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Rendsburg Warum der Radikalschnitt oft nötig ist
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14:03 10.02.2020
Von Jürgen Küppers
Warb um Verständnis für oft schwierige Entscheidungen: Baumexperte Hartwig Kahnt. Quelle: Uwe Paesler
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Emkendorf

Hartwig Kahnt ahnt, was viele der rund 150 Besucher denken, als sie die frisch abgesägten mächtigen Baumkronen-Äste einer noch ganz propper wirkenden Linde direkt am Zufahrtsweg zum Gut Emkendorf betrachten: Musste ein solcher Radikalschnitt wirklich sein? „Ja, musste er“, sagt der Diplom-Sachverständige, dem es beim „Informativen Waldspaziergang“ an diesem Sonnabend-Vormittag um die Vermittlung eine Kern-Botschaft geht: Baum sei nicht gleich Baum. Welchen Wert er hat, ob er krank ist und damit ein zu beseitigendes Sicherheitsproblem, könnten letztlich nur Fachleute entscheiden.

Doch die Diskussion über Nutzen, Wert und Erhaltung von Wäldern wird aus Sicht des Leitungsteams von Gut Emkendorf mittlerweile nicht mehr nur auf sachlicher sowie fachlich fundierter Ebene geführt. Vor allem in sozialen Netzwerken drohe der emotional aufgeladene Meinungsaustausch über Baumfällaktionen zu eskalieren – bis hin zu Beschimpfungen oder Drohungen. Zur Versachlichung der Diskussion hatte Gut Emkendorf am Wochenende zum ersten „Informativen Waldspaziergang“ eingeladen.

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Nachhaltige Bewirtschaftung auf Gut Emkendorf

Rund 550 Hektar Wald gehören zum Gut. „Das bedeutet natürlich auch, dass wir den größten Teil davon bewirtschaften. Also nach einer gewissen Zeit Bäume zur Weiterverarbeitung entnehmen“, erklärt der forstliche Betriebsleiter des Guts, Henning Ströh. Allerdings geschehe das nachhaltig. Heiße im Klartext: Es würden weit weniger Bäume gefällt als neue nachwachsen.

Lesen Sie auch:2018 brach die 800 Jahre alte Linde in Bordesholm zusammen

Die nachhaltige Bewirtschaftung werde durch entsprechende Zertifizierung regelmäßig kontrolliert. „Könnten wir sie nicht mehr vorweisen, würde die Holzindustrie einen großen Bogen um uns machen“, berichtet der Betriebsleiter.

Aber zum Gut zählt auch ein insgesamt 15 Hektar großes Waldgebiet, das man wirtschaftlich gesehen in Ruhe lasse. Dazu gehören zum Beispiel die Parkanlage um den Hasensee oder die teilweise mehr als 200 Jahre alten Bäume an den Zufahrten zu den Gebäuden.

Brandkrustenpilz befällt Bäume

Vor so einer mindestens 150 Jahre alten Linde neben der Zufahrt versucht Hartwig Kahnt den Besuchern den oft schwierigen Spagat zwischen Erhalt und Fällung eines solchen „Kulturbaumes“ zu erläutern. Eigentlich seien Bäume ja wahre Meister der Selbstoptimierung. „Aber der hier wird wohl ein Pflegefall bleiben.“ Dabei macht die Prachtlinde gar keinen kränklichen Eindruck.

Das bekamen die Besucher auf Gut Emkendorf zu sehen:

Doch dann greift Hartwig Kahnt an den Stammfuß seines „Patienten“ und lässt kleine schwarze Brocken durch die Finger rieseln wie Holzkohle. Der Brandkrustenpilz hat an der Baumwurzel ganze Arbeit geleistet. Ob ein per Gel verabreichter „Gegenpilz“ den schleichenden Verfall der Linde aufhalten kann? Der Baumexperte ist skeptisch: „Vielleicht, vielleicht auch nicht.“

Zum Handeln gezwungen sei man aber schon jetzt. So seien große Teile der Baumkrone entfernt worden, um ihre Hebelwirkung zu minimieren und der Linde damit mehr Standsicherheit zu verleihen. Schließlich sei der Baum nur ein paar Meter vom Weg entfernt, der für Konzerte oder Märkte oft genutzt werde. „Und Sicherheit hat für uns oberste Priorität.“

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