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Rendsburg Spannung vor dem Kesselhaus-Entscheid
Lokales Rendsburg Spannung vor dem Kesselhaus-Entscheid
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13:05 04.10.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Ja heißt beim Bürgerentscheid in Nortorf nein zum Umzug des Schallplattenmuseums ins Kesselhaus. Quelle: Beate König, Jörg Carstensen/dpa | Montage: Lina Schlapkohl
Nortorf

Eine Zahl gibt es schon: Rund 460 Nortorfer haben bisher Briefwahlunterlagen beantragt. Sind etwa acht Prozent der Wahlberechtigten, sagt Torsten Manthey, der Ordnungsamtsleiter in der Amtsverwaltung Nortorfer Land. Das könnte auf eine niedrige Wahlbeteiligung hindeuten. Denn bei den jüngsten Kommunal- und Europawahlen beantragten nach Mantheys Worten rund zwölf Prozent der Nortorfer Briefwahlunterlagen.

Auch Briten dürfen zum Bürgerentscheid

Beim Bürgerentscheid gelten die gleichen Regeln wie bei einer Kommunalwahl: Wahlberechtigt ist, wer am Sonntag mindestens 16 Jahre alt ist. Abstimmen dürfen EU-Bürger, dazu gehören auch Briten, da der Brexit noch nicht vollzogen ist.

Und: Es dürfen nur Nortorfer am Bürgerentscheid teilnehmen. In letzter Minute sich noch beim Einwohnermeldeamt eintragen zu lassen, nutzte allerdings nichts. Seit dem 23. August ist die Frist abgelaufen. Wer sich bis dahin nicht als Nortorfer registrieren ließ, darf am Sonntag nicht abstimmen.

Streit um Kosten

Beim ersten Bürgerentscheid in der Geschichte der Stadt Nortorf geht es um den Umzug des Schallplattenmuseums ins sogenannte Kesselhaus, das zum Fabrikgelände des in den 1990er Jahren geschlossenen Teldec-Werkes gehörte. Das Museum ist zurzeit in einem ehemaligen Wohngebäude am Jungfernstieg untergebracht. Ein Verein betreut es.

Bei dem Streit geht es um die Frage, ob die Stadt Nortorf sich die Sanierung und den Umbau des Kesselhauses zu einem Museum leisten kann. Die Umzugsgegner wollen den Kesselhaus-Beschluss der Stadtverordnetenversammlung mit dem Bürgerentscheid kippen.

Beim Bürgerentscheid über Kreuz denken

Für Irritationen sorgte die Frage, die die Nortorfer beim Bürgerentscheid beantworten sollen. Man muss da schon über Kreuz denken. Wer gegen den Umzug des Museums ins Kesselhaus ist, muss mit Ja stimmen. Wer den Umzug befürwortet, kreuzt Nein ein. Anders war es nicht zu machen, sagt die Kreis-Kommunalaufsicht. Denn grundsätzlich gelte: Die Frage müsse so formuliert sein, dass die Initiatoren eines Bürgerentscheids für Ja-Stimmen werben können.

Beide Lager werben auf dem Marktplatz

Beide Lager haben in den letzten Wochen mit Informationsständen, Plakaten und in den sozialen Netzwerken  für ihre Position geworben. Noch einmal bauen sie ihre Stände an diesem Sonnabend auf dem zentralen Platz neben der Kirche auf, kündigten Angelika Bretschneider (Grüne) und Lutz Bertram an. Dann ist Wochenmarkt Angelika Bretschneider gehört zu den Initiatoren des Bürgerentscheids, Lutz Bertram ist der Vorsitzende des Museumsvereins, der den Umzug will.

Kesselhaus-Entscheid am 6. Oktober in Nortorf: Das sind die Wahllokale


In welche Richtung das Pendel am Sonntag ausschlägt? Da sind sich Angelika Bretschneider und Lutz Bertram einig. "Ich kann die Stimmung nicht einschätzen", sagt der Museumsvereinsvorsitzende. "Ich kann es nicht beurteilen", erklärt die Grünen-Politikerin.

"Wir gehen das ganz ruhig an, wir denken, wir haben genug getan", meint Angelika Bretschneider. Das Schallplattenmuseum im Jungfernstieg öffnet am Sonntag indes länger als gewohnt: Von 9 bis 17.30 Uhr.

30 Helfer in den Wahllokalen

5708 Nortorfer dürfen am Bürgerentscheid teilnehmen, sagt Ordnungsamtsleiter Manthey. Die Umzugs-Gegner haben gewonnen, wenn mindestens 1142 mit Ja stimmen und das zugleich die Mehrheit ist. Fünf Wahllokale gibt es: das Rathaus in der Niedernstraße, die Gemeinschaftsschule in der Marienburger Straße, die Grundschule in der Jahnstraße, das Haus der Vereine und Verbände im Schülper Weg, das Haus Simeon in der Großen Mühlenstraße. Um 8 Uhr öffnen die Wahllokale, um 18 Uhr schließen sie. Rund 30 ehrenamtliche Helfer überwachen die Abstimmung und zählen die Stimmen aus.

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