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Rendsburg Arbeiten auf der Südseite haben begonnen
Lokales Rendsburg Arbeiten auf der Südseite haben begonnen
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13:12 10.11.2019
Von Florian Sötje
Die Bauarbeiten am Bahnhaltepunkt in Kronshagen im Zuge der Ortskernentwicklung haben begonnen. Quelle: Florian Sötje
Kronshagen

Dass im ganzen Land Kommunen derzeit händeringend nach Baufirmen suchen, zeigt sich auch in Kronshagen. Die Gemeinde hatte die Arbeiten am Bahnhofsvorplatz im Sommer ausgeschrieben. Von zwölf Firmen, die aufgefordert worden waren, ein Angebot zu unterbreiten, gaben bis Ende September gerade einmal zwei Firmen ein solches ab. Den Zuschlag erhielt die Firma Stohn & Henningsen aus Bordesholm. Mit 435.000 Euro liegt das Angebot unter der ursprünglichen Kostenschätzung von 510.000 Euro.

Bürgerinitiative übergibt Protest-Unterschriften an Bauausschuss

Den Beginn der Bauarbeiten nutzten Dieter Leptien und Michael Becker von der Interessengemeinschaft Ortsmitte im Bauausschuss, um 2680 Protest-Unterschriften offiziell zu übergeben. Die Initiative hatte in der Vergangenheit die Reduzierung von Parkplätzen und die Verminderung der Aufenthaltsqualität durch die Maßnahmen auf der Südseite kritisiert. Leptien verband mit der Übergabe der Unterschriften nochmals die Frage, warum diese keine Berücksichtigung bei den Ortskernplanungen fänden. "Die Bürgerbeteiligung ist in die politische Entscheidung eingegangen", sagte Ausschussvorsitzender Sven Hinrik Strübinger (UKW). An der politischen Beschlusslage etwas zu ändern, sei ein anderes Thema, für das in der Politik Mehrheiten geschaffen werden müssten.

Bürgermeister Ingo Sander (CDU), in der Sitzung nicht anwesend, sagte auf Nachfrage, dass es "legitim" sei, mit politischen Entscheidungen nicht zufrieden zu sein. "Die Bürgerinitiative hat sich aber deutlich nach der politischen Entscheidungsfindung und der Bürgerbeteiligung formiert", sagte Sander. Die Beschlusslage sei gefasst, nun befinde man sich in der Umsetzung.

Parkplatzsituation im Ortskern muss noch politisch besprochen werden

Auswirkungen haben die Bauarbeiten indes auf die Parkplatzsituation an der Ladenzeile. Teile des Parkplatzes mussten gesperrt werden, Autofahrer sollen auf die Fläche des provisorischen Marktplatzes vor dem Rathaus ausweichen. Wie eine langfristige Lösung im Ortskern aussieht, bleibt noch offen. Das dezentrale Parkplatzkonzept sieht unter anderem sechs Parkplätze entlang der Kieler Straße und 16 am künftigen Marktplatz vor. Politisch beschlossen ist aber noch nichts. "Die Detailplanung für die Nordseite ist eines der nächsten Themen", sagte Sander.

Gremium bewertet Vorschläge von Investoren in nicht-öffentlicher Sitzung

Für die Bebauung haben bisher 21 Unternehmen ihr Interesse angemeldet. Die Bewerbungsfrist endet am 23. Januar 2020. Die Qualität der Vorschläge soll ein Bewertungsgremium beurteilen. Die Zusammenstellung des Gremiums soll im nächsten Bauausschuss am 30. Januar auf der Tagesordnung stehen. Diese Jury wird aus den Bewerbungen bis zu drei finale Bewerber auswählen, und dann anhand eines Punktesystems eine Reihenfolge festlegen und das Ergebnis der Politik vorstellen. Fest steht: Das Gremium wird nicht-öffentlich tagen. Dies habe "vergaberechtliche" Gründe, sagte Bürgermeister Sander.

Info-Veranstaltung soll Prozess transparent halten

Das Hamburger Fachbüro D&K drost consult habe die Gemeinde entsprechend beraten, da dieses Vorgehen bei solchen Vergabeprozessen üblich sei. "Dem folgen wir als Gemeinde. Wir wollen keine Zeitverzögerung", sagte Sander. Um das Verfahren transparent zu halten, wolle man im kommenden Jahr eine Info-Veranstaltung abhalten. "Dann werden wir die von den Bürgern erarbeiteten Kronshagener Kriterien mit dem Ergebnis gegenüberstellen, um zu zeigen, wie die Aspekte eingeflossen sind", sagte Sander.

Verzögerungen kosten die Gemeinde jedes Jahr Geld

Weitere Verzögerungen bei der Ortskerngestaltung will man in Kronshagen möglichst vermeiden. Denn seit Jahren werden Zweckentfremdungszinsen für bereitgestellte aber nicht abgerufene Fördermittel fällig. Für 2020 hat die Gemeinde dafür 70.000 Euro im Haushalt eingeplant. Sander bezeichnete diese Zahl als "worst case". "Die Zweckentfremdungszinsen sind ein sehr großes Ärgernis", sagte Sander. Auf Verzögerungen wie zum Beispiel den verspäteten Abriss der Elac-Häuser durch die Flüchtlingssituation 2015 habe man keinen Einfluss gehabt.

Flutlichtanlage auf dem Sportplatz 3 lässt noch auf sich warten

Eine weitere Baumaßnahme muss in Kronshagen noch etwas warten. Für den Bau einer Flutlichtanlage auf dem Sportplatz 3 liegt ein Förderbescheid 107.000 Euro vor. Insgesamt soll die Maßnahme knapp 200.000 Euro kosten. Ursprünglich war die Installation noch in diesem Jahr geplant. Nun wurde aber das zuvor genutzte Provisorium wieder aufgebaut, um den Sportplatz zu erleuchten. Eine Baugenehmigung für die neue Anlage liegt noch nicht vor, weil sie in unmittelbarer Nähe zur Bahntrasse liegt. So wartet man auf eine Stellungnahme der Deutschen Bahn, ob die Beleuchtung des Sportplatzes zu Einschränkungen beim Bahnverkehr führen könnte. Ob eine Baugenehmigung noch in diesem Jahr vorliegt oder ob der Bau der Flutlichtanlage auf das kommende Frühjahr verschoben werden muss, ist laut Bürgermeister Sander derzeit nicht absehbar.

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Die Entwicklung des Ortskerns in Kronshagen geht in die konkrete Umsetzung.

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