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Rendsburg Schadensbilanz nach dem Orkan
Lokales Rendsburg Schadensbilanz nach dem Orkan
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17:05 21.11.2013
Von Christoph Rohde
Wegen Baumschäden zurzeit von der Stadt gesperrt: der Noorwanderweg in Eckernförde. Quelle: Rohde
Eckernförde/Dänischer Wohld

Gemeint sind Splitterbrüche in den Bäumen, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind. In Massen seien Äste von den Orkanböen herausgerissen worden, so der Naturschutzexperte. Die mächtige, stadtbildprägende Pappel im Skaterpark beispielsweise ist völlig „zerrupft“ worden. „Sie wird aber überleben“, ist Packschies zuversichtlich. Manche Wäldchen gleichen derweilen einem großen Mikadospiel. Kreuz und quer haben sich Bäume unter dem Winddruck geneigt. „Da müssen Forstbetriebe mit Großgerät ran“, erläuterte Packschies. Die allerdings haben zurzeit alle Hände voll zu tun. Schräg über Wege hängende Bäume werden aus Sicherheitsgründen bevorzugt entfernt.

Auch die Obstbäume auf den Wiesen am Eimersee und am Diestelkamp haben gelitten. Sie sollen nach und nach durch Neupflanzungen ersetzt werden. Besonders erschreckt hat Packschies die Situation am Noorwanderweg. Hier hatte der Orkan offenbar eine Schneise über das Noor gefunden, die die Böen noch verstärkte. An einigen Stellen seien Pappeln „in Reihe“ umgekippt, an anderen hingen Bruchäste „am seidenen Faden“. Teils ist der alte Kleinbahndamm, auf dem der Wanderweg entlang führt, mit den Baumwurzeln hochgerissen worden. Hier seien nach den Aufräumarbeiten noch Wegbefestigungen erforderlich, erläuterte Packschies.

Die Mehrkosten durch die Orkanschäden, die auf die Stadt zukommen, sind nach Angaben von Bürgermeister Jörg Sibbel noch nicht zu beziffern. Sie würden außerplanmäßig bereitgestellt. Gedanken müsse sich die Stadt zudem über Wiederanpflanzungen machen. Packschies bedauerte, dass die starken Böen gerade gesunde Bäume getroffen hätten. „Die standen zum Zeitpunkt des Orkans noch im besten Laub, boten den meisten Windwiderstand.“ Eine andere Schneise für die „extrem kurzen und heftigen Böen“ war der Bereich Domsland und Sauerstraße Richtung Wiesenredder/Brookhörn.

Der Umweltausschuss appelliert an die Bevölkerung, die Wegsperrungen in noch bestehenden Gefahrgebieten nicht zu ignorieren. Der Noorwanderweg soll mit den Fortschritten der Aufräumarbeiten Stück für Stück wieder freigegeben werden. Die größten Probleme bestehen derzeit zwischen der Carlshöhe und Schnaap.

Der Orkan tobte auch im Dänischen Wohld. Mit rund 30000 Euro schlagen die Sturmschäden allein in Gettorf zu Buche, wie der Finanzausschussvorsitzende Joachim Wendt-Köhler (SPD) am Mittwochabend in der Gemeindevertretung berichtete. Hinzu kämen weitere 30000 Euro für Neuanpflanzungen.

Altenholzer waren vor allem geschockt von den gigantischen Schäden im Stifter Wald. Dennoch werden die Aufräumarbeiten nicht die Gemeindekassen belasten. „Der Wald gehört der Stadt Kiel“, klärt Bauhofleiter Andreas Klaedtke auf. Im Wäldchen Holzkoppel, das zu Altenholz gehört, seien zwar auch viele Bäume entwurzelt oder gebrochen. „Aber der Bauhof kann diese Arbeiten nach und nach selbst erledigen. Den letzten Baum, der gefährlich werden könnte, haben wir gerade gefällt.“

Das Amt Dänischer Wohld kann die Schäden, die in den Gemeinden Noer, Schwedeneck, Dänischenhagen und Strande entstanden ist, noch nicht beziffern. In Schwedeneck etwa war nach Aussage von Bürgermeister Gustav-Otto Jonas „mit einem blauen Auge davon gekommen", denn an touristischen Einrichtungen und am Strand gab es keine großen Folgeschäden.