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Rendsburg Neues Wohnen in der Genossenschaft
Lokales Rendsburg Neues Wohnen in der Genossenschaft
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11:57 09.07.2019
Von Sven Janssen
Die Kieler Architektin Renate Schmid hat die beiden Häuser für das Mehrgenerationen-Wohnen entworfen.
Die Kieler Architektin Renate Schmid hat die beiden Häuser für das Mehrgenerationen-Wohnen entworfen. Quelle: Sven Janssen
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Bredenbek

Nachdem die Gemeindevertretung detaillierte Entwürfe bereits in nichtöffentlicher Sitzung begutachtet hatte, stellten Bürgermeister Thorsten Schwanebeck (FWB) und Ferdinand Borchmann-Welle, Geschäftsführer TING-Projekte, diese den Kieler Nachrichten vor. Das Interesse gilt einer 2560 Quadratmeter großen Teilfläche direkt am Rolfshörner Weg, die Teil des 9000 Quadratmeter großen Areals Dorn‘scher Hof ist, das der Gemeinde gehört.

TING-Projekte plant Genossenschaftsmodell

Dort sollen zwei Mehrfamilienhäuser mit je zehn Wohneinheiten entstehen. Die Häuser sollen von einer noch zu gründenden Genossenschaft gebaut werden, der die Bewohner angehören müssen. Als Genossenschaftsanteil seien bei den frei finanzierten Wohnungen 30 Prozent der Erstellungskosten und bei den geförderten Wohnungen 20 Prozent vorgesehen, so Borchmann-Welle.

20 Wohnungen in zwei Gebäuden

Jedes der knapp zehn Meter hohen Gebäude hat zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss. Die Größe der Zwei- bis Vierzimmerwohnungen liegt zwischen 50 und 89 Quadratmetern. Ein Teil davon ist mit Tageslichtbädern geplant, zum größeren Teil liegen die Bäder innen. „Alle Wohnungen sind barrierearm und schwellenfrei“, so Borchmann-Welle.

Das vom Rolfshörner Weg rechts geplante Gebäude ist unterkellert. „Die Kellerräume werden den Bewohnern beider Häuser zur Verfügung stehen“, sagte er. Beide Häuser zu unterkellern, sei zu teuer. Insgesamt rechne er mit rund vier Millionen Euro Kosten für das gesamte Projekt. Ein Drittel der Wohnungen seien als sozialer Wohnraum geplant, der Rest frei finanziert.

Fertigstellung 2021 möglich

„Um die Planungen umzusetzen, müssen wir das Grundstück von der Gemeinde kaufen“, so der Geschäftsführer. „Wenn alles zügig geht, könnten wir Mitte nächsten Jahres mit dem Bau beginnen, ich rechne mit einer Bauzeit von etwa 15 Monaten.“

Bürgermeister plant kurzfristig Sondersitzungen

Will man diesen Zeitplan einhalten, sind schnelle Entscheidungen vom Grundstücksverkauf über den auf das Vorhaben bezogenen Bebauungsplan bis zu einem möglichen städtebaulichen Vertrag nötig. Statt wie vorgesehen im September solle es schon im Juli Sondersitzungen der Gremien geben, so Schwanebeck. „Am 25. Juli tagt der Bauausschuss, am 30. Juli die Gemeindevertretung“ Beide Sitzungen sind um 19.30 Uhr im Bredenhuus angesetzt. „Dieses Mal werden wir öffentlich tagen“, sagte er. Im Anschluss sei nach den Ferien eine Bürgerinformation geplant.

Genossenschaftsmodell löste bei Bürgern Skepsis aus

Über sechs Monate ist es her, seit die Gemeinde TING-Projekte ins Boot geholt hat. Neben internen Besprechungen mit der Gemeinde informierte das Unternehmen im März in einer Einwohnerversammlung über das Genossenschaftsmodell und löste einige Skepsis aus. Wie stehen die Fraktionen heute dazu?

Das sagen die Fraktionen

„Wir haben uns schon öfter in der Fraktion über die Pläne unterhalten, aber noch keinen Beschluss gefasst, deshalb möchte ich dazu noch nichts sagen“, sagte FWB-Fraktionsvorsitzende Andrea Gellert. „Es gibt bei uns noch keine Meinung zum Entwurf, uns fehlen einfach die Fakten“, sagte CDU-Fraktionschef Philipp Mandau. Einen Schnellschuss lehne die Fraktion ab. Die Idee des Generationen übergreifenden Wohnens sei gut, skeptisch sei man, was das Genossenschaftsmodell beträfe. „Uns ist wichtig, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, so Mandau. Er gebe dem Verkauf des Grundstückes gegenüber der Erbpacht den Vorzug.

Die SPD will bei einem möglichen Verkauf der Flächen noch mehr Interessenten ins Boot holen, teilte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bartelt Brouer mit. „Wenn verkauft wird, gibt es zwar schnelles Geld, aber wir verlieren die Gestaltungsfreiheit.“ Dem Genossenschaftsmodell stehe man skeptisch gegenüber, man sollte auch Alternativen prüfen. Luxuswohnungen wolle man auf keinen Fall.

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Sven Janssen 09.07.2019
Beate König 08.07.2019