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Rendsburg Was passiert mit dem Naturdenkmal?
Lokales Rendsburg Was passiert mit dem Naturdenkmal?
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00:07 31.05.2018
Von Frank Scheer
Am Tag danach: Der Rest der Bordesholmer Linde ist Anziehungspunkt für Schaulustige, die Fotos machen und sich Reste vom Naturdenkmal sichern wollen. Quelle: Frank Scheer
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Bordesholm

Eine Erklärung für den Zusammenbruch am Dienstagnachmittag gibt es noch nicht. Seit Jahren leidet die Linde aber unter starken Brandkrustenpilzbefall. Einen Linden-Gipfel, bei dem über die Zukunft entschieden wird, schloß Ordnungsamtsleiter Sven Ingwersen aus. Bis Ende kommender Woche werde vorerst nichts mehr passieren und nicht mehr gesägt. Für Nachwuchs ist jedenfalls bereits vor Jahren gesorgt worden: Im Winter 2012 hatte Ordnungsamtsleiter Ingwersen die Baumschule Clasen in Rellingen beauftragt, Ableger der Linde für den Fall der Fälle zu nehmen. Zwei bis drei Meter sind die 14 Zöglinge inzwischen gewachsen. 

Baumsachverständiger untersucht die Rest-Linde

Am kommenden Mittwoch wird die Gemeinde mit Prof. Dirk Dujesiefken das weitere Vorgehen erörtern. 2015 hatte der Leiter des Hamburger Instituts für Baumpflege dem Naturdenkmal wegen des starken Fäulnisprozesses durch den Pilz keine rosige Zukunft vorhergesagt. Im Umweltausschuss am Donnerstag, 7. Juni, ist dann ab 18.30 Uhr die Politik gefragt – immerhin prägt die Linde das Wappen der Gemeinde und vieler Vereine. Das Vogeldinggericht der Liedertafel wird am Freitag, 8. Juni, ab 19 Uhr traditionell an der Linde abgehalten. "Ein würdevoller Abschied", so der Vorsitzende Klaus Elwardt.

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Lindenplatz ist "Wallfahrtsort"

Das absehbare Ende der Bordesholmer Gerichtslinde berührt emotional. Zu einem kleinen Wallfahrtsort ist der aus Sicherheitsgründen eingezäunte Standort des 700 Jahre alten Naturdenkmals seit dem Abbruch zweier Stämme geworden. Menschen machen Fotos, ergattern ein kleines Stück Holz oder zupfen sich Blätter ab – und sie kommen ins Gespräch, erzählen von alten Zeiten, als der Baum noch 18 Meter in die Höhe ragte. Es gibt aber auch Stimmen, die sich über das Ende freuen. "Es sind Unsummen in Baumchirurgen und Maßnahmen geflossen", betonte ein Passant.

Für das abgesägte Lindenholz, das der Technische Betriebshof abgefahren hat, gibt es eine große Nachfrage beim Amt. Ein Beispiel: Die Klosterkirchengemeinde will daraus Figuren schnitzen lassen.

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