Bauausschuss in Bordesholm stimmte Abriss in der Bahnhofstraße zu
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Rendsburg Knappe Mehrheit für weiteren Abriss
Lokales Rendsburg Knappe Mehrheit für weiteren Abriss
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14:46 20.05.2020
Von Frank Scheer
Mit einer knappen Mehrheit hat der Bauausschuss in Bordesholm dem Abriss des Gebäudes in der Bahnhofstraße 59 zugestimmt. Quelle: Frank Scheer
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Bordesholm

Konkret behandelte der Bauausschuss eine Bauvoranfrage für das Grundstück in der Bahnhofstraße 59. Das Projekt wurde öffentlich beraten, weil es sich um eine "ortsbildprägende Veränderung in Zentrumsnähe" handelt. Der Antrag von Niklas Heesch (FDP) auf eine nicht öffentliche Beratung lehnten die anderen Fraktionen ab. Nach kontroverser Debatte stimmten CDU, FDP und UWB dem Bauvorhaben mit fünf Stimmen zu, vier Vertreter von SPD und Grünen votieren dagegen.

Parkplatz direkt an der Straße

Das leerstehende Gebäude soll abgerissen werden. Stattdessen ist auf dem sehr schmalen 1029 Quadratmeter großen Areal ein Parkplatz für neun Autos an der Straße, dahinter eine eingeschossige Praxis und im Gartenbereich ein Doppelhaus geplant. Das bestehende Gebäude sei nicht ortsbildprägend und kein Hingucker. "Der bauliche Zustand ist katastrophal", begründete der Architekt Ralf Dieter Ladwig. Aus seiner Sicht habe die neue Planung keine Auswirkungen auf die bestehende  Straßenflucht. Eine andere Planung, so machte Ladwig deutlich, sei nicht denkbar.

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SPD befürchtet "optisches Loch"

Von einem Gewinn für den Ort sprach Dr. Jörg Niedersberg (CDU). Die SPD sieht das anders. "Da wird die Straßenflucht aufgebrochen, ein optisches Loch entsteht. Das wollen wir nicht", so Joachim Schultze. Auch aus Sicht von Ursula Schulz-Ehlbeck (Grüne) fügt sich das Vorhaben nicht ein. "Ein heimatprägendes Haus nach dem anderen verschwindet in der Bahnhofstraße. Weitere Gebäude stehen leer, da wird es zu Veränderungen kommen, meistens mit einer größeren Bebauung." Das Regenwassernetz sei bereits an den Grenzen, warnte sie zudem.

Problem: Es gibt keinen B-Plan

Problem für die Kommunalpolitik: Für den zentrumsnahen Bereich der Bahnhofstraße gibt es keinen Bebauungsplan. Eine von der Gemeinde gesteuerte bauliche Entwicklung ist also nicht vorgegeben. Bei neuen Bauvorhaben nach einem Eigentümerwechsel sind nur Vorgaben des Baugesetzes maßgebend. In der Regel nimmt das Kreisbauamt in Rendsburg als Genehmigungsbehörde die Bebauung auf den Nachbargrundstücken als Grundlage für eine Entscheidung. Eine Gemeinde hat dabei kaum Gestaltungsspielraum. Das führt dazu, dass auch die "weiße Villa" in der Bahnhofstraße 64, die schräg gegenüber des neuen Bauvorhabens liegt, abgerissen und ein Mehrfamilienhaus gebaut werden kann. Bei diesem Vorhaben zeigte sich der Bauherr aber kooperativ und ging auf viele Wünsche der Gemeinde ein.

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