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Rendsburg Hoffen auf den Weißstorch
Lokales Rendsburg Hoffen auf den Weißstorch
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06:16 25.05.2018
Von Torsten Müller
Jetzt hilft nur Abwarten und Teetrinken: Landwirt Johannes Büller und Biologin Natascha Gaedecke haben am Wiesengrund in Westensee einen Brutmast mit Nest errichtet. Quelle: Torsten Müller
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Westensee

Das neue Brutangebot steht auf einer extensiv genutzten Wiese am Wiesengrund, auf der sich bis zum Bau des Nord-Ostsee-Kanals noch der Westensee ausbreitete. Der Bioland-Landwirt lässt auf der naturnahen Fläche seine Schottischen Hochlandrinder grasen.

„Es wäre schön, nach langen Jahren wieder ein Storchenpaar in Westensee zu haben“, sagt Büller. Artenschutz ist ihm wichtig. Die Netz AG stellte einen ehemaligen Mittelspannungsmasten zur Verfügung. Das Nest hat Natascha Gaedecke mit der Hand selbst geflochten: aus Knickholz.

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"Der Weißstorch mag die Nähe zum Menschen."

In Sichtweite stehen Wohnhäuser, Schule und Kindergarten. „Der Weißstorch ist ein Kulturfolger. Er mag die Nähe zum Menschen“, sagt die Biologin. Hungern muss der klappernde Vogel nicht. In der Umgebung findet er mit Feuchtwiesen und Teichen einen gedeckten Tisch vor.

Erst im vergangenen Jahr wurden auf der Blauen Wiese vor Gut Bossee Amphibienteiche angelegt – als ökologischer Ausgleich für den Landschaftsverbrauch durch die Errichtung des Windparks in Quarnbek. Im nahen Brux haben Jäger in Eigeninitiative Kleingewässer angelegt. „Die sind voll mit Fröschen“, weiß Gaedecke.

Auch Mäuse und Ratten stehen auf dem Speiseplan

Gern fressen die Störche auch die toten Kleintiere auf einer gemähten Wiese. Zudem stehen Mäuse, Ratten, Eidechsen und Regenwürmer auf ihrem Speiseplan. In der Landwirtschaft waren die Weißstörche gern gesehen, weil sie mithalfen, die Ernte zu schützen. Der Schwarzstorch wurde dagegen verfolgt.

24.05.2018
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