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Rendsburg Dreiste Diebe stahlen 1,5 Tonnen Honig
Lokales Rendsburg Dreiste Diebe stahlen 1,5 Tonnen Honig
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10:02 04.06.2019
Von Beate König
Die Imker Friederike Brondke und Peter Stöfen sind entsetzt: 22 Bienenstöcke wurden von Unbekannten auseinandergenommen, 55 Rähmchen mit Honig und Sammelbienen gestohlen. Quelle: Beate König
Langwedel/Dätgen

Friederike Brondke aus dem Langwedeler Ortsteil Blocksdorf ist seit vier Jahren zertifizierte Bio-Imkerin. „So etwas habe ich noch nicht erlebt,“ sagt sie schockiert. „Das waren Profis“, ist sie sich sicher. Das Bild, das sich ihr am Rand des Rapsfeldes beim Gut Emkendorf bot, erschüttert die Imkerin noch 14 Tage nach der Entdeckung: 22 von 23 Bienenstöcken waren zerlegt und 55 Honigzargen mit 750 Kilogramm Honig entfernt worden. Die Deckel, eine Filterebene und Zargen lagen rund um die Bienenstöcke verstreut im Gras. Die Zargen mit den eingehängten Rähmchen, in denen die Bienen Honig sammeln, die Honigbeuten, fehlten.

Friederike Brondke hat einen doppelten Verlust erlitten: In den gestohlenen Honigbeuten saßen 21 Kunstvölker. Die jungen Bienen verarbeiten früh im Jahr im Stock den Honig. Im Sommer schwärmen sie als Sammlerinnen aus. Dieser Anteil der Völker fehlt jetzt für die nächste Sammelzeit im Sommer.

Täter hatten wohl Fachwissen

Was die Imkerin enttäuscht: Es müssten Kollegen mit Fachwissen gewesen sein, denen das Tierwohl egal war. Es sei nur um rasche Beute gegangen. Die Bienen waren in den offenen Bienenstöcken ungeschützt Kälte und Regen ausgesetzt. „Das ist Tierquälerei. Die Diebe müssen einen Transporter genutzt haben“, schätzt die Imkerin. Sie hätten den Tod der Bienen in den Zargen in Kauf genommen. 

Die Imkerin schätzt den Schaden auf 15 000 Euro, „mein Jahreseinkommen“. Sie arbeitet mit hochwertigen Holzbeuten, das Bio-Wachs in den Rähmchen kostet in der Anschaffung 49 Euro pro Kilogramm. Dazu kommen das Futter und die Pflege der Tiere im Winter. „Das habe ich mir in neun Jahren aufgebaut.“ Ihre Honigräume sind gelb und braun, teils nummeriert und mit dem Stempel „FB“ versehen.

Dem Imker aus Dätgen, der seinen Namen nicht öffentlich nennen möchte, wurden 31 Zargen mit 750 Kilogramm Rapshonig gestohlen. Der Schaden: 10 000 Euro. Er vermutet, dass die Diebe mit einer Drohne den Standort seiner Völker vorher ausgekundschaftet hatten. Sie nahmen eine bei Bewegungen auslösende Wildkamera mit, die er zur Sicherheit installiert hatte.

Kameras zur Absicherung

Barbara Schacht vom Imkerverein Nortorf, der zum Landesverband der Imker gehört, sind in der Region nur diese beiden Diebstahlfälle bekannt. Sie rät Imkern, für die Bienenstöcke Standorte zu finden, die nicht direkt von der Straße aus einsehbar und nur über Privatwege zu erreichen sind. Imker sollten Anrainer über das Vorhandensein von Bienenstöcken informieren. Kameras zur Absicherung seien sinnvoll, wenn man sie verdeckt anbringen kann. Die Imkerin ist sich sicher: „Von den 59 Vereinsmitgliedern macht das keiner. Das hat hier niemand nötig.“ Sie beruhigt andere Imker: „In diesem Jahr besteht keine Gefahr mehr. Die Rapsblüte ist vorbei.“ 

Beide Imker erstatteten bei der Polizei Anzeige. Weitere Honigdiebstähle sind Reiner Tödt von der Polizeizentralststation Nortorf weder in der Region noch aus Bordesholm bekannt. „Die Aufklärungsquote ist gering. Wir sind auf Zeugenhinweise angewiesen.“

Auf Gut Emkendorf, Nähe Brux, entwendeten die Diebe Brondkes Stöcke zwischen dem 14. und 21. Mai. Im zweiten Fall zwischen Dätgen und Hoffeld bei der Vörstkoppel waren sie zwischen dem 30. Mai (Himmelfahrt), nach 20.30 Uhr, und dem 31. Mai vor 17 Uhr unterwegs. Die Polizei nimmt Hinweise unter Tel. 04392/47100 entgegen.

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Nicht nur in der Staatskanzlei in Kiel gibt es Bienenvölker. Wie die Auswahl zeigt, wird auch an anderen Orten, etwa auf Hoteldächern oder auf dem Friedhof, Honig produziert.
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