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Rendsburg Abfuhr für FDP-Antrag
Lokales Rendsburg Abfuhr für FDP-Antrag
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07:38 14.02.2020
Von Frank Scheer
Immer wieder wird der Festplatz an der Landesstraße 318 in Bordesholm für eine Bebauung ins Gespräch gebracht. 2017 gab es einen Bürgerentscheid gegen die Bebauung. Quelle: Sven Janssen
Bordesholm

Eine Wohngebietsplanung für den Festplatz in Bordesholm wird es vor dem Jahr 2021 nicht mehr geben. Eine Abfuhr hat sich Niklas Heesch (FDP) im Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Bordesholm am Mittwochabend geholt. Alle vier anderen Fraktionen stimmten gegen seinen Antrag – und das, obwohl sich eine Mehrheit von CDU- und SPD-Vertretern eine Bebauung auf der Grünfläche vorstellen könnte. Grund für die Zurückhaltung: Erst soll noch in diesem Jahr ein Ortsentwicklungskonzept erstellt werden.

Bindungsfrist des Bürgerentscheids vorbei

Der 7,4 Hektar große Veranstaltungsplatz an der L 318 gehört der Gemeinde Bordesholm. Zwei bis drei große Veranstaltungen steigen dort pro Jahr, die Feuerwehr nutzt die ehemalige Kieskuhle für Übungen – ansonsten ist das Areal ein beliebtes Ziel von Hundefreunden zum Gassigehen. Im Jahr 2017 gab es erste Pläne. 70 bis 100 Einheiten waren im Gespräch. Die Debatte mündete auf Initiative der Grünen in einen Bürgerentscheid, der mit einer knappen 50-prozentigen Mehrheit gegen eine Bebauung geendet war. Die bindende Frist dafür war im September abgelaufen.

Kaltmieten bis zu 10 Euro für Neubauten

Bebaute Grundstücke in Bordesholm werden mit bis zu 180 Euro je Quadratmeter gehandelt. Kaltmieten von neun bis zehn Euro in modernen Neubauten, die in den vergangenen drei Jahren entstanden, sind für junge Familien nicht drin. Weil die Nachfrage in Bordesholm so groß ist, wollte Heesch die Planungen wieder anschieben – parallel zum Ortsentwicklungskonzept. Das sei aus seiner Sicht unschädlich, weil der Festplatz seiner Meinung nach ohnehin als potenzielle Baufläche vorgeschlagen werde.

Planungen hätten Immobilienmarkt entspannt

Einerseits könne die Kommune mit neuem Bauland ihren angeschlagenen Haushalt aufbessern, anderseits wäre eine Planung ein gutes Signal für den angespannten Immobilienmarkt gewesen. Die großen Fraktionen wagten den Schritt aber nicht. Ulrich Schuster (CDU) formulierte es so: „Ich bitte sie höflich, den Antrag zurückzuziehen. Und zwar, weil wir dort bauen wollen.“ Heesch tat das aber nicht, der Antrag wurde abgelehnt.

7705 Einwohner - Tendenz steigend

Aktuell leben in Bordesholm 7705 Menschen. Im Jahr 2017 waren es 7642. Weil mehrere große Bauvorhaben im innerörtlichen Bereich genehmigt sind und noch kommen werden, ist mit einem weiteren Anstieg auch ohne Neubaugebiet zu rechnen. Ein Beispiel ist die Bahnhofstraße 64, wo eine Villa einem Block mit zwölf Einheiten weichen wird. In der Nachbarschaft gibt es Ideen für ein weiteres großes Projekt. Für die Bereiche gibt es keine Bebauungspläne. Die massive Verdichtung habe auch etwas mit fehlendem Bauland zu tun, argumentierte Heesch.

Bordesholm ist stark nachgefragt

Laut Timo Kotte vom gleichnamigen Immobilienbüro ist Bordesholm stark nachgefragt. Er beschreibt die Situation so: „Viele Immobilien gehen privat schnell weg. Und wenn gute Angebote im Internet sind, dann sind die nach zwei Tagen meistens vergeben.“ Selbst aus Kiel und Hamburg kämen Anfragen. Man habe gut zu tun, weil viel in Bewegung sei. Aus seiner Sicht ist ein neues Baugebiet wünschenswert.

Entwicklungsgutachten kostet 30000 Euro

Wenn die Gemeindevertretung am Dienstag, 24. März, dem Ortsentwicklungskonzept zustimmt – und davon ist auszugehen – soll die Ausschreibung erfolgen. 30 000 Euro soll das Konzept kosten. Mehrere Versammlungen mit Bürgern sind geplant. Die Themen Ortsbildgestaltung, klimaneutrale innerörtliche Mobilität, Biodiversität, Landschaftsplan, Wohnungsbau- und Gewerbeflächen, interkommunale Zusammenarbeit und Seesanierung sollen dabei beleuchtet werden.

Lesen Sie auch: So ging der Bürgerentscheid 2017 aus

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