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Rendsburg Verbraucherzentrale: Anwalt einschalten
Lokales Rendsburg Verbraucherzentrale: Anwalt einschalten
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18:14 25.08.2019
Von Sven Janssen
Verbraucherschützer Michael Herte ist Bankkaufmann und Jurist. Er rät: Vor der Schadensmeldung bei der Bank sollten sich die Kunden beraten lassen. Quelle: Sven Janssen
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Kronshagen

Kuno ist eine Datenbank von Polizei und Einzelhandel, die auch das unrechtmäßige  Bezahlen mit Unterschrift im Lastschriftverfahren verhindern soll. Komme es dann trotz der Sperre zu einer Abbuchung, hafte der Kunde nicht. Wichtig sei es, regelmäßig die Kontoauszüge zu prüfen, empfiehlt er.

Anscheinsbeweis belastet den Kunden

Problematisch werde es, wenn ein Fremder vor der Sperre mit der PIN am EC-Automaten Geld abhebe, sagt Michael Herte: „Die Bank hat  einen Schadensersatzanspruch gegen ihren Kunden, wenn dieser seine Sorgfaltspflicht verletzt hat.“ Grundsätzlich müsse die Bank diese Pflichtverletzung aber beweisen. Das werde ihr durch den sogenannten Beweis des ersten Anscheins erleichtert.

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Das bedeutet, die Bank darf davon ausgehen, dass der Kunde seine Geheimzahl preisgegeben hat, wenn das Geld mit der Originalkarte und der PIN abgehoben wird. Es wird also unterstellt, der Kunde habe Karte und PIN zusammen aufbewahrt und damit gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen.

Kunde muss andere Möglichkeiten aufzeigen

„Um dem entgegenzutreten, muss der Kunde glaubhaft machen, auf welchem anderen Weg der Täter an die PIN gekommen ist“, so Herte. Das Ausspähen beim Bezahlen in einer konkreten Situation wäre eine Möglichkeit. Dass Täter nach dem Ausspähen die Betroffenen durchaus verfolgen, um in einem geeigneten Moment an die EC-Karte zu kommen, sei dabei nicht ungewöhnlich.

Vor der Schadensmeldung unbedingt beraten lassen

„Vor der Schadensmeldung bei der Bank sollte man sich in jedem Fall bei der Verbraucherzentrale oder beim Anwalt Rat holen, damit auch alle Tatumstände aufgenommen werden“, so Herte. Aus der Praxis wisse er, dass wesentliche Punkte oft vergessen würden. Zudem habe ein Anwalt, als Vertreter der Kundeninteressen, bei der Rekonstruktion des Sachverhalts andere Schwerpunkte, als die Bank, die einen Schadensersatzanspruch gegen ihren Kunden geltend machen will.

Grundsätzlich sollte man bei jeder PIN-Eingabe das Tastenfeld abdecken, um ein Ausspähen zu erschweren. Seine PIN muss man geheim halten, darf sie nicht mit der Karte zusammen verwahren oder einem Dritten verraten. Seine EC-Karte oder andere Zahlungsauthentifikationsmittel, wie beispielsweise das Handy, sollte man nicht aus der Hand geben.

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