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Rendsburg Nisthilfe nützt auch dem Naturfotografen
Lokales Rendsburg Nisthilfe nützt auch dem Naturfotografen
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13:16 28.04.2019
Von Jördis Merle Früchtenicht
Immobilie mit Blick ins Eidertal: Sven Weiland, Bewohner des Eiderheims in Flintbek, zeigt sein selbstgebautes Bienenhotel, das auf dem Gelände des Eiderheims steht. Quelle: Jördis Früchtenicht
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Flintbek

„Ich habe Anfang 2018 Berichte gelesen, dass das Bienensterben immer schlimmer wird und überlegt, was ich dagegen machen kann“, erzählt Sven Weiland. Der 56-Jährige lebt und arbeitet im Eiderheim, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen.

Die Wildblumenwiese war ursprünglich als Fotomotiv angedacht

Für das Wohlergehen der wichtigen Bestäuber, die unter Insektiziden, Monokulturen und Krankheiten leiden, interessiert sich Weiland schon länger. „Sie befruchten viele Pflanzen, das hat mir imponiert.“ 2015 habe er eine kleine Wildblumenwiese angelegt. Ursprünglich, so erzählt der Hobby-Naturfotograf, habe er die Wildblumen gesät, um die Pflanzen dort fotografieren zu können. „Die haben unheimlich gute Motive gebracht“, so Weiland.

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Über die Jahre kamen weniger Bienen zu den Pflanzen

Während er auf Motiv-Jagd war, viel ihm über die Jahre eine Veränderung auf. „2015 waren hunderte Bienen an den Blumen“, sagt Weiland. In den letzten beiden Jahren seien es merklich weniger gewesen. „Die Natur ist unheimlich schön. Ich möchte, dass wir die Bienen unterstützen.“ So entstand seine Idee, im vergangenen Winter ein Bienenhotel zu bauen.

Das Bienenhotel wurde aus gesammelten Naturamterialien gebaut

„Ich habe aus dem Wald Windbruch gesammelt. Wichtig ist, dass das Holz gut trocknet.“ Über 700 Löcher bohrte er in Hartholzstücke, dazu kamen Abschnitte von Brombeersträuchern. Rinde und Tannenzapfen dienen der Dekoration. Um die Konstruktion hat er Drahtgeflecht angebracht. „Da kommen die Vögel nicht durch. Letztes Jahr hatten wir ein gekauftes Hotel, das hat ein Specht auseinandergenommen.“ Aufstellen konnte Weiland die Bienenunterkunft vor kurzem über seiner kleinen Wildblumenwiese.

In der Umgebund des Bienenhotels sollte Nahrugn für die Bestäuber sein

Die Platzwahl ist die richtige. „In der Umgebung des Hotels sollte es blühen. Die Bienen brauchen schließlich neben der Nisthilfe auch Nahrung“, sagt Norbert Voigt, Biologe beim Schleswig-Holsteinischen Heimatbund. Der Bienenexperte rät zudem dazu, den Unterschlupf nach Süden oder Süd-Osten auszurichten. Außerdem sollten die Nisthilfen möglichst fest angebracht werden, etwa an einer Haus- oder Schuppenwand. Ideal sei ein Dachüberstand, der auch noch etwas vor Regen schützt. Insgesamt seien die Bienenhotels für einige Wildbienenarten nützlich. „Sie helfen aber nicht allen, da viele Arten auch im Boden nisten“, so Voigt. „Die Hotels sind auf jeden Fall tolle Beobachtungsstationen.“

Sven Weiland wünscht sich mehr Bienenhotels

Weiland wünscht sich, dass mehr Menschen Bienenhotels aufstellen: „Das kostet nicht viel, wenn man Windbruch sammelt.“ Er selbst will im Winter eine zweite Nisthilfe bauen. „Ich lasse gerade weitere Holzstücke im Schuppen trocknen.“ Hobbygärtner können also hefen, dass es den fleißigen Bienen und vielen anderen wichtigen Insektenarten  wieder besser geht.

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