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Rendsburg Warum Heike Post im Hospiz hilft
Lokales Rendsburg Warum Heike Post im Hospiz hilft
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17:00 25.11.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Heike Post ist ehrenamtliche Helferin im Hospiz in Rendsburg. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Frau Post, Sie sind seit einem knappen Jahr ehrenamtliche Helferin im Hospiz Haus Porsefeld in Rendsburg. Wie kamen Sie zu der Aufgabe?

Heike Post: Ich habe mir schon am Ende meines Berufslebens Gedanken gemacht. Ich wollte schon immer im sozialen Bereich etwas machen. Ich wollte mit Menschen zu tun haben. Ich wollte nicht zu Hause sitzen und die Hände in den Schoß legen. Zunächst habe im Krankenhaus bei der ehrenamtlichen Patientenhilfe gearbeitet.

Wie kamen Sie zum Hospiz?

Ich habe mich an das Hospiz rangearbeitet. Man muss für sich selbst klären, ob man damit umgehen kann. Theorie und Praxis sind ja oft zwei verschiedene Sachen. Das Hospiz war für mich schon immer ein Anziehungspunkt. Es mag damit zusammenhängen, dass ich in der Denkerstraße groß geworden bin. Ich habe nebenan als Kind gespielt. Meine Oma war – es muss gewesen sein, als das Haus Porsefeld gerade eröffnet wurde – kurzzeitig hier im Hospiz. Schließlich habe ich mich zu einem Vorbereitungskursus für die ehrenamtliche Arbeit im Hospiz angemeldet.

Wie gehen Sie auf die Patienten zu?

Das Wort „Patient“ kommt hier nicht vor. Es sind ja keine Patienten, die wieder geheilt werden. Es sind Bewohner auf Zeit. Es gibt hier ja auch Menschen, die wieder nach Hause zu ihrer Familie kommen.

Spendenaktion "Gutes tun im Advent" von "KN hilft": So können Sie helfen

Der Verein „KN hilft“ sammelt Spenden für die Hospizarbeit in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde, Plön, Segeberg sowie in den Städten Kiel und Neumünster. Ein Spendenkonto bei der Förde Sparkasse ist eingerichtet. Unter dem Stichwort „Gutes tun im Advent“ können Sie spenden auf das Konto DE05 2105 0170 1400 2620 00. Möchten Sie nicht, dass Kieler Nachrichten oder Segeberger Zeitung Sie als Spender erwähnen, so schreiben Sie bitte hinter den Verwendungszweck den Hinweis „kein Name“. Spenden können Sie bis zum Ende des Jahres. Zusätzlich unterstützen die Kieler Nachrichten die Sammelaktion: Von jeder Ausgabe, die der Verlag am 21. Dezember im Einzelhandel verkauft, fließen 20 Cent direkt auf das Spendenkonto. Außerdem geht der Gewinn aus dem Verkauf der KN-Adventskalender-Lose an den Hospizverband. Der Verband wird das Geld an Einrichtungen und Vereine im Verbreitungsgebiet von Kieler Nachrichten und Segeberger Zeitung weiterleiten.

Wie nehmen Sie Kontakt zu einem Bewohner auf?

Ich habe mir bevor ich zu ihm ins Zimmer gehe ein wenig Hintergrundwissen über ihn angeeignet. Ich klopfe an der Tür an, stelle mich vor und frage, ob ich mich dazu setzen darf. Dann habe ich mich schon ein bisschen im Zimmer umgesehen. Manchmal stehen da Fotografien. Ich sehe mich als Gast. Ich darf kommen. Manchmal möchte der Bewohner, dass ich seine Hand halte. Oder ich frage, ob ich die Hand halten darf. Oder die Hand kommt von ganz alleine. Man merkt doch, was der Mensch grade braucht.

Worüber reden Sie?

Ich lass das auf mich zukommen. Das kann man nicht programmieren. Manchmal beziehe ich mich auf ein Bild, das das neben dem Bett steht. Ist das Ihre Familie? Wo kommen Sie her? Ich lasse mir erzählen. Und so ergibt sich ganz einfach ein Gespräch. Für mich ist das so, dass derjenige, der da im Bett liegt oder im Sessel sitzt, den Rhythmus bestimmt. Der Patient bestimmt, worüber wir reden.

Belastet sie die Arbeit im Hospiz? Sie haben ja mit Sterbenden zu tun. Das ist nicht alltäglich.

Belastung ist ein ganz falscher Begriff. Ich mache mir natürlich Gedanken. Aber meine Aufgabe im Hospiz belastet mich nicht. Jeder Mensch gibt mir etwas. Ich habe auch schon herzlich gelacht über Witze oder Situationen. Manchmal ist es auch ein Wortgeplänkel.

Lesen Sie auch: Haus Porsefeld war das erste Hospiz im Land

Gibt es da auch gemeinsame Erinnerungen?

Vielleicht kommt der Bewohner, bei dem ich grade bin, aus der gleichen Ecke wie ich. Da werden schon gemeinsame Erinnerungen wach. Etwa: Kennen Sie noch Eiderlust (ein ehemaliges Tanzlokal am Büdelsdorfer Ufer der Eider, Anm. d. Red.)? Da waren wir doch früher alle.

Das klingt ja fast schon fröhlich.

Ja, es gibt auch fröhliche Situationen.

Aber es ist ein Hospiz, in dem Sterbende wohnen.

Natürlich ist es eine Situation im Hospiz, die schwer ist. Jeder Mensch ist anders. Ich versuche mich auf die Bewohner einzustellen. Ich lerne dabei auch sehr viel über mich selbst. Man merkt, dass man sich im Umgang mit den Menschen anders einbringt. Man wird sensibler und stellt sich auf den anderen Menschen ein. Man hört mehr zu. Man lernt, über Oberflächlichkeiten hinweg zu hören.

Das Haus Porsefeld war das erste stationäre Hospiz in Schleswig-Holstein.

Ist es im Advent anders als sonst im Hospiz?

Die Adventszeit und die Weihnachtszeit ist ja für viele Menschen etwas Besonderes. Es wird früher dunkel. Kerzen brennen. Man wird vielleicht ein bisschen melancholischer und nachdenklicher. Für mich ist die Adventszeit eine Zeit, in der ich es für mich zu Hause etwas gemütlicher mache. Aber es ist keine traurige Zeit.

Das gilt für zu Hause. Wie ist es im Hospiz?

So viel kann ich dazu nicht sagen. Letztes Jahr habe ich kurz in der Adventszeit hier gerade angefangen. Advent ist eine Zeit, in der die Familien mehr zusammenrücken. Vielleicht ist es noch mal eine Zeit, die für die Menschen im Hospiz und ihre Angehörigen noch ein bisschen bedrückender ist. Vielleicht sitzen wir dann hier im Zimmer und halten uns gegenseitig die Hand. So stelle ich mir die Zeit im Advent im Hospiz vor.

Lesen Sie alle Beiträge über die Spendenaktion "Gutes tun im Advent" zugunsten der Hospizarbeit.

Gegen den Begriff Sterbehaus wehren sie sich im Hospiz Haus Porsefeld Rendsburg. Es gehe darum, hier noch eine gemeinsame Lebenszeit zu verbringen - und das auch mit Lebensfreude. Das Hospiz Haus Porsefeld Rendsburg war bei seiner Eröffnung 1996 das erste stationäre Hospiz in Schleswig-Holstein.

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