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Rendsburg Das Herz des Dorfes soll leben
Lokales Rendsburg Das Herz des Dorfes soll leben
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17:22 01.11.2013
Von Cornelia Müller
Wie kann man Dänischenhagens Dorfzentrum aus dem Dornröschenschlaf erwecken? Die Vorschläge der Bürger sind gefragt für die Aufstellung eines B-Plans. Quelle: C. Müller
Dänischenhagen

Das Naturdenkmal Eiche breitet seine Krone schützend über den ehemaligen Dorfplatz. Am Gasthof Zur Eiche schwankt das verwitterte Schild Zimmer im Wind. Der säulengeschmückte Eingang, die Sprossenfenster, die hohen Linden am Biergarten wecken Begehren: Hier würde man gern in der Stube sitzen, vielleicht ein Wildgericht genießen oder sich im Sommer nach der Radtour im Garten erholen.

 Doch Übernachtungsgäste und kulinarische Genüsse sind Vergangenheit. Um die Eiche kreisen Autos. Die alte Dorfstraße ist eine viel befahrene Kreisstraße, die nach Altenholz und Strande führt. Der Besitzer des Gasthofs ist längst kein Gastronom mehr. Das 4000 Quadratmeter große Gelände hinter dem Gasthof mit historischem Saal, für das der B-Plan gelten soll, gehört ihm ebenfalls und liegt brach. Aber was passiert, wenn er verkauft?

 „Wir müssen verhindern, dass hier eines Tages ein Käufer macht, was er will. Wir möchten wissen, was Sie sich hier wünschen“, leitet Bürgermeister Wolfgang Steffen (CDU) am Donnerstagabend den ersten Bürger-Workshop ein, zu dem die Gemeinde mit dem beauftragten Planungsbüro B2K eingeladen hat. Im vollen Saal des Amtes zeigt Städteplaner Oliver Kühle die Fakten auf: gut gemischte Bevölkerungsstruktur, zu der viele junge Familien, aber auch viele Senioren mit veränderten Wohnbedürfnissen gehören; passable Infrastruktur mit Ärzten, Apotheke, Einkaufsmöglichkeiten; gute Verkehrsanbindung. „Ein Ort, in dem man gern lebt“, resümiert Steffen. „Da ist es um so wichtiger, dass wir unser altes Zentrum sichern, den Gasthof retten und wieder einen Treffpunkt schaffen.“ Dafür bekommt er anhaltenden Applaus.

 Erste Vorschläge notiert der Planer, darunter barrierefreie Wohnungen hinter dem Gasthof, den sich alle wieder geöffnet wünschen. Auch eine Art Dorf- und Kulturzentrum kann man sich darin vorstellen. Den historischen Saal wollen alle gesichert wissen. Den Abriss der Halle an der Dorfstraße zugunsten einer entschärften Verkehrssituation kann man sich vorstellen. Eine Ferienpension wird genannt.

 Kühle ist positiv überrascht, denn die Anlieger wollen sich einbringen. „Das ist nicht immer so“, resümiert er. Einen ersten Planvorschlag wird er in den nächsten Wochen erarbeiten. Seine Bitte findet hoffentlich Gehör: „Bitte reichen Sie uns schnell weitere Vorschläge im Amt ein, damit wir Dinge einarbeiten und prüfen können, was rechtlich machbar ist.“