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Rendsburg Die Feuerwehr sieht jetzt rot
Lokales Rendsburg Die Feuerwehr sieht jetzt rot
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16:56 02.07.2019
Von Beate König
Wehrführer Tobias Lohse (von rechts) und sein Stellvertreter Stefan Harder setzten sich bei den Stadtverordneten für die Erneuerung der Einsatzkleidung von 73 Feuerwehrleuten ein. Quelle: Beate König
Nortorf

Knapp 7000 ehrenamtliche Retter in 183 Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Rendsburg-Eckernförde werden von ihren Gemeinden ausgerüstet. Die Farbe der Schutzkleidung sei dabei Geschmackssache, erklärte Fritz Kruse, stellvertretender Wehrführer im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Entscheidend ist: „Die Kleidung muss der europäischen Norm EN 469 entsprechen.“

Die Schutzkleidung wird anhand einer Risikobeurteilung ausgewählt, die Wehrführung und Gemeinde mit einem Fragenkatalog von der Hanseatischen Feuerwehrunfallkasse Nord für die Gemeinde erarbeitet haben. Neben Nortorf sind im Kreis Wehren in Bordesholm, Büdelsdorf, Schülldorf, Kronshagen und Hademarschen von dunkelblau auf beige oder rot umgestiegen.

Früher wurde nur von außen gelöscht, jetzt gehen die Feuerwehrleute ins Feuer
Die Funktion der Schutzkleidung habe sich seit den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts deutlich verändert. Damals trugen Feuerwehrleute dünne blaue Stoffoveralls, später blaue Hosen und orangefarbene Einsatzjacken. „Damals wurde nur von außen gelöscht. Inzwischen gehen wir ins Feuer“, erklärt Fritz Kruse die Umstellung auf die flammsichere Spezialkleidung.

Vorzug der Signalfarbe Rot ist die bessere Erkennbarkeit der Feuerwehrleute bei Einsätzen auf der Autobahn A7. „Wir werden häufig zu Unfällen bei der Autobahnauffahrt Warder gerufen“, berichtete Tobias Lohse, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Nortorf. Zweiter Vorteil: „Man erkennt Verschmutzungen schneller, die die Schutzfunktion des Stoffs einschränken können.“ Schon bei Wohnungsbränden seien Feuerwehrleute beim Löschen Gasen mit Salzsäureanteil ausgesetzt, die entstehen, wenn Möbel oder Kunststoffe brennen.

100000 Euro für flammsichere Schutzkleidung

Die Nortorfer Wehr erhielt gleichzeitig für 73 aktive Kameraden neue Ausstattungen für knapp 100000 Euro. „Das ist schon eine Investition, da weiß man gar nicht, was man sagen soll“, meinte Stefan Harder, stellvertretender Wehrführer. Dazu wurden neue Funktions-Westen und eine Jacke für Bürgermeister Torben Ackermann angeschafft. „Bei vielen Einsätzen wird er dazu gerufen,“ erklärte Lohse. Die 27 Atemschutzgeräteträger erhielten einen Reservesatz Kleidung, um ihre Einsetzbarkeit auch gewährleisten zu können, wenn ein Satz Kleidung gereinigt wird.

Nur zertifizierte Reinigungen dürfen Einsatzschutzkleidung waschen

Eine zertifizierte Reinigung in Fockbek wäscht die Schutzkleidung und imprägniert sie flammsicher. Es gebe zwei Gründe für die Erneuerung der Ausstattung, erläuterte Lohse: Nach zehn Jahren oder nach massiver physischer Beanspruchung, die die Schutzfunktion aufhebt, raten Hersteller zu neuem Material.

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