei Nutzwert, ohne den Pflegeaufwand zu steigern, wären heimische Alternativen möglich, von denen zusätzlich auch die Insekten profitieren“, schlug die Gärtnermeisterin vor. „Darüber sollten wir reden“, sagte Sander und bot an, die Bepflanzungspläne zur Verfügung zu stellen, damit sie Alternativen erarbeiten könne.

Hinsichtlich der geplanten Trampoline, der Wasserfontäne und auch des Wegenetzes in der Grünfläche machte Sander den Anwesenden wenig Hoffnung auf Änderung. Diese seien in den Beteiligungen von den Bürgern gewünscht und deshalb auch so geplant worden.

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Von Sven Jenssen

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