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Rendsburg Baracken existieren baurechtlich nicht
Lokales Rendsburg Baracken existieren baurechtlich nicht
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20:00 16.03.2018
Von Sven Janssen
Die Baracken neben den Bunkern in Jägerlust sind 1937 entstanden. Baurechtlich sind sie nicht existent, weil keine Baugenehmigung vorliegt. Quelle: Sven Janssen
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Felde

Für Strohbrück würde das Amt nur eine Baugenehmigung erhalten, wenn das Gebäude den umliegenden Bauten entspricht. „Dann ist es aber zu klein und würde maximal zehn Bewohnern Platz bieten“, sagte Amtsdirektor Joachim Brand. Die Errichtung eines so kleinen Gebäudes dürfte für den vorgesehenen Zweck unwirtschaftlich sein, so Brand. Die individuelle Planung und Ausführung sei erheblich teurer, als der eigentlich geplante Einsatz industriell gefertigter Module.

In Jägerslust klagt ein Nachbar gegen ein geplantes Reihenhaus

Noch schwieriger ist es in Jägerlust. Für ein Reihenhaus mit vier Wohneinheiten auf der Wiese neben dem Waldkindergarten hat das Amt bereits 2016 einen positiven Bauvorbescheid bekommen. „Es ist aber unsicher, ob sich das Bauvorhaben umsetzen lässt, weil vor dem Verwaltungsgericht Schleswig eine Klage dagegen anhängig ist“, sagte Brand. Ein Nachbar habe eingewandt, dass das geplante Gebäude nicht zu Wohnzwecken gebaut werden solle. Noch sei kein Verhandlungstermin anberaumt, und solange es keine Entscheidung gäbe, würden die Planungen ruhen.

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Auch der geplante Neubau auf den Fundamenten der ehemaligen Baracken des Arbeitslagers sei problematisch. „Man kann die Gebäude zwar sehen und anfassen, aber baurechtlich sind sie nicht existent“, sagte der Amtsdirektor. Der Kreis vertritt die Auffassung, dass die vier Gebäude neben den ehemaligen Bunkeranlagen in Ihrem Ursprung militärischen Zwecken dienten und als Militärbauten keinerlei Genehmigung durch staatliche Stellen besitzen.

Da die Gebäude ohne Baugenehmigung auf dem Papier aber nicht existieren, sei für einen Ersatzbau eine Baugenehmigung nötig. „Der Kreis ordnet das Gelände dem Außenbereich zu. Wir müssen davon ausgehen, dass uns in diesem Bereich keine Baugenehmigung erteilt wird“, sagte Bauamtsleiter Christian Jöhnk.

Amt sucht Flächen in anderen Gemeinden

Derzeit forsche das Amt nach Schriftstücken, aus denen sich vielleicht doch noch eine Genehmigung für die Bauten ergeben könnte. „Wir sind über jeden Hinweis dankbar“, sagte Amtsdirektor Brand. Da man zeitnah nicht mehr von einer Bebauung der eigenen Flächen ausgehe, aber ab 2020 dringend Unterkünfte gebraucht würden, will man sich jetzt an die amtsangehörigen Gemeinden wenden. Sie sollen aufgefordert werden, entsprechende Grundstücke auf ihren Flächen zu benennen, auf denen Gebäude für jeweils rund 20 Menschen entstehen könnten.

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