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Rendsburg Verdienstkreuz für Bettina Frank
Lokales Rendsburg Verdienstkreuz für Bettina Frank
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14:11 03.08.2018
Von Torsten Müller
Bettina Frank erhielt das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für ihren ehrenamtlichen Einsatz für Menschen, die unter Migräne und Kopfschmerzen leiden. Quelle: Torsten Müller
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Amt Achterwehr

Bettina Frank hatte eine lange Leidensgeschichte hinter sich, als sie zum ersten stationären Aufenthalt in die Kieler Schmerzklinik bei Prof. Hartmut Göbel kam. „Ich lernte, ich bin nicht allein, und es gibt Hilfe.“ Regelmäßigkeit war die erste Disziplin: Pausen einlegen, keine Mahlzeit auslassen. Das Wichtigste: die wirksame medikamentöse Therapie. „Vor 18 Jahren begann ich ein neues Leben“, sagt Bettina Frank. Mit dem Wiedergewinnen ihrer Energie wuchs der Wunsch, anderen zu helfen und ihnen jahrzehntelanges Leiden zu ersparen. „Es gibt so viel neues Wissen und Informationen über Migräne und Kopfschmerz. Aber sie erreichen Patienten und selbst Fachärzte zu wenig“, stellte sie fest.

Internet-Plattformen haben gut 13.000 Mitglieder

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Früh setzte Bettina Frank zur Aufklärung auf die Möglichkeiten des Internets und der sozialen Medien. Vor 15 Jahren gründete sie das erste Selbsthilfeforum. 2009 startete sie im Netz „Headbook“, einen frei zugänglichen Informationsaustausch, durch den Betroffene ihr Wissen vertiefen können. Gleichzeitig hob sie auf Facebook die „Migräne-Community“ aus der Taufe. Beide Plattformen haben mittlerweile gut 13.000 registrierte Mitglieder. Viele von ihnen tauschen sich täglich aus. Auf „Headbook“ greifen auch bis zu 40.000 nicht-registrierte Mitglieder zu. Alle Plattformen moderiert Bettina Frank in einer Art privatem Vollzeitjob persönlich – 365 Tage im Jahr. Für Hilfesuchende ist sie immer ansprechbar, spendet Trost und gibt Hinweise in den Selbsthilfegruppen.

Forschungsergebnisse sind unmittelbar verfügbar

„Ihr wichtigstes Anliegen ist es“, so heißt es in der Begründung für die Verleihung, „Betroffene, Ärzte, Therapeuten sowie nationale und internationale Schmerzzentren an einen Tisch zu bringen. Es geht ihr darum, die gesundheitliche Versorgung nachhaltig zu verbessern und neue Kenntnisse, Behandlungskonzepte sowie Forschungsergebnisse unmittelbar verfügbar zu machen“. Mit Spannung wartet Bettina Frank, die seit ein paar Jahren in einer Gemeinde im Amt Achterwehr wohnt, auf die angekündigte erste Migräne-Impfung.

Hans-Jürgen Jensen 03.08.2018