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Rendsburg Frühjahrsputz in der Oströhre
Lokales Rendsburg Frühjahrsputz in der Oströhre
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20:16 15.04.2018
Von Sven Janssen
Nur mit Bürste und Wasser reinigt das Spezialfahrzeug aus Hamburg die Tunnelwand. Quelle: Sven Janssen
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Rendsburg

Für die Tunnelwand wurde dafür extra ein Spezialfahrzeug aus Hamburg geordert. Die Straßenmeisterei nutzte die Vollsperrung, um am nördlichen Tunneleingang die Straße zu flicken.

Künftig muss häufiger sauber gemacht werden

Im Schritttempo fährt der Tunnelwaschwagen an der Wand entlang. Vorne am Unimog ist ein Kranarm befestigt, der die Tunnelwaschmaschine an die Seitenwand befördert. Durch neun Düsen schießt kaltes Wasser mit viel Druck auf die rotierende Bürste. „Reinigungsmittel brauchen wir nicht“, erklärt Jörg Winkelmann, Außenbezirksleiter vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA). Die Spezialbeschichtung der neuen Tunnelwand in der Oströhre verhindere, dass sich der Dreck festsetzen könne. Wie viel sich in der Zeit seit der Öffnung angesammelt hat, wird schnell klar. Wo die Bürste entlang schrubbt, ist die Wand wieder annähernd weiß, und nicht mehr grau-schwarz. „Künftig werden wir wohl zweimal im Jahr waschen“, sagt Winkelmann. Die Zeit bis jetzt sei auf jeden Fall zu lang gewesen.

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Spezialfahrzeug nur eingeschränkt verfügbar

Ob das klappt, hängt auch von der Verfügbarkeit des Spezialfahrzeugs ab. „Davon gibt es im Hamburger Elbtunnel nur ein Einziges, das auch noch andere Tunnel reinigt“, sagt er. „Wir wissen nicht, wie oft wir es für einen Einsatz bekommen können.“

Während Teile der Tunnelwand schon wieder auf Hochglanz gebracht sind, schiebt Dirk Kufferrath den Spülkopf vom Spülfahrzeug in die Tauchwandschächte. 120 Bar Wasserdruck lösen den Schmutz, der anschließend abgesaugt wird.

Putzen gegen die Überflutung

Alle 25 Meter im 640 Meter langen Tunnel gibt es die Schächte entlang der Ablaufrinne an der Tunnelinnenseite. Fünf von ihnen wurden in der Nacht gereinigt. Vor drei Wochen waren sie so verstopft, dass das Schmelzwasser nicht mehr aus dem Tunnel laufen konnte und dieser gesperrt werden musste.

Klare Sicht durch saubere Kameras

Während Wand und Abflüsse gesäubert werden, fahren auch Straßenkehrmaschinen über die Fahrbahn und befreien sie vom Dreck. Von Hand müssen von einem Hubwagen aus die neun Kameras in der Oströhre geputzt werden. Oben in der Überwachungszentrale ist der Effekt klarer Linsen deutlich erkennbar. „Damit wir hier was sehen können, müssen zumindest die Kameras öfter gereinigt werden“, sagt Winkelmann.

Bis in den Morgen wird geputzt, dann ist der Weg für die Autos wieder frei. Im Februar 2020 sollen beide Röhren fertig sein. Bis dahin bleibt noch Zeit, für den optimalen Putzplan.

Beate König 15.04.2018
15.04.2018
Frank Scheer 13.04.2018