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Rendsburg Politik sagt Ja zu Schulfusion
Lokales Rendsburg Politik sagt Ja zu Schulfusion
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08:24 02.12.2016
Von Torsten Müller
Die Verärgerung über die Fusionspläne ist bei den Eltern der Eichendorff-Schule groß: Sie demonstrierten am Dienstag lautstark vor dem Rathaus. Quelle: Torsten Müller
Kronshagen

Die heftig umstrittenen Fusionspläne haben Kronshagen tief gespalten. Bei der Demonstration von Eltern und Kindern der Eichendorff-Schule auf dem Rathausvorplatz kamen Trillerpfeifen zum Einsatz und Rufe „Hört uns zu!“ schallten in Richtung des Sitzungssaales. Auf Transparenten war zu lesen: „Rote Karte für diese planlose Schulzusammenlegung“, „Schnelle Fusion schadet allen Kindern“ und „Eltern einbinden!“

 Drinnen im voll besetzten Ratssaal waren alle Seiten bemüht, den Druck aus dem Kessel zu nehmen. Vorsitzende Andrea Linfoot (CDU) appellierte an einen respektvollen Umgang miteinander, was in der dreistündigen Debatte weitgehend gelang. Gudrun Rempe (Grüne) enthielt sich bei der Abstimmung, nachdem ihr Antrag auf Vertagung mit fünf zu sechs Stimmen gescheitert war. Sie hatte sich für die erneute Suche nach einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen stark gemacht.

 Dem Ausschuss lagen zwei Anträge vor: Der von SPD und UKW sprach sich gegen eine Zusammenlegung und für die Gründung eines Arbeitskreises aus. Dieser solle unter Einbeziehung von Lehrkräften und Eltern eine Zielvorstellung für das chancengleiche Lernen aller Grundschüler erarbeiten. Der Antrag von CDU, Grünen und FsK beauftragte Bürgermeister Ingo Sander (CDU), den Fusionsantrag in Form der Neugründung einer Grundschule Kronshagen zum Schuljahr 2017/18 zu stellen. Thomas Kahle, CDU-Fraktionschef, ersetzte das Datum in der Sitzung allerdings durch die unbestimmte Angabe „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“. Die Fusion sei der einzig rechtlich gangbare Weg.

 Stefan Ziervogel, Rektor der Eichendorff-Schule, bat die Politik: „Bitte überfordern Sie uns nicht.“ Ein halbes Jahr sei für eine verantwortungsvolle Umsetzung nicht viel Zeit. Jutta Wichelmann, Rektorin der Brüder-Grimm-Schule, begrüßte es jedoch, „wenn heute Abend eine klare Entscheidung getroffen wird, dass die Fusion 2017 ansteht, und wir sie vorbereiten können“. Wie berichtet, sieht die politische Mehrheit nur in einer Zusammenlegung die Möglichkeit, die soziale Mischung an beiden Schulen anzugleichen. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund oder bildungsfernem Elternhaus sei in der Brüder-Grimm-Schule wesentlich höher als in der vielfach prämierten Eichendorff-Schule. Erfolgreicher Unterricht sowie Integration könne kaum noch geleistet werden. Der soziale Mittelbau, in den hinein integriert werden könne, sei nicht mehr vorhanden.

 Der SPD fehlten Daten und Fakten: Fraktionschef Gunnar Heintze sprach von einem „gefühlten, möglicherweise unterstellten Problem“. Für ihn waren voller Saal und Vorplatz „ein Musterbeispiel für gescheiterte Kommunikation“. Die Fusion schütte Gräben nicht zu, sondern gebe das Heft des Handels aus der Hand. Gudrun Rempe hielt dagegen: „Wir brauchen keinen Arbeitskreis, der die Lösung in die Länge schiebt. Wir wissen, wo das Problem liegt.“ Vater Robert Reußow regte an, alle Erstklässler an der Eichendorff-Schule aufzunehmen. „Das ist ein Sieger-Verlierer-Modell. Die Brüder-Grimm-Schule würde leerlaufen“, sagte Kahle. Das sei politisch und menschlich nicht gewollt.

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