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Lokales Rendsburg Alles drehte sich um Mühlen
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19:00 10.06.2019
Von Sorka Eixmann
Die Bockwindmühle gehört zu den ersten Mühlen, die erbaut wurden. Quelle: Sorka Eixmann
Molfsee

30 Stufen muss man erklimmen, um das Innerste der Bockwindmühle von 1766 zu erforschen. Dort, wo Eichenrad, Königskette und Kammrad zu finden sind, wartete am Pfingstmontag Hermann Ernst Kramer auf die Besucher, um ihnen die Arbeit der Mühlen, die Entstehung und auch das Sterben der Mühlen zu erklären. Dabei traf alte Mühlentechnik auf moderne, denn: Kramer nutzt modernste LED-Technik, um mit seiner Taschenlampe die einzelnen Teile der Mühle an- beziehungsweise auszuleuchten.

Die Bockwindmühle ist der Vorgänger aller Mühlen

Seit mehr als 15 Jahren betreut Kramer die Bockwindmühle aus Algermissen, sie ist sein Steckenpferd, er kennt sie in- und auswendig. „Die Bockwindmühle ist sozusagen der Vorgänger aller Mühlen, erst später wurden andere Mühlen wie beispielsweise die Holländermühle gebaut“, erläuterte Kramer. Und er wusste noch mehr: „Früher sagte man, dass Müller mit dem Teufel im Bunde seien, denn keiner verstand so richtig, warum sich Mühlen drehen.“ Das schummrige Licht im Kopf der Mühle tat ihr Übriges, und ein paar Kinder lauschte aufmerksam den Worten des Mühlenexperten, der auch die harten Zähne des Kammrads aus Hainbuchenholz oder einen Sackstempel zeigen konnte.

Doch nicht nur der Nachwuchs hatte den Ausflug mit den Eltern in Freilichtmuseum Molfsee gemacht, auch Gäste aus Pinneberg hatten den freien Pfingsttag genutzt, um das Museum und die Mühlen zu besuchen. „Wir waren mit unseren Kindern vor langer Zeit natürlich öfter hier, aber nun haben wir uns das Museum und den Mühlentag ganz gezielt ausgesucht“, sagte Kirsten Geercken, die gemeinsam mit Ehemann Peter und den Freunden Monika und Harald Rump nach Molfsee gefahren war. „Die Technik von damals ist faszinierend, unglaublich, was die Menschen vor hunderten von Jahren geleistet haben, als sie Mühlen konstruierten und bauten“, schwärmte Ehemann Peter.

„Als Junge war ich häufiger in Schmalstede, dort gab es eine Wassermühle, die ich auch sehr spannend fand“, wusste Peter Geercken noch zu berichten. Das Quartett hatte viele Fragen an Kramer, als alle technischen Details beantwortet waren, machten sie sich auf, um die anderen Mühlen auf dem Museumsgelände - dazu gehören die Spinnkopfmühle, die Holländermühle oder die Wassermühle aus Rurup - zu besichtigen.

Nur in Molfsee gibt es vier verschiedene Mühlen auf einem Areal

Darüber ist man etwas stolz, denn: "Nur in Molfsee hat man vier verschiedene Mühlen auf einem Areal, die eine richtige Mühlengeschichte Schleswig-Holsteins erzählen können“, sagte Nils Kagel, Bereichsleiter für den historischen Gebäudebestand im Freilichtmuseum. Leider funktioniert derzeit nur die Holländermühle, die vor einigen Jahren komplett instand gesetzt worden ist. Aber: „Die anderen drei sind auch interessant und können besichtigt werden, aber sie sind zum Teil sehr sanierungsbedürftig.“ Für rund eine Million Euro könne man die Wassermühle, die Spinnkopfmühle und die mindestens 400 Jahre alte Bockwindmühle wieder betriebsbereit machen. Doch noch fehle das Geld.

Das tat der Führung jedoch keinen Abbruch. Erstes Ziel war die Wassermühle aus Rurup aus dem Jahr 1778. "Wasser- und Windmühlen gehören zusammen, sie sind symbolträchtig und auch geschichtlich von Interesse", so Kagel. "Die Mühle war lange Zeit das bestimmende Bauwerk in Schleswig-Holstein", führte der Volkskundler fort. Mühlen hätten früher eine Monopolstellung gehabt. "Meistens waren sie in Besitz von Herzogshäusern, Adligen oder Klöstern."

Die Wassermühle aus Rurup in Nordangeln verfügt nicht mehr über das Original-Mahlwerk. "Das musste ersetzt werden." Aber eine Besonderheit ist an den Außenwänden zu sehen: Engelsköpfe aus Sandstein. "Damit sollte alles Schlechte vom Haus und der Mühle ferngehalten werden", gab Kagel spannende Einblicke in frühere Zeiten.

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