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Rendsburg Bordesholm will Modellgemeinde sein
Lokales Rendsburg Bordesholm will Modellgemeinde sein
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06:00 28.06.2019
Von Frank Scheer
"Eine große Formalisierung ist hinderlich bei der Jugendbeteiligung", sagt Frank Bertram, Leiter des kommunalen Kinder- und Jugendtreffs in Bordesholm.
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Bordesholm

Die SPD-Fraktion hatte im Dezember 2018 den Antrag gestellt, über neue Beteiligungsformen nachzudenken. In der jüngsten Sitzung des Jugendausschusses sagte Christina Mönke, Kreisfachdienstleiterin für den Jugendbereich, die Unterstützung zu. Da das Thema beim Kreis auch zur Debatte steht, will sie dem Jugendhilfeausschuss den Vorschlag machen, Bordesholm als Modellkommune auszuwählen und gemeinsam die Konzeptentwicklung zu machen. Die Gemeindevertretung stimmte in der vergangenen Woche diesem Vorgehen auch zu. Details stehen dazu noch nicht fest.

Ein Beirat konnte in Bordesholm nicht gegründet werden

Es gibt seit Jahren in Bordesholm eine Satzung für einen Beirat, aber trotz wiederholter Bemühungen kam es nie zur Gründung. „Eine zu große Formalisierung ist hinderlich“, machte Jugendtreffleiter Frank Bertram zuletzt deutlich. Drei Vorgehensweisen schlägt er vor: Der kommunale Treff in der Eidersteder Straße sollte zu aktuellen Themen, die den Nachwuchs berühren, einladen und könnte dabei Wünsche, Forderungen und Sichtweisen erfahren. Eine andere Form wäre die Gründung einer Jugendkonferenz, in die Vertreter aus kirchlicher Jugendarbeit, Schülervertretungen und Sportvereinen entsendet werden. Und: Bei Veranstaltungen und Events könnten durch Fragebögen, Apps oder andere Formen der Visualisierung Meinungsbilder zu speziellen Themen abgefragt werden.

Politik muss "zur Jugend hingehen"

Wichtig ist laut Bertram: die Sichtweisen des Nachwuchses ernst nehmen und ihnen dadurch das Gefühl geben, ein gefragtes Mitglied des Gemeinwesens zu sein. Die Voraussetzung für das Gelingen einer Beteiligung dürften vor allem zeitliche Nähe und Transparenz von Entscheidungen und Umsetzungen sein. Das Defizit in der Vergangenheit ist gewesen, dass man als Kommunalpolitiker nicht „zur Jugend hin gegangen ist“. Es reiche eben heute nicht mehr, zu Sitzungen einzuladen. Daher will der Gemeindechef in Schulen gehen und mit den Schülern in Talk-Runden ins Gespräch zu kommen. Beginnen will er in der HBS im Langenheisch. Der Rhythmus ist noch offen. Als Ergänzung zur geplanten Modellgemeinde sieht er seinen Ansatz.

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