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Rendsburg Gemeinde will B-Plan für das ganze Dorf
Lokales Rendsburg Gemeinde will B-Plan für das ganze Dorf
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17:51 07.10.2019
Von Frank Scheer
Bürgermeister Hans-Jürgen Leptien präsentiert die Luftbilder, die die Bürger mit ihren Wünschen beklebt haben und in den nächsten Wochen vom Planungsbüro ausgewertet werden. Quelle: Frank Scheer
Negenharrie

Der neue Bebauungsplan hat zwei Ziele: Zum einen, um Anfragen aus dem Dorf erfüllen zu können. Zum anderen will die Gemeinde damit die Umnutzung ehemaliger Hofstellen zu Wohnungen steuern. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde wäre Negenharrie der erste Ort, der einen Bebauungsplan für die gesamte Dorffläche erstellen lässt. Die noch gültige Innenbereichssatzung weist fünf Bauplätze aus. „Die werden uns aber in den nächsten Jahren nicht zur Verfügung stehen, weil die Eigentümer nicht wollen“, erklärte Bürgermeister Hans-Jürgen Leptien. Neun Anfragen für Grundstücke, darunter sieben aus dem Ort, lägen ihm vor. Die Gemeinde müsse deshalb unbedingt etwas machen. Außerdem bereitet ihm die Umnutzung von ehemaligen Hofstellen Sorge, die derzeit nach Paragraf 35 des Baugesetzes umgebaut werden dürfen. Die Pläne für den Schnack-Hof seien akzeptabel, so der Bürgermeister.

Mehr zum Umbau des Schnack-Hofes in Negenharrie lesen Sie hier.

Negenharrie will massiven Ausbau duch B-Plan verhindern

Aber je nach Größe seien mal schnell zehn bis 15 Wohneinheiten möglich. „Bei einem solchen Gedanken wird mir schlecht.“ Im Moment entscheidet der Kreis Rendsburg-Eckernförde über diese Anträge. Hätte die Gemeinde einen B-Plan für das gesamte Dorf, wäre der die Grundlage für Genehmigungen. Gegen den Strukturwandel in der Landwirtschaft könne man sich als Kommune nicht wehren – aber eben gegen den massiven Ausbau von Hofstellen, die pro Jahr in Schleswig-Holstein um zwei Prozent abnehmen. Etwa 11 500 Höfe gibt es noch.

Stimmungsbild der Einwohner wird ausgewertet

Für viel Zoff hatte Ende 2018 im Dorf die Ankündigung der Wohnbauerweiterungspläne gesorgt. Im September gab es eine gut besuchte Einwohnerversammlung. Die 60 Zuhörer durften rote, gelbe, blaue und grüne Punkte auf Luftbilder kleben, um ihre Meinung zu einer Bebauung oder Ablehnung von Flächen deutlich zu machen. Für den Dorfkern gibt es viele unterschiedliche Ansichten, fasste Leptien zusammen. Die Planer sollen in den kommenden Wochen das Stimmungsbild auswerten.

Zukunftsfähige Bauleitplanung: Ziel sind 15 bis 16 neue Bauplätze

Lesen Sie auch: Das Höfe-Sterben in Schleswig-Holstein geht weiter

Zudem hat die Gemeinde an alle 160 Haushalte einen Fragebogen zum Thema Bauland verteilt. „Da kann jeder Bürger bis zum 18. Oktober anonym seine Meinung sagen“, so der Gemeindechef. Bislang hat er nur acht Rücksendungen erhalten. Angesichts des Streits vorab sei das ein bisschen enttäuschend. „Wir bieten auch jedem Bürger ein Gespräch an“, so Leptien. Zwei hätten das in Anspruch genommen. Die echte Planungsphase ist für 2020 vorgesehen. 2021 soll der B-Plan beschlossen werden. Ziel sei es, 15 bis 16 neue Bauplätze zu schaffen.

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Auf dem Hof von Hans-Heinrich Schnack in Negenharrie ist der Abrissbagger am Werk. Das Bauernhaus des gestorbenen Landwirts an der Kreisstraße 8 wird Stück für Stück abgetragen – auch die beiden Linden am Gebäude verschwinden. Ein Neubau im Bauernhausstil mit bis zu drei Wohnungen ist geplant.

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