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Rendsburg Fünf Windräder an der A 7 geplant
Lokales Rendsburg Fünf Windräder an der A 7 geplant
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07:09 06.02.2020
Von Frank Scheer
So wie dieses Windrad in Krogaspe an der A 7 sollen ab 2022 auch fünf Rotoren in der Gemeinde Schönbek und Loop Strom erzeugen. Quelle: Frank Scheer
Schönbek/Loop/Mühbrook

Das neueste Vorhaben: Das Unternehmen Energiequelle bestätigte, im Dezember die Ausnahmegenehmigung für das Areal zwischen Schönbek, Loop, Mühbrook und Neumünster-Einfeld beantragt zu haben. Das Land Schleswig-Holstein hat wegen des seit 2017 laufenden Regionalplanverfahrens, in dem die Eignungsgebiete vorgesehen, aber eben nicht beschlossen sind, für die Betreiber die Möglichkeit vorgesehen, Ausnahmen zu beantragen. Gute Chancen bestehen für Standorte, die seit dem ersten Entwurf vorgesehen sind. Dies ist bei allen Eignungsflächen in der Region Bordesholm der Fall.

2022 will Energiequelle Windräder bauen 

Die Ausnahmegenehmigung haben vor der Energiequelle bereits die Neue Energien Projekt AG von Jens Heeck (Mühbrook) im Frühjahr 2019 für die Fläche RDE 130 in Loop (drei Windräder) und Denker und Wulf (Sehestedt) im Herbst 2019 für die Fläche RDE 118 zwischen Groß Buchwald und Negenharrie (drei Anlagen) beantragt. Die Energiequelle, die Hauptstandorte in Kallinchen bei Berlin und Bremen hat, will in dem Eignungsraum RDE 114 und 117 südlich von Schönbek fünf Anlagen mit einer Gesamthöhe von 200 Metern errichten, teilte die Unternehmenssprecherin Susanne Tauke mit. „Eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz liegt in der Regel zwölf bis 18 Monate nach dem Antrag vor. Im Anschluss werden wir an der Ausschreibung um die Einspeisevergütung teilnehmen“, führte sie aus. Gebaut werden die Anlagen, wenn beides vorliegt. „Wir gehen derzeit von 2022 aus.“ 

Unternehmen informierte Gemeinden

Das Unternehmen gehört laut der Homepage zu den zehn größten, deutschen Unternehmen für erneuerbare Energien. 250 Mitarbeiter sind beschäftigt, der Jahresumsatz betrug 2016 etwa 126 Millionen Euro. Am Montagabend hat die Firma die Vertreter der drei Kommunen bei einer internen Dienstversammlung auf den neuesten Stand gebracht. Amtsdirektorin Anja Kühl bestätigte das, wollte aber über Inhalte mit dem Hinweis auf die Nichtöffentlichkeit nichts sagen. Sie wies aber darauf hin, dass es in den nächsten Wochen in den einzelnen Orten Info-Veranstaltungen geben werde. 

Mühbrook wird auf die Mühlen schauen

Mühbrooks Bürgermeister Wulf Klüver machte deutlich, dass keine der Anlagen auf Mühbrooker Gebiet stehen wird. „Aber wir sind natürlich die Betrachter: Unser Horizont ist im Südwesten, wo die Rotoren stehen werden.“ Am Mittwoch, 19. Februar, tagt ab 19.30 Uhr die Gemeindevertretung – ein Thema ist die Stellungnahme der Kommune im Regionalplanverfahren. „Die Belange des Tourismus kommen in den bisherigen Abwägungen schlecht weg. Die Abstandsflächen sehen wir kritisch, aber die sind ja so von der Politik gewollt.“ 

Bürgerinitiative will Anlieger mobilisieren

Die Bürgerinitiative WindVerstand aus Mühbrook sieht sich wieder in ihrer Kritik bestätigt. „Durch die jetzt laufende dritte Anhörung wird den Bürgern eine Beteiligung doch nur vorgespielt“, so Sprecher Dirk Severloh. Für 300 Anlagen landesweit sind nach seinen Informationen die Ausnahmen beantragt worden. Die Bürgerinitiative will jetzt in einem Umfeld von drei Kilometern um das Gebiet die Bürger mobilisieren. „Per Handzettel werden wir darauf hinweisen, dass jeder Anlieger das Recht hat, am LLUR-Verfahren beteiligt zu werden. Und je mehr den Antrag stellen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Behörde nicht nur eine kleine, sondern eine große Umweltverträglichkeitsprüfung fordert.“ Aus Sicht der Initiative seien die Probleme Seeadler- und Fledermausschutz zu wenig berücksichtigt worden.

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