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Rendsburg Schlimme Schlaglochpiste wird saniert
Lokales Rendsburg Schlimme Schlaglochpiste wird saniert
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15:33 21.08.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Wegen der schweren Schäden auf der Landesstraße 125 wird der Verkehr schrittweise von Tempo 70 auf 30 km/h abgebremst. Staatssekretär Thilo Rohlfs zeigt die erste Probebohrung aus der Fahrbahn.  Quelle: Hans-Jürgen Jensen
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Bargstedt

Seit zwei Jahren gilt auf der viereinhalb Kilometer langen Strecke der Landesstraße 125 nach Bargstedt wegen der schweren Schäden Tempo 30 für alle. "Ein Stück weit Satire" nannte Thilo Rohlfs das am Mittwoch. Der Staatssekretär aus dem Wirtschaftsministerium war aus Kiel zum Start der Bohrungen angereist.

Bohrungen und Sondierungen

In den kommenden Wochen werden Techniker den Asphalt und den Untergrund der kaputten Straße, die auch nach Nortorf führt,  bis in eine Tiefe von fünf Metern erkunden, kündigte Niels Wittorf aus einem Lübecker Ingenieurbüro an. Sechs bis acht Bohrungen und zehn bis zwölf Sondierungen sind dazu nötig, erklärte er. Den ersten rund 25 Zentimeter dicken Bohrkern entnahm Thilo Rohlfs am Mittwoch aus dem Asphalt.

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Sieben Methoden für die Sanierung

Noch ist unklar, wie die Straße saniert wird. Sieben denkbare Varianten zählte Wittorf auf, etwa einen großflächigen Bodenaustausch, eine von Säulen getragene neue Straße, mächtige Stahlkonstruktionen unter der erneuerten Fahrbahn oder ein über die Torfschicht ausgebreitetes Geogitter als Untergrund für die Straße. Wittorf rechnet mit Kosten von drei bis sechs Millionen Euro.

Ein Geogitter für die Landesstraße 125?

Der Ingenieur bevorzugt ebenso wie der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr das Geogitter. Damit sei die Sanierung voraussichtlich in einer Bausaison von März bis Oktober zu schaffen. Wesentlich länger würde die übliche Methode mit einem großflächigen und tiefgreifenden Bodenaustausch dauern, erklärte Matthias Forster, Regionaldezernent in der Landesstraßenbauverwaltung. Sie wäre auch die teuerste Lösung.

Nach welchem Verfahren das Land die Straße neu bauen lässt, ist derzeit den Angaben zufolge noch völlig offen. Hinweise sollen die Bodenuntersuchungen geben. Die Entscheidung falle Mitte nächsten Jahres, wenn die Ergebnisse vorliegen.

"Sanierung der L 125 in zwei Jahren"

"Wir wollen kostengünstig und dauerhaft bauen", gab Matthias Forster als Ziel vor. Eine hundertprozentige Lösung werde es wegen der teils mehr als vier Meter dicken Torfschicht nicht geben. Er rechne mit einem 90-prozentigen Ergebnis. Das heißt, die neue Straße werde voraussichtlich rund 30 Jahre halten. 2021 solle der Bau beginnen, kündigte Staatssekretär Rohlfs an.

Strecke nach Nortorf kommt später

Auch der nach Nortorf führende Teil der Landesstraße 125 weist schwere Schäden auf. Diesen Teil der Strecke wolle das Land zu einem späteren Zeitpunkt sanieren, kündigte Rohlfs an. Er begründete das mit knappen Ressourcen und einem Mangel an Fachkräften. Außerdem solle die Baustelle nicht unnötig lang sein.

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Hier sehen Sie Bilder von der Schlaglochpiste.
21.08.2019
Hans-Jürgen Jensen 21.08.2019
Sven Tietgen 21.08.2019