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Rendsburg Mit Blues eine Nische getroffen?
Lokales Rendsburg Mit Blues eine Nische getroffen?
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19:45 06.01.2014
Von Malte Kühl
Sänger Finn überzeugt durch seine Stimme. Bassist Stephan „Schnee“ Ehrngruber sorgt für die nötige Unterstützung, Quelle: Malte Kühl
Rendsburg

Finn Cocheroo & the Lofi-Few sind die Durchstarter in der Rendsburger Musikszene. In dieser Form gibt es die vier Musiker erst seit März letzten Jahres. Bei ihren ersten Auftritten hatten sie noch nicht mal einen Namen. Kurz nach Weihnachten spielten sie jetzt ihr erstes eigenes Konzert im Bullentempel in Rendsburg.

 „Ich hab mich echt tierisch darauf gefreut“, sagt Sänger Finn Kläschen. Ein bisschen Nervosität sei auch dabei gewesen, aber eigentlich nur weil er die Befürchtung hatte, dass niemand komme. „Ich meine, ich hätte auch vor 20 Leuten gespielt, aber das ist großartig.“ Der Bullentempel war voll, das Publikum in freudiger Erwartung.

 Trotz der wenigen Werbung, die im Vorfelde lief, waren über 150 Zuhörer in die Kneipe gekommen. Durch Mundpropaganda und einige Plakate versuchte die Band, auf sich aufmerksam zu machen. „In den letzten Monaten war viel Klinkenputzen angesagt“, sagt Kläschen. Es fehle in Rendsburg ein guter Musikclub als Forum für neue Bands.

 Viel Engagement müssen die vier Musiker in die Band stecken, die sich ungeplant gründete. Gitarrist Jürgen Meierdierks, Schlagzeuger Bernd Blumenstiel und Bassist Stephan Ehrngruber seien immer öfter zum Spielen im Probenraum in der Werkstatt des Vaters aufgetaucht, erzählt Finn Kläschen. Das Klima zwischen den Musikern passte, die Musik auch, irgendwann hieß es: Sind wir eigentlich eine Band? Ja, irgendwie schon.

 Finn Cocheroo & the Lofi-Few spielen nach eigener Beschreibung Blues’n’Roll bis Soul. Es gehören beispielsweise Got My Mojo Working von Muddy Waters oder Ain’t No Sunshine von Bill Withers in ihr Programm. „Die meisten Bands machen nur Rock-Musik. Aber vielleicht treffen wir mit Blues genau eine Nische“, sagt Jürgen Meierdierks. Eigene Songs sollen bald folgen.

 Aber die Musiknische hat auch Nachteile. „Ich habe lange keine Musiker gefunden, die dieselbe Musik spielen“, erzählt Sänger Finn. Mit seinen 23 Jahren sei er einfach zu jung. Ein glücklicher Zufall brachte ihn mit Gitarrist Jürgen zusammen. Er machte seit über zehn Jahren Musik mit Schlagzeuger Bernd Blumenstiel und Bassist Stephan Ehrngruber. Man sei dann einfach mit der Besetzung reingesprungen und wolle Finn nun mit dem passenden Sound unterstützen, witzeln die drei Musiker.

 Bekanntheit versucht die Band durch Guerilla-Gigs zu steigern. Kleine spontane Konzerte in Cafés oder Bars. Oft bekommen sie dabei eine sehr gute Resonanz. Mit Freude erzählen sie auch über ihren ersten großen Auftritt bei der Nord Art Eröffnung. „Wir haben ihn ein wenig ergaunert“, erzählt Jürgen Meierdierks mit einem Grinsen. „Ich kannte den Frontmann der Band, die eigentlich spielen sollte, und hab ihn gefragt, ob er uns eine Stunde abgibt.“ Der Auftritt traf nicht auf taube Ohren. Für die Nord Art-Preisverleihungen im September buchte Kurator Wolfgang Gramm sie dann ganz offiziell.

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