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Rendsburg Bruch-Lollys waren der Renner
Lokales Rendsburg Bruch-Lollys waren der Renner
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20:00 31.07.2019
Von Frank Scheer
Die Confiserie Salzinger in Bordesholm feiert ihren 50. Geburtstag. Firmenchef Peter Salzinger steht an der Maschine, die die Bonbons mit Schokolade überzieht. Quelle: Frank Scheer
Bordesholm

Firmenchef Peter Salzinger, der im Heim aufgewachsen ist, erlernte als Beruf Schmied. Irgendwann sei ihm dann sein Kindertraum in den Sinn gekommen: Bonbons herstellen. Die Anfänge verliefen aber nicht gerade so vielversprechend. Mit Bundeswehrkocher und Handwalze auf einem Eisentisch kreierte der heute 73-jährige Selfmade-Produzent im Keller seiner damaligen Wohnung in Kiel-Hassee die ersten Salmi-Bonbons. „Die ersten Bonscher konnte ich nur auf dem Hamburger Fischmarkt verkaufen. Die schmeckten so scharf und machten den Mund spröde – zu viel Aromen. Die trieben einem die Tränen in die Augen, aber in Hamburg störte das nicht“, erinnerte sich Peter Salzinger und grinste. Das Echo seiner Kunden nahm er sich fortan immer zu Herzen. „Wenn die etwas bemängelten, wurde die Rezeptur angeglichen. Mal schärfer, mal sanfter. Die Kunden entscheiden eben, sie haben mich immer erzogen.“

Seine ersten Bonbons produzierte Peter Salzinger im Keller seiner Wohnung in Kiel und verkaufte sie auf Wochenmärkten.

Salzinger verkaufte Lakritz zunächst auf Wochenmärkten

Seine Gewürz- und Kräuterbonbons verkaufte der Produzent zunächst nur auf Wochenmärkten und traf da auf eine Marktlücke und den Geschmack der Leute. „Früher gab’s auf den Märkten weitgehend nur grüne Ware. Selbst produzierte Bonbons liefen gut“, erzählte er. Auch auf Stadtfesten verkaufte er seine Waren aus dem Wagen heraus. Anfang der 80er-Jahre siedelte Salzinger nach Bordesholm um und baute im Lüttparten die erste Produktionshalle. 1994 erweiterte er sein Domizil. Da sei der Großhandel auf ihn und seine Produkte aufmerksam geworden. „Da habe ich auch die Süßwarenschule in Solingen für drei Monate besucht, um zu lernen, wie die Maschinenproduktion läuft.“ Sein ursprünglicher Beruf Schmied sei ihm im Berufsleben sehr nützlich gewesen. „Viele Dinge konnte ich selbst reparieren oder umbauen.“

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Bruch-Lollys waren der Renner

Was macht Salzinger-Produkte so außergewöhnlich? Der 73-Jährige überlegte nicht lange. „Dicke, gute Pralinenschokolade, mit der wird den Salmikern doppelt überziehen. Außerdem werden bei mir Lakritzreste mitverarbeitet, das macht den Geschmack vielleicht breiter und vielseitiger.“ Zudem verkaufte er viele Jahre immer günstig „Reste-Lollys“, die nicht für den regulären Markt geeignet waren. Bei diesen Produkten waren Ecken abgesplittert oder etwas anders schief gelaufen. „In Eckernförde auf dem Wochenmarkt war der ,Unfallbruch’ meistens morgens um 10 Uhr ausverkauft und nicht, weil es so wenig war.“ Der Run auf lose Marktprodukte habe etwa ab 2000 mehr und mehr nachgelassen. Eine Erklärung: Vielleicht hatte das ja auch etwas mit der Euro-Umstellung und der Teuerung in vielen Bereichen zu tun.

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Die Produkte

30 Tonnen Schokolade, eben so viel Zucker und Zutaten wie Salmiak und Anisöl verarbeitet Peter Salzinger pro Jahr im Lüttparten. Neben dem Salzinger-Lolly gibt es Salmiak-Brocken, die mit verschiedensten Schokoladen überzogen sind. Viele Kunden schwören auch auf den Knusper-Salmiak. Taler, Dreiecke und Pfefferminzstäbchen runden das Sortiment ab. Eine Homepage gibt es, aber keinen Onlineshop. „Das würden wir, so wie wir aufgestellt sind, gar nicht bewältigen können“, so der Firmenchef. Der 50. Geburtstag wird nur klein gefeiert.

Produzent ist immer in der Region vertreten

Der Region fühlt sich Peter Salzinger, der sich in seiner Freizeit intensiv mit dem Buddismus befasst und gerne mit Ehefrau Barbara die Gegend auf dem Fahrrad oder Wohnmobil erkundet, verbunden: Gesetzt ist sein Erscheinen auf den Weihnachtsmärkten in Brügge und Bordesholm sowie bei verkaufsoffenen Sonntagen. Im Winter produziert er auch das „Bordesholmer Marzipan“ nach einer eigenen Rezeptur. Das ist übrigens nur im kleinen Hausladen auf dem Firmengelände, der von Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr geöffnet hat, zu bekommen. „Wir haben doch Glück, wir dürfen noch arbeiten“, meinte der 73-Jährige zur Frage, wann er denn aufhören will. Bevor das passiert, hat er noch Ziele. Er will die Marke Salzinger etablieren – mehr wollte er nicht verraten.

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Sven Tietgen 31.07.2019

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