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Rendsburg Senat will die Wildtiere schützen
Lokales Rendsburg Senat will die Wildtiere schützen
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17:53 15.02.2019
Von Wolfgang Mahnkopf
Foto: Zirkusse sind mit Wildtieren regelmäßig Gast auf öffentlichen Flächen in Rendsburg. Der Senat fordert von der Bundesregierung ein Verbot.
Zirkusse sind mit Wildtieren regelmäßig Gast auf öffentlichen Flächen in Rendsburg. Der Senat fordert von der Bundesregierung ein Verbot. Quelle: Wolfgang Mahnkopf
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Rendsburg

Darin fordert das Gremium die Bundesregierung auf, zeitnah eine Rechtsverordnung zu erlassen, die das Halten von Tieren bestimmter wild lebender Arten in Zirkussen verbietet.

Der Umweltausschuss hatte den Senat in seinen Sitzungen am 26. Juni und 1. November vergangenen Jahres um ein Wildtierverbot gebeten. Den Antrag dazu hatte die Fraktion Die Linke gestellt. Der Beschlussvorschlag für die Resolution betont, dass bei einigen wildlebenden Tierarten Verhaltensansprüche in einem reisenden Zirkus schon im Grundsatz nicht erfüllt werden.

Keine gesetzliche Grundlage

Der Senat hält es für geboten, die Haltung von Wildtieren insbesondere in Zirkussen zu deren Schutz einzuschränken oder gar vollständig zu unterbinden. „Leider gibt es zurzeit keine gesetzliche Grundlage, nach der Gastspiele von Zirkussen mit Wildtieren rechtssicher abgelehnt werden können“, sagte Ausschutzvorsitzende Anja Ilgenstein (CDU).

Das Hauptanliegen der Linkspartei bei der Resolution sei das Tierwohl. „Ein Tier ist nicht weniger wert als ein Mensch, und Menschen werden auch nicht in Käfigen gehalten“, sagte Ratsherr Mario Meß im Gespräch mit dieser Zeitung. Mit der Forderung will die Fraktion im Kampf für artgerechte Haltung Druck auf die Bundesregierung ausüben.

Überwachung nicht ausreichend

Aus Sicht von Klaus Schaffner findet in Zirkussen eine artgerechte Haltung von Wildtieren nicht statt. Die Überwachung der tierschutzrechtlichen Haltung in Zirkussen durch Veterinärmediziner des Kreises hält der Ratsherr von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen nicht für ausreichend. „Die Ärzte sind für exotische Tiere nicht ausgebildet.“ Sein Parteikollege Armin Rösener hätte sich mehr Mut vom Senat gewünscht. „Die Stadt Norderstedt hat ein gezieltes Verbot von aufgelisteten exotischen Tieren in Zirkussen ausgesprochen“, sagte der Ratsherr auf Nachfrage.

Zur Regelung in der Stadt Norderstedt teilte deren Pressestelle mit, dass der Hauptausschuss der Stadt der städtischen Entwicklungsgesellschaft (EGNO) im Juni 2016 empfohlen hat, einen Verbotsbeschluss zu fassen. Dem ist der Aufsichtsrat gefolgt. Der Beschluss hat nach Angaben der Pressestelle folgenden Wortlauft: „Die EGNO schließt mit Zirkusunternehmen und vergleichbaren Einrichtungen künftig nur noch dann Gestattungsverträge …wenn die Unternehmen sich vertraglich verpflichten, Wildtiere der folgenden Arten weder mitzuführen noch zur Schau zu stellen.“ Aufgelistet werden unter anderen Affen, Elefanten, Giraffen, Delfine und Robben. Bisher gebe es keine rechtlichen Widersprüche gegen diese Nutzungsregelung.

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15.02.2019
Wolfgang Mahnkopf 15.02.2019
Frank Scheer 15.02.2019