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Rendsburg Rechenmaschine ist gut in Schuss
Lokales Rendsburg Rechenmaschine ist gut in Schuss
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17:59 08.02.2019
Für Hartmut Lemke ist der Abakus, der in der Grundschule zum Einsatz kam, eines der Lieblingsstücke im Museum in der 1764 gebauten Schoolkat. Quelle: Beate König
Landwedel

Mit dem Tempo, in dem heute im Taschenrechner Quadrat- und Kubikwurzeln gezogen werden, kann der per Hand bedienbare Rechenknecht nicht mithalten. Geübte Abakus-Nutzer können damit beim Zusammenzählen oder Abziehen jedoch bis heute Summen im gleichen Geschwindigkeit bilden, wie die Bediener eines High-Tech-Geräts aus dem 21. Jahrhunderts.

Lemke vertieft sich als ehemaliger Fachlehrer Metall von den berufsbildenden Schulen in Kiel bis heute gern in die Vorzüge des Ausstellungsstücks, das mit rund 1500 anderen Exponaten in der Schoolkat und in einer Remise des Museums an vergangene Zeiten erinnert. 1764 wurde die Kate als Schule und Wohnraum für einen Lehrer gebaut, seit 1994 ist sie Museum und wird vom Verein betreut.

Wie alt der Abakus ist, ist nicht überliefert

Hunderte kleine Hände schoben die Kugeln auf den Metallstäben hin und her. Das Ergebnis: Der Lack ist ab. An vielen Stellen schimmert das blanke Holz durch. Der Abakus der Schoolkat ist jedoch vergleichsweise gut in Form, zeigt Lemke. Modelle in anderen Museen haben oft durchgebogene Metallstäbe von Turnübungen der Kinder, die aus Spaß die Stabilität des Schulgeräts testeten, wenn der Lehrer nicht aufpasste.

Wann genau der Abakus in die Langwedeler Schule kam und wann er zum letzten Mal Ergebnisse lieferte, weiß Lemke nicht. Klar ist, dass Rechenschieber in den 50er Jahren für den Matheunterricht auch in Langwedel üblich wurden und den manuellen Rechenrahmen verdrängten.

Mädchen lernten damals nicht rechnen

Bei Schulklassen löst eine wahre Geschichte immer Empörung aus, berichtet Lemke: Früher lernten dort nur die Kinder der Bauern, die sich die Bezahlung des Lehrers leisten konnten. Dabei wurde nach Geschlechtszugehörigkeit unterschieden: Mädchen lernten lesen und schreiben, Jungs zusätzlich Rechnen. „Die Mädchen sollten zu Hause helfen können. Dazu mussten sie nicht rechnen können. Man erzählte allerdings damals, so um 1800, die Gehirne der Mädchen wären zu klein.“

Nortorfer Straße 5, Langwedel. Juli bis September sonntags 14 bis 18 Uhr geöffnet, Eintritt frei. Www.schoolkat-langwedel.de

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Von König Beate

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