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06:00 22.05.2019
Von Frank Scheer
Anja Kühl, die ab Juli neue Amtsdirektorin in Bordesholm ist, hatte am Dienstag ihren ersten Dienst-Tag im Rathaus. Amtsvorsteher Torsten Teegen (li.) und der Amtsinhaber Heinrich Lembrecht begrüßten sie mit einem Blumenstrauß. Quelle: Frank Scheer
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Bordesholm

In den nächsten fünf Wochen schaut die Juristin und Verwaltungsdirektorin des Kreises Stormarn dem Noch-Amtsinhaber Heinrich Lembrecht über die Schultern. Diejenigen, die Anja Kühl bereits kennenlernen durften, erahnen, dass es nicht bei Blicken bleiben wird. Sie ergreift gern die Initiative, sucht die Gespräche. "Den Mund habe ich mir in der Schule verbieten lassen, nun nicht mehr. Intensives Reden ist Wertschätzung", so ihre Philosophie.

Rosen und Schokolade zum Dienstantritt

Die ersten Abteilungen im Rathaus lernte sie gleich am Dienstagmorgen kennen. Ihre erste Feststellung: „Tolle Mitarbeiter, die hier gerne arbeiten. Alles ist herzlich und echt.“ Mit Rosen und Zartbitterschokolade wurde ihr der Dienstantritt gegen 9.30 Uhr versüßt. Diese Vorlieben ließ sie im Vorstellungsgespräch Ende 2018 durchblicken. „Und wir hören bei so etwas genau hin“, merkt Amtsvorsteher Torsten Teegen an. „Offen und sehr sympathisch“, betont Mareike Warnicke, die das Vorzimmer managt.

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Vereidigung am 20. Juni in Bordesholm

Anja Kühl, die Mitte Januar vom Amtsausschuss einstimmig gewählt worden war, ist bis zu ihrem offiziellen Dienstantritt für „Dienstleistungen ans Amt Bordesholm abgeordnet“. Das ist nach dem Beamtenrecht möglich, und sie hatte sich das auch so gewünscht. Ihre Vereidigung ist für Donnerstag, 20. Juni, ab 19 Uhr im Amtsausschuss im Rathaus vorgesehen. Bis dahin will sie alle 61 Mitarbeiter in der Amtsverwaltung persönlich kennenlernen.

Windkraft-Debatte erstes ernstes Thema

Heinrich Lembrecht, der Ende Juni nach 28 Jahren Bordesholm in den Ruhestand gehen wird, wirkt ziemlich entspannt. „Mein Ziel ist es, mit meiner Nachfolgerin alle 14 Gemeinden des Amts zu besuchen“, erzählt er. Am Dienstag um 14 Uhr ging es auch gleich am ersten Tag ziemlich ans Eingemachte. Eine Dienstbesprechung mit der Gemeindevertretung in Groß Buchwald, bei der es um die Errichtung von Windkraftanlagen zwischen dem Dorf und Negenharrie ging. Und dieser Vorhabenraum ist in den Dörfern und in der Kommunalpolitik nicht unumstritten.

"Jeder hat seine Handschrift"

„Ich habe ein gutes Gefühl, die laufenden Geschäfte zu übergeben“, betont der 64-jährige Lembrecht. „Es läuft so an, wie ich mir das vorgestellt habe. Und jeder von uns beiden hat seine eigene Handschrift. Und ein Wechsel an der Spitze tut Verwaltung und dem Amt auch gut.“ Pläne für ihren ersten Feierabend in Bordesholm hatte Anja Kühl übrigens am Mittag noch nicht geschmiedet. „Ich weiß es noch nicht. Vielleicht die Umgebung erkunden.“

Interview mit der zukünftigen Amtsdirektorin

Frau Kühl, was fasziniert Sie am Eurovision Song Contest?

Anja Kühl: Es ist der Mix aus Stimmung und Musik. Seit Montag war ich in Tel Aviv, wo jeden Abend irgendetwas los war. Zum neunten Mal war ich beim ESC dabei.

Hat ihr Favorit gewonnen?

Italien oder Schweden hatte ich vorne gesehen. Die Siegerballade vom Niederländer Laurence war toll. Deutschland ist zurecht hinten gelandet. Das war nicht gut (lacht). Nach dem Auftritt war ich im TV zu sehen, beim Jubeln mit goldener Paillettenjacke.

Was empfindet man, wenn man nach Tel Aviv in Bordesholm ankommt?

Das war Dienstag um 0.30 Uhr. Es war so ruhig. In Bargteheide, wo ich bislang lebte, war es lauter. Ich habe zum ersten Mal in der neuen Wohnung geschlafen, die ist fünf Minuten vom Rathaus entfernt.

Und der erste Gedanke beim Aufwachen?

Schön, dass ich hier bin. Die Wohnung ist seit Mai gemietet. Ein bisschen Kleidung, Küche und Kosmetik ist vor Ort. Umzugskartons stehen herum. Im Juni bringt eine Firma den Rest.

War die Kleidungsfrage für den ersten Tag schwierig?

Nein. Ich bin da spontan. Ich nähe meine Kleidung in der Regel selbst – auch Bluse und Hose von heute sind von mir.

Was wollen Sie jetzt in Bordesholm kennenlernen?

Zunächst die Beschäftigten und das ganze Drumherum. Ich habe keine Prioritätenliste. Bei der Linde war ich noch nicht: Ich hab’s mir im Internet angeguckt. Herzzerreißend, dass ein so schöner Baum so kaputt ist.

Interview: Frank Scheer

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