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Rendsburg Im Bass klingt die Bordesholmer Linde mit
Lokales Rendsburg Im Bass klingt die Bordesholmer Linde mit
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13:00 25.12.2019
Von Sven Tietgen
Christoph Priebe hat seinen Bass aus einem Stück Holz der Bordesholmer Gerichtslinde gefertigt. Das Instrument ist weltweit einmalig. Quelle: Sven Tietgen
Kiel/Bordesholm

„Gerichtslinden Blues“ heißt das Musikstück, das Christoph Priebe für den Auftritt mit seiner Band geschrieben hat. Du hast so viel gesehen und wurdest alt, dann brachst du um, dein Holz verteilt in alle Winde. Und jetzt ein Stück von dir bei uns, und machst Musik – alter Baum am See heißt es in der fünften Strophe. Mit dem Bluestitel spielt der pensionierte Lehrer auf das Drama im vergangenen Jahr an, als ein Hauptstämmling der Bordesholmer Linde abbrach und der uralte Baum radikal eingekürzt werden musste.

Den Rohling für 80 Euro erworben

Der Brandkrustenpilz sorgte dafür, dass von der einst stattlichen Gerichtslinde auf der Bordesholmer Klosterinsel nur ein Torso geblieben ist. Als die abgesägten Stämmlinge im Februar auf dem Bauhof der Gemeinde zur Versteigerung angeboten wurden, gehörte auch Christoph Priebe zu den Interessenten. Für 80 Euro erwarb der Kieler unter anderem einen mächtigen Block, den er in seiner Werkstatt zunächst in gut sechs Zentimeter dicke Scheiben sägte. Über Monate trockneten die Stücke im Wintergarten und auf dem Dachboden.

Im vergangenen Monat war es dann soweit, das Lindenholz hatte nur noch eine Restfeuchtigkeit von 11,5 Prozent. Mit einer Maschine hobelte der Hobbytischler die Platten auf vier Zentimeter Dicke herunter. Seine Nichte Julia Borkert, selbst Tischlerin, gab ihm dann den entscheidenden Tipp, dass Priebe den Basskorpus aus einem Stück Lindenholz fertigen konnte. „Die Hirnholzkanten habe ich mit Wachs versiegelt, so konnte das Holz weitgehend gleichmäßig und rissfrei trocknen“, erzählt der 68-jährige Musiker.

Der Lindenbass klingt richtig gut

In rund zweiwöchiger Arbeit baute Priebe den Viersaiter mit einem Hals aus japanischer Produktion sowie einer Brücke und Tonabnehmern zusammen. Dabei half ihm seine lange Erfahrung, mit dem Instrument verließ der mittlerweile sechste Bass die häusliche Werkstatt. Und der Lindenbass klingt richtig gut, findet der Bluesfan. „Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass in dem Bass mindesten 500 Jahre Geschichte mitschwingen.“

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Der Oberfläche verpasste Christoph Priebe ein Finish aus Öl und Wachs. Damit schimmern jetzt auch die dunklen Bereiche deutlicher durch, die vor allem auf der Rückseite zu sehen sind. „Verantwortlich für die dunklen Stellen ist der Brandkrustenpilz, das gibt dem Instrument eine ganz besondere Note“, erklärt Priebe. Lindenholz ist auch bei professionellen Herstellern begehrt, das Material sorgt für einen warmen und wuchtigen Sound, erläutert der Bassexperte.

Aus den übrigen Holzscheiben will Priebe weitere Kleininstrumente fertigen, unter anderem ist eine Ukulele geplant. Über die Feiertage ist aber erstmal ausgiebiges Proben angesagt – allein und mit seinen fünf Mitstreitern der Brennholz Bluesband. Bis zum Auftritt im Lutterbeker muss auch der „Gerichtslinden Blues“ sitzen, sagt er. Inklusive den Zeilen der ersten Strophe: Vor ein paar Jahren im alten Bordesholm/saß ich beim Kloster unter der Linde/Da hörte ich ein Raunen aus der Krone/und ich fiel in einen leichten Schlaf ….

Die Brennholz Bluesband tritt am Freitag, 10. Januar, um 21 Uhr im Lutterbeker in Lutterbek, Dorfstraße 11 auf. Der Eintritt kostet 15 Euro, im Preis enthalten ist die neue CD „Lehmkaten“ oder eine andere der bisher fünf erschienenen Silberlinge. Kartenbestellungen unter Tel. 04343/9442.

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