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Lokales Rendsburg So finden Sie die richtigen Pilze
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12:23 16.10.2019
Von Beate König
Sönke Lettau präsentiert die essbaren Hallimasch-Pilze. Quelle: Beate König
Ranzel

Pilz-Experte Lettau macht Hoffnung auf den Sammelerfolg. Der zweite Hinweis ist jedoch eine Warnung: "In drei Stunden werden Sie kein Pilzexperte!" Ein Vormittag reicht nicht ganz aus, um Pilz-Kenner zu werden: "In Schleswig-Holstein gibt es mehr als 7000 Pilzarten", führt Fachmann Lettau zu Beginn der Exkursion bei Ranzel in der Nähe von Felde den Kursteilnehmern von der VHS Kronshagen vor Augen. Der Pilzkundler lernt die Mykologie – die Pilzkunde – seit dem Alter von sechs Jahren. Sein Großvater unterrichtete den heute 53-Jährigen.

Experten-Tipp: Auch einen Blick auf die Bäume werfen

Die Farbe des Hutes und des Stiels, Festigkeit und Dichte der Lamellen sind einige der Bestimmungskriterien. "Verharren Sie auf der Stelle, lassen Sie den Blick schweifen, merken Sie sich die Baumart, unter der die essbaren Pilze stehen", ist ein Lettau’scher Ernte-Tipp. Und ein zweiter: "Drehen Sie den Pilz mit Knolle aus dem Boden, sie wird zum Bestimmen gebraucht." Der Trend zum Pilzesammeln habe zugenommen, erzählt Lettau, während die Pilzfreunde ausschwärmen – den Blick auf den Waldboden geheftet, um zwischen regennassem Laub Pilzkappen zu erspähen. Der Fachmann macht den Sammlern Mut: "Pilze wachsen dieses Jahr gut, jeder wird seinen Korb voll bekommen."

In der ersten Bestimmungsrunde berichtet Lettau, der nicht essbare Fliegenpilz sei in diesem Jahr besonders gut geschossen. Ebenso der braune, essbare Hallimasch. Am würzigen Aroma der Kappen sei der in Frankreich begehrte Knoblauchschwindling zu erkennen. "Der Speisepilz wird dort gedörrt und zu Pilzpulver verarbeitet." Mit dem essbaren ockergelben Täubling und einem giftigen Gallentäubling stellt der Pilzexperte Doppelgänger vor: einer habe einen dunkelweißen, der andere einen hell beigefarbenen Stiel. Nur echte Pilzkenner sehen den feinen Unterschied.

Experten-Tipp für Anfänger

Sönke Lettaus Rat für Anfänger: Pilze unbedingt vor dem Verarbeiten von einem Fachmann bestimmen lassen. Adressen gibt es hier.

Fundstücke, bei denen eine eindeutige Bestimmung schwerfällt, sollten in einem Extragefäß aufbewahrt werden, lautet ein weiterer Tipp von Sönke Lettau. "Zu Hause vermischt man sie zu leicht und kann sie nicht mehr auseinander halten."

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Pilze-Sammler suchen Nachwuchs

Bei insgesamt 30 Exkursionen stellte der Experte in diesem Jahr einen für ihn erfreulichen Trend fest: Junge Sammler interessieren sich für die Pilzkunde. Sie gehen allerdings anders mit dem Wissen um: Mit Handyfotos merken sie sich die essbaren Pilze. Lettau vermutet, dass die vehement geführte öffentliche Diskussion über mehr Nachhaltigkeit bei Lebensmitteln Auslöser für das wieder gewachsene Interesse ist. "Allerdings finden die jungen Sammler bislang nicht den Weg in die mykologische Arbeitsgemeinschaft", bedauert er und betont: Nachwuchs ist willkommen.

Sind Pilze denn nun Pflanze oder Tier? Die Position von Sönke Lettau zum ewigen Streit unter Mykologen heißt für Veganer der Abschied von dem Nahrungsmittel: Die Zellstruktur spreche für Tier. "Pilze produzieren Chitin, das machen Tiere", begründet er.

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