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Rendsburg Blumenthal: Jede zehnte Stimme ungültig
Lokales Rendsburg Blumenthal: Jede zehnte Stimme ungültig
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07:02 11.05.2018
Von Sven Janssen
Andreas Kühn (von links), Norbert Reiß, Johann Brunkhorst, Birger Dunkelmann und Christine Slomski gehören zur Allgemeinen Blumenthaler Wählergemeinschaft, die als einzige bei den Kommunalwahlen in der Gemeinde angetreten war. Quelle: Sven Janssen
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Blumenthal

Dieser Prozentsatz an ungültigen Stimmzetteln ist ungewöhnlich hoch. Zum Vergleich: Von den 1,1 Millionen abgegebenen Stimmen im Land waren 1,3 Prozent ungültig. „Ich vermute, die Leute haben aus Frust ihre Wahlzettel ungültig gemacht, weil die Altparteien nicht wählbar waren“, sagte ABW-Spitzenkandidat Johann Brunkhorst nach der Wahl. „Die SPD hatte recht früh angekündigt, dass sie nicht antreten, bei der CDU kam es kurzfristiger und überraschend.“ Einige Wähler hätten wohl erst in der Wahlkabine gemerkt, dass die anderen Parteien nicht dabei waren, vermutete Birger Dunkelmann. Dass die Wahlbeteiligung ohne die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Parteien mit 56,7 Prozent dennoch hoch war, hätte wohl an der Kreistagswahl gelegen, zu der mehrere Kandidaten angetreten waren.

Mischung aus Newcomern und Erfahrenen

Mit Brunkhorst, Dunkelmann, Christine Slomski (38), Denise Bille (28), Leon Lubomierski (20), Norbert Reiß (68), Jörn Hellbig (34), Andreas Kühn (46) und Dennis Griese (31) sitzen künftig neun ABW-Vertreter in der Gemeindevertretung. Trotz der beiden Oldies Brunkhorst und Reiß, die schon jahrelange Erfahrungen als Gemeindevertreter haben, ist das Team mit durchschnittlich 40 Jahren sehr jung. Lubomierski war gerade geboren, als Brunkhorst vor zwei Jahrzehnten in der Gemeindevertretung anfing.

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Bislang sei alles sehr auf die ehemalige Bürgermeisterin ausgerichtet gewesen, die quasi einen Vollzeitjob gemacht hätte, sagte Reiß. „Das kann keiner von uns leisten. Deshalb werden wir die Aufgaben auf viele Schultern verteilen.“ Das beträfe sowohl den Bürgermeister und seine beiden Stellvertreter, auf die man sich noch nicht geeinigt habe, als auch die Arbeit in Gemeindevertretung und Ausschüssen.

Beim Straßenausbau sei das Land in der Pflicht

Drei Punkte seien dabei für die ABW zentral. „Mit dem Straßenausbau sollen die Anlieger nicht belastet werden“, so Brunkhorst. Die rund zwei Millionen Euro, die in den kommenden zehn Jahren gebraucht würden, sollen nicht aus Beiträgen finanziert werden. Die ABW sieht hier das Land in der Pflicht. Auch das Betreuungsangebot für den Kindergarten soll ausgebaut werden.

Mehr Geld durch höhere Gewerbesteuereinnahmen als Ziel

Mehr Geld für den Haushalt erhofft sich die ABW von höheren Gewerbesteuereinnahmen. „Wir brauchen Platz für Gewerbeansiedlungen, die Nachfrage kommt von alleine“, sagte Dunkelmann. Mit Glasfaseranschluss und Autobahnanbindung seien die Voraussetzungen sehr gut. Eine Arbeitsgruppe soll sich um ein neues Gewerbegebiet kümmern.

Davor muss sich die Gemeindevertretung konstituieren. Termin dafür ist Montag, 18. Juni.

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