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Rendsburg Neues Leben in historischem Haus
Lokales Rendsburg Neues Leben in historischem Haus
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06:00 21.02.2019
Von Wolfgang Mahnkopf
Das rundbogige, flach übergiebelte Pilasterportal, die Eingangstür, ist noch gut erhalten. Quelle: Wolfgang Mahnkopf
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Rendsburg

Die promovierte Politologin aus der Nähe von Eckernförde hat sich zum Ziel gesetzt, das imposante, denkmalgeschützte Gebäude, ein historisches Zeugnis aus dem Jahre 1775, mit all seinen Feinheiten und Besonderheiten, wie sie sagt, in eine lebendige Zukunft zu führen. 

Petra Hartmann-Laugs beweist, dass es anders gehen kann als bei den zehn historischen Immobilien in der Altstadt von Rendsburg, die von den Eigentümern vernachlässigt werden, unansehnlich sind und wegen erheblicher Schäden von der städtischen Bauaufsicht unter Beobachtung stehen. Sie will den Amtmandsgarden, von der Familie Hartmann im Juli 2012 vom Südschleswigschen Verein gekauft, restaurieren lassen. Die gut 800 Quadratmeter große Nutzfläche ist für fünf Wohnungen und einen Gewerbebetrieb, zwischen 60 und 130 Quadratmeter groß, vorgesehen. 

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Begeistert von der barocken Treppe

Zusammen mit dem Architekten Edgar Schwinghammer aus Kiel, der seit 1980 schwerpunktmäßig in der Sanierung historischer Substanz und Denkmalpflege tätig ist, schaut sich die Projektleiterin in den von Rohbauarbeiten gezeichneten Räumen um. „Dieses herrschaftliche Haus ist jede Anstrengung wert.“ Begeistert zeigt sie auf die barocke Treppe, Stilrichtung Rokoko, die sich vom großzügigen Eingangsbereich bis ins Dachgeschoss erstreckt. 

Als Reiz des Gebäudes betrachtet Petra Hartmann-Laugs die vielen architektonischen und kunsthistorischen Schätze. Da sind beispielsweise die originalen Gemälde Vier Jahreszeiten in einem großen Saal im zweiten Geschoss, die erhaltenen Holzpaneele, die Stuckdecken, deren Originalsubstanz teilweise stark angegriffen ist und die restauriert werden sollen. „Auch die historischen Tapeten werden in einer Restauratorenwerkstatt aufgearbeitet“, ergänzt Schwinghammer

Grundinstandsetzung unerlässlich

Der Zahn der Zeit habe an dem Gebäude derart genagt, dass eine Grundinstandsetzung unerlässlich sei. Erst vor drei Jahren habe die Familie Hartmann im Rahmen der nördlichen Altstadtsanierung der Stadt einen Förderantrag stellen können. „Das Verfahren war sehr aufwendig, hat große Kraft und Geduld erfordert. Aber die öffentliche Förderung ist eine große Hilfe für den Erhalt dieses historischen Gebäudes.“ Hervorragend gestalte sich die Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege. „Wir haben zusammen mit den Behörden ein Sanierungskonzept entwickelt, das sowohl den Denkmalwert als auch den Wirtschaftlichkeitsaspekt berücksichtigt.“ 

Das Gebäude hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich. 1775 zog der Zollverwalter Johan Henrich Hallensen ein, 1801 wurde es Amtmannssitz, daher sein dänischer Name Amtmandsgarden. Der Holzhändler Johann Paap folgte 1817, 1921 Arbeitsamt und Arbeitsgericht, in den 1960er Jahren übernahm die dänische Minderheit das Haus. 

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